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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Aun. d. Hydr. etc., XI. Jalirg. (1883), Heft V. 
263 
Vorläufige Resultate von Gezeiten-Beobachtungen an 
selbstregistrirenden Pegeln an der Ostsee. 
(Mit Tafel 5.) 
Von Korv.-Kapt. Hoffman». 
Die folgenden vorläufigen Mittlieiluugen aus der Reduktion einjähriger 
Wasserstands - Registrirungen bezwecken auf Veranstaltungen aufmerksam zu 
machen, welche an der deutschen Ostseeküste zur fortdauernden Aufzeichnung 
des Wasserstandes getroffen sind. Diese Aufzeichnungen werden das Material 
zusammeubringen für sehr verschiedenartigen Zwecken anzupassende Diskussionen 
der Wasserständo der Ostsee; zunächst sind die Gezeitenverhältnisse heraus 
gegriffen worden. 
Es sind gegenwärtig vier selbstregistrirende Pegel an der Ostseeküste 
in regelmäfsigem Betrieb, nämlich: 
1. Kiel (an der Kaiserlichen Werft in Ellerbeck). 
2. Manenleuchte auf Fehmarn (unweit des Leuchtthurms). 
3. Arkona auf Rügen (am Fufse des Abhanges im Norden vom Leuchtthurm). 
4. Swinemünde (auf dem Königlichen Bauhofe). 
Von diesen ist der in Kiel (mit elektrischer Uebertragung) erst am Schlufs 
des Jahres 1882 in Betrieb gesetzt, der in Swinemünde seit dem Sommer 1870 
fast ununterbrochen in Thätigkeit. Der letztere ist vom Geodätischen Institut 
aufgestellt worden, welches über die Beobachtungen und deren Resultate 
Näheres veröffentlicht hat in der Schrift: „Das Mittelwasser der Ostsee in 
Swinemünde“, Berlin 1881. 
Die Registrir-Apparate auf Fehmarn und Rügen sind vom Hydrographischen 
Amt aufgestellt und im Wesentlichen von übereinstimmender Konstruktion. Da 
die Apparate an entlegenen Orten der Küste in Betrieb zu setzen waren, so 
wurde es nöthig, eine möglichst einfache Anordnung zu wählen, um don Wärtern 
die Bedienung ganz selbstständig übertragen zu können und die Kontrole durch 
Revision der eingesandten Registrirbogen sicher zu stellen. Andererseits be 
dingte das anzustrebende Ziel eine grofse Genauigkeit in den Aufzeichnungen. 
Nach einigen Mifserfolgen gelang es, eine Konstruktion zur Ausführung 
zu bringen, welche weitgehenden Anforderungen Genüge leistet und seit Ende 
dos Jahres 1881 in regelmäfsigem Betriebe sich bewährt hat. Diese von dem 
Mechaniker R. Fuefs in Berlin herrührende Anordnung unterscheidet sich von 
der ähnlicher Apparate namentlich dadurch, dafs der Schwimmer nicht mit einer 
Kette oder einem Draht, sondern mit einer leichten messingenen Zahnstange von 
rechtwinkligem Querschnitt fest verbunden ist. Dieso Zahnstange bewegt sich mit 
dem Schwimmer auf und nieder und greift in ein Zahnrad des Registrir-Apparats 
ein. Durch dieses Zahnrad und ein kleineres auf derselben Ilorizontalaxe wird 
die vertikale Bewegung in eine horizontale umgesetzt und zugleich auf */o 
reducirt. Eine horizontal auf Rollen bewegte Zahnstange trägt den Schreibstift, 
welcher gegen eine horizontal gelagerte, mit Papier bespannte Walze fortwährend 
sanft angedrückt wird, während diese letztere durch eine Pendeluhr in je 
24 Stunden einmal um sieh selbst gedreht wird. Auf diese Weise kommt die 
kontinuirliche Wasserstandskurve zu Stande. — Die Einführung der vertikalen 
Stange statt der fiiiher verwendeten Kette hat neben der wüuschenswei-then 
Starrheit des ganzen Systems den grofsen Vortheil, dafs man sich in jedem 
Augenblick durch einfache Pegelablesung von der Richtigkeit der Registrirung 
Ueberzeugung verschaffen kann. Die Zahnstange, welche mit sammt dem 
Schwimmer durch ein Kontregewicht balancirt ist, dessen Schnur über eine in 
Friktionsrollen laufende Schoibo unter der Decke des Häuschens geführt ist, 
trägt eine Centimetertheilung und gleitet an einer in Millimeter getheilten, dem 
Zahnrad gegenüber fest aufgestellten Indexplatte. An der letzteren liest man 
also den jeweiligen Wasserstand auf Millimeter genau ab. — Auf diejenigen 
weitei’en Anordnungen des Details, welche die gröfstmöglichsto Genauigkeit 
verbürgen sollen, ist liier nicht weiter eiuzugehen. Es betrifft dies das Straff- 
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