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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Dezember 1882. 
endlich am 29. April unweit 8° S-Br in 107,4° O-Lg in Windstille und Mallung 
über. Außerordentlich schwierig erwies es sich für „Joe Ravers“, bei der sich 
später wieder einstellendeü, aus westlicher Richtung kommenden Mallung der 
Sunda Straße sich zu nähern. Und zwar war es besonders aus dem Grunde so 
schwierig, weil der westliche Zug von starker, in vier Tagen einmal bis zu 
176 Sm anwachsender Ostströmung begleitet war. Der Fortgang des Schiffes 
war hier ein so überaus langsamer, daß, um von 9° 8' S-Br in 104° 19' O-Lg 
nach 6° 40' S-Br in 105° 17' O-Lg zu kommen, um also eine Strecke von etwa 
160 Sm zurückzulegcn, nicht weniger als 16 Tage erforderlich waren. Am 
9. Mai erreichte n Joe Rauere“ endlich die Sunda Straße, und am 21. Mai ankerte 
die Bark auf der Rhede von Singapore. Zur Vollendung der Reise waren 
140 Tage erforderlich gewesen. Die Dauer der Reise bis zur Sunda Straße 
betrug 128 Tage. Während der letzten, im Indischen Ocean verbrachten Zeit 
war: 30° S-Br in 99,2° O-Lg am 12. April, 20° S-Br in 102,7° O-Lg am 
18. April und 10° S-Br in 104,4° O-Lg am 22. April geschnitten worden. 
Am 5. Juni ging „Joe Rauere“ wieder von Singapore aus in See, um 
nach Rangoon zu segeln. Man erreichte diesen Platz am 2. Juli nach 27tägiger 
Reise, uud nachdem das Schiff dort eine Ladung Reis eingenommen hatte, trat 
es am 20. Juli die Rückreise nach dem Kanal an. Am 21. Juli wurde bei 
frischem SW-Monsun die Flußmündung verlassen uud über B. B.-Bug beim 
Winde südwärts gesegelt. Man konnte bei dem von stürmischen Böen begleiteten 
Winde anfangs nur langsamen Fortschritt machen. Am 24. Juli wurde unweit 
14° N-Br in 97° O-Lg eine fast zwei Tage lang anhaltende Windstille beob 
achtet, und wehte der auf diese folgende Modsuu in geringerer Stärke, als wie 
der während der ersten Tage der Reise beobachtete. Dementsprechend wurde 
dann auch der Fortgang des Schiffes ein etwas günstigerer. Man kreuzte 
10° N-Br in 96,5° O-Lg am 28. Juli und gelangte bis zum 8. August in Sicht 
von Pulo Rondo. Nach diesem letzteren Tage herrschte für längere Zeit nur 
eine ganz flaue veränderliche Briese, deren Richtung jedoch vorwiegend eine 
ungünstige war. Dieselbe führte „Joe Rauere“ bis zum 17. August zu der in 
93,8° O-Lg überschrittenen Linie. 
ln südlicher Breite wurde bis nach 2,5° S-Br hin noch leichte veränder 
liche westliche Briese beobachtet. Weiter südwärts trat südöstliche Mallung 
auf, aus welcher sich später der Passat entwickelte. Man betrat dessen Gebiet 
am 20. August in der Nähe von 3,5® S-Br in 93,5° O-Lg. Der in demselben 
anfangs noch schwach und unbeständig auftretende Wind frischte bald zum 
kräftigen, an manchem Tage selbst stürmisch wehenden Winde auf. Die Reise 
nahm dann für längere Zeit einen befriedigenden Verlauf. Derselbe wurde erst 
wieder ein langsamer, nachdem „Joe Rauere“ am 2. September die unweit 
21,6° S-Br und 61° O-Lg liegende polare Passatgrenze erreicht hatte. Der 
ganz schwach gewordene Wind veränderte sich dort zuerst nach NE, und nach 
dem später für kurze Zeit ein leiser Zug aus westlicher Richtung geweht hatte, 
folgte bald wieder ein kräftiger SE-Wind. Ein ähnlicher Vorgang, indem der 
für kurze Zeit ganz schwach gewordene Wiud eiue Drehung nach links um den 
Kompaß ausführte, erfolgte noch einmal wieder, Dachdom die Bark am 8. Sep 
tember nach 25,5° S-Br in 48° O-Lg gelangt war. Auch nach dieser Zeit traten 
wieder längere Zeit anhaltende Ostwinde auf. Nachdem der Wind später aber 
noch einmal, am 14. September in der Nähe von 30° S-Br uud 35° O-Lg, durch 
N gedreht war, hielt er sich länger im westlichen Halbkreise und wehte von 
daher am 17. und 18. September unweit 32,5° S-Br in 29,5° O-Lg stürmisch. 
Bei frischem, am 23. September einsetzendem SE-Winde gelangte „Joe Rauere“ 
noch an demselben Tage in Sicht des Feuers vom Kap Agulhae, und nachdem 
im Atlantischen Ocean später noch wieder an mehreren Tagen Westwinde be 
obachtet worden waren, führte der kräftige, nach SE zurückgekehrte Wind 
die Bark zurück zum Parallel von 30° Süd. Man überschritt denselben am 
27. September in 13,2° O-Lg, nachdem bis dahin 13 Tage südlich von demselben 
zugebracht worden waren. Während der Reise über den Indischen Ocean war 
vom „Joe Rauere“: 10° S-Br in 87° O-Lg am 24. August, 20° S-Br in 66° O-Lg 
am 31. August und 30° S-Br in 35,5° O-Lg am 14. September, ferner 90° O-Lg 
in 8,5° S-Br am 23. August, 60° O-Lg in 21,7° S-Br am 3. September und 
30° O-Lg in 32° S-Br am 16. September geschnitten worden. Am 16. September
	        
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