Kleine hydrographische Notizen.
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Ueberhaupt scheint die Bucht zwischen Grveso Point und Iquique, die
Chiquinata-Bai, recht gefährlich zu .sein und sollte man deshalb das Feuer von
Iquique nicht nördlicher als row. NNO bringen. Namentlich aber kanu die
Dünung ein Schilf bei Windstille in eine sehr unangenehme Lage bringen,
worüber mehrere Fälle, die sich in den letzten drei Monaten ereigneten, als
Beispiele vorliegen.“
4. lieber den Hafen von Talcahuano, Chile, berichtet der Kom
mandant S. M. S. „MoltkeKapt. z. Sec Firner, dafs er sieh wegen seiner
sicheren geschützten Lage mehr als irgend ein anderer an der Westküste von
Süd-Amerika zu längerem Aufenthalt eignet. Der Ankerplatz ist gegen alle
Winde, mit Ausnahme von NN W, geschützt, aber auch dieser Wind kann kaum
eine wirklich gefährliche Sec hervorbringen, da. die Halbinsel Tumbes und die
Insel Quiriquina nur einen schmalen Durchgang nach See zu bilden, der aufserdem
nur geringe Wassertiefe bat. Der Ankergründ ist ganz vorzüglich, so dafs es
schwer war, Anker zu lichten.
Während der Anwesenheit S. M. S. „Moltke“ herrschten fast immer von
Mittag bis Mitternacht starke südliche Winde, einige Male unterbrochen durch
nicht sehr starke NNW-Winde. In den Monaten Mai, Juni und Juli ist es nicht
rathsam, diesen Hafen aufzusuchen, da es dann fast täglich stark regnet, in
allen übrigen Monaten dos Jahres kann der Aufenthalt dort nur vorteilhaft sein.
Die Postvcrbindung von Talcahuano nach Valparaiso wird durch Dampfer,
welche einmal wöchentlich gehen, und durch die Eisenbahn, zweimal die Woche,
bewirkt. Ebenso geht wöchentlich ein Dampfer nach Valdivia. Für die Ver
bindung mit Europa wird von den Kaufleuten ausscbliefslich die englische Post
durch die Magd! an Straße benutzt, da die P«»a»wt-Post mit ziemlicher Regel-
tnäfsigkeit den Anschluß» verfehlen soll. Telegraphische Verbindung ist nach
Süden bis Valdivia und nach Norden bis Panama vorhanden.
5. Einsegelung in den Bloomfiold-Flufs. Weary-Bncht. Queens
land.*) In der „New South Wales Government Gazette“ No. 485 hat das
Department of Ports aud Harbours zu Brisbane am 14. November 1882 über
die Einsegelung in den Bloomfield-Flufs Nachstehendes bekannt gemacht:
„Der ßtoomßeld-V\u(s mündet in den südlichen Theil der IFwwy-Bucht; die
südliche Einfahrtsspitze bildet einen dicht bewaldeten, 46m hohen Abhang, die
nördliche besteht aus einer niedrigen Sandspitze, in deren Hintergründe sieh
Büsche uud ein Mangrove-Sumpf befinden.
Die äufsore Kaute der aus Sand bestehenden Barre beginnt ungefähr
Vv Sw aufsorhalb der Fhifstnündung; dieselbe ist 3 Kblg lang und ca 70m breit.
Die Wassertiefe auf der Barre beträgt bei Niedrigwasser 0,9m und die Fluth-
höhe 1,5 bis 2,7m. In der Mitte der Barre befindet sich eine kleine bei
Niedrigwasser Springzeit trocken fallende Sandstelle.
Das Fahrwasser in der Flufsmündung ist schmal und 4,6 bis 5,5 m tief;
dicht an beiden Ufern findet man bei Niedrigwasser 2,7 bis 3,7 m Tiefe und
stromaufwärts 2 bis 3 Sm weit 3,4 m.
Um die Barre in ihrer tiefsten Fahrrinne zu passiren, mufs man einen
gut erkennbaren kegelförmigen Berg, welcher Bauer Pik genannt wird uud
nur mit wenigen Bäumen bedeckt ist, mit dem Fufso der südlichen Einfahrts
spitze in SWzW in Peilung bringen und darauf zu steuern.
An dem Nordufer des Flusses, ungefähr */« Sm stromaufwärts von der
Mündung, beabsichtigt man eino Landungsbrücke zu erbauen.“
6. (Z>. S.) Ueber die auf seiner Reise von Zebu nach Liver
pool, in der Macassar-Strafse und den angrenzenden Gewässern
im August und September 1882 beobachteten Strömungen und
Winde berichtet Kapitän H. Jäger, Führer der Deutschen Bark „Carl
Ritterin seinem meteorologischen Journal, wie folgt: Am 17. August 1882
traten wir von Zebu unsere Reise nach Liverpool au und befanden uns
am 26. 12 Uhr Mittags bei der Insel Sibago, vor der Basilan Straße, in der
Celebes See. In der Basilan Straße war der Strom von 7 oder 8 Uhr Morgens
bis 4 Uhr Nachmittags aus WNW, während der übrigen Zeit des Etmals setzte
derselbe in entgegengesetzte Richtung. Aufserhalb der Strafse lief der Strom
*) Vgl. „Austral. Directory“, Vol. II, 187!), pag. 241.