Kleine hydrographische Notizen.
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Auf der libcdc von ChampenHeo setzte in der Zeit vom 4. bis 21, April
der Strom stets östlich; zeitweise mit einer Geschwindigkeit von 2 Sin die
Stunde. Die Seebriese vvclito liier beständig zwischen Süd und West, manchmal
recht frisch.
Von Tvojute versegelteo wir nach San José. Diese Strecke wurde in
der Zeit vom 3. Mai 10 Uhr Morgens bis zum 4. Mai 10 Uhr Morgens durch
segelt uud zwar unter Benutzung der Land- und Seebriese, aber gegen eine
längs der Küste setzeudo ziemlich bedeutende westliche Strömung.
Das Feuer von San José ist während der Nacht nur schlecht zu sehen;
ebenso der Thurm am Tage. Auf der Rhede von San José de Guatemala ankert
mau am besten in (18m) 10 Fad. Tiefe, woselbst der Ankergrund aus gut
haltendem Sande besteht.
Da in den angeführten Plätzen kein Trinkwasser zu bekommen ist, 1 ) so
verliefseu wir am 9. Mai 4 Uhr Nachmittags die Rhede von Sn« José, um nach
Acojutla zu segeln, woselbst wir am 10. Mai 5 Uhr Nachmittags, die Land- und
Seebriese benutzend, ankamen. Nachdem hier am 11. und 12. Mai der erforder
liche Wasservorrath an Bord genommen war, traten wir am 14. Mai 1882
unsere Heimrciso nach Hamburg an.“
3. (D. S.) Uober den Ladeplatz Molle (Caleta Molle)*) in Peru
berichtet Kapt. E. Hellwcge, Führer des Schiffes „Patogonia“, der Deutschen
Seewarte Nachstehendes:
„Der Salpeterladeplatz Molle, ein kleiner Ort, liegt (> Sm südlich von
Iquique an der zur Zeit von Chile besetzten Küste von Peru. Da dieser Ort,
wenn ich auch nicht daliin zu vcrsegoln hatte, doch in meiner Clmrtepartie als
Ladeplatz mit aufgeführt war, und daher auch wohl in Zukunft öfters Schiffe
dorthin zu gehen haben werden, so erscheint es mir augezeigt, die Einzelheiten
des Verlustes einer englischen Bark, welcher sich während meines Aufenthaltes
in Iquique vom 11. April bis zum 6. Juni 1882 in Molle ereignete, an dieser
Stelle zur allgemeinen Kenntnifs der Seeleute zu bringen.
Die erwähnte Bark kam mit einer Ladung Kohlen von Europa nach
Valparaiso und erhielt hier Order, nach Molle zu segeln. Von der Ver
pflichtung, sein Schiff erst in Iquique eiuzuklariren, wurde der Kapitän ent
bunden; er konnte daher direkt von Valparaiso nach Molle segeln. Glücklich
vor dem letztgenannten Hafen augelangt, beobachtete der Kapitän die Vorsicht,
erst beizndreheu und ein Boot in die Bai zu schicken, um sich durch Lethen
einen sicheren Ankerplatz auszusuchen. Das Boot fand keine Untielen.
Aufserdem nahm der Kapitän zwei Leute an Bord, welche angaben, mit den
Verhältnissen der Bai bekannt zu sein, und nachdem er so alles zur Sicherheit
seines Schiffes gethou zu haben glaubte, segelte er in den Hafcu oiu und
ankerte dünn auf 10,8m (6 Fad.) Wasserticfc. Als aber das Schiff halb herum
gescliwait war, stiefs es plötzlich hart auf den Grund, und zwar so heftig, dafs
es innerhalb zweier Stunden voll Wasser lief. Dieses geschah am 20. Mai
4 Uhr Nachmittags und am folgenden Nachmittage um dieselbe Stunde lag das
Schiff bereits platt auf Seite. Als mehrere Kollegen, unter deueu auch ich, am
nächsten Morgen zur Strandungsstellc gefahren waren, fanden wir das Schill
jn einem solchen Zustande, dafs es als total wrack und verloren zu betrachten
war. Bei näherer Untersuchung der Uutiefe, auf welche das Schiff gerathen
war, fanden sieh zwei Klippen ganz nahe bei einander, welche gerade vor der
in die Bai vorspringenden Landspitze liegen und nur einen Wasserstand von
3,6i» (12 Fufs) über sich haben. Aus dem Boote konnte inan dieselben ganz
deutlich unterscheiden.
Kapitän Fischer, der Führer eines hiesigen Küstenfahrers, erzählte uns,
dafs er vor drei Jahreu mit seinem Schiffe auf der Stelle, wo der Engländer
verloren giug, mehrere Wochen vor Anker gelogen habe, ohne von den beiden
Klippen etwas bemerkt zu haben. Er nimmt daher an, dafs dieselben sieh
später, infolge eines vulkanischen Ausbruches, erhoben haben müssen.
0 Nach Jfilfs und Balleer ist in San Jone wohl Trinkwasser zu bekommen, aber dieses
ist mit Kosten und Schwierigkeiten verknüpft. Siehe auch den Bericht von Kapitän Stege (diese
Annalen, 1883, I, pag. 25), nach welchen» jetzt auch Wasser in (ßmmpefieo zu erhalten ist.
s ) S. ..The South American Pilot“, Part. II (1875), pag. 310.