accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

252

Eingänge  von  meteorologischen  Journalen  etc.,  Dezember  1882.

endlich  am  29.  April  unweit  8°  S-Br  in  107,4°  O-Lg  in  Windstille  und  Mallung
über.  Außerordentlich  schwierig  erwies  es  sich  für  „Joe  Ravers“,  bei  der  sich
später  wieder  einstellendeü,  aus  westlicher  Richtung  kommenden  Mallung  der
Sunda  Straße  sich  zu  nähern.  Und  zwar  war  es  besonders  aus  dem  Grunde  so
schwierig,  weil  der  westliche  Zug  von  starker,  in  vier  Tagen  einmal  bis  zu
176  Sm  anwachsender  Ostströmung  begleitet  war.  Der  Fortgang  des  Schiffes
war  hier  ein  so  überaus  langsamer,  daß,  um  von  9°  8'  S-Br  in  104°  19'  O-Lg
nach  6°  40'  S-Br  in  105°  17'  O-Lg  zu  kommen,  um  also  eine  Strecke  von  etwa
160  Sm  zurückzulegcn,  nicht  weniger  als  16  Tage  erforderlich  waren.  Am
9.  Mai  erreichte  n Joe  Rauere“  endlich  die  Sunda  Straße,  und  am  21.  Mai  ankerte
die  Bark  auf  der  Rhede  von  Singapore.  Zur  Vollendung  der  Reise  waren
140  Tage  erforderlich  gewesen.  Die  Dauer  der  Reise  bis  zur  Sunda  Straße
betrug  128  Tage.  Während  der  letzten,  im  Indischen  Ocean  verbrachten  Zeit
war:  30°  S-Br  in  99,2°  O-Lg  am  12.  April,  20°  S-Br  in  102,7°  O-Lg  am
18.  April  und  10°  S-Br  in  104,4°  O-Lg  am  22.  April  geschnitten  worden.
Am  5.  Juni  ging  „Joe  Rauere“  wieder  von  Singapore  aus  in  See,  um
nach  Rangoon  zu  segeln.  Man  erreichte  diesen  Platz  am  2.  Juli  nach  27tägiger
Reise,  uud  nachdem  das  Schiff  dort  eine  Ladung  Reis  eingenommen  hatte,  trat
es  am  20.  Juli  die  Rückreise  nach  dem  Kanal  an.  Am  21.  Juli  wurde  bei
frischem  SW-Monsun  die  Flußmündung  verlassen  uud  über  B.  B.-Bug  beim
Winde  südwärts  gesegelt.  Man  konnte  bei  dem  von  stürmischen  Böen  begleiteten
Winde  anfangs  nur  langsamen  Fortschritt  machen.  Am  24.  Juli  wurde  unweit
14°  N-Br  in  97°  O-Lg  eine  fast  zwei  Tage  lang  anhaltende  Windstille  beobachtet, ­
  und  wehte  der  auf  diese  folgende  Modsuu  in  geringerer  Stärke,  als  wie
der  während  der  ersten  Tage  der  Reise  beobachtete.  Dementsprechend  wurde
dann  auch  der  Fortgang  des  Schiffes  ein  etwas  günstigerer.  Man  kreuzte
10°  N-Br  in  96,5°  O-Lg  am  28.  Juli  und  gelangte  bis  zum  8.  August  in  Sicht
von  Pulo  Rondo.  Nach  diesem  letzteren  Tage  herrschte  für  längere  Zeit  nur
eine  ganz  flaue  veränderliche  Briese,  deren  Richtung  jedoch  vorwiegend  eine
ungünstige  war.  Dieselbe  führte  „Joe  Rauere“  bis  zum  17.  August  zu  der  in
93,8°  O-Lg  überschrittenen  Linie.
ln  südlicher  Breite  wurde  bis  nach  2,5°  S-Br  hin  noch  leichte  veränderliche ­
  westliche  Briese  beobachtet.  Weiter  südwärts  trat  südöstliche  Mallung
auf,  aus  welcher  sich  später  der  Passat  entwickelte.  Man  betrat  dessen  Gebiet
am  20.  August  in  der  Nähe  von  3,5®  S-Br  in  93,5°  O-Lg.  Der  in  demselben
anfangs  noch  schwach  und  unbeständig  auftretende  Wind  frischte  bald  zum
kräftigen,  an  manchem  Tage  selbst  stürmisch  wehenden  Winde  auf.  Die  Reise
nahm  dann  für  längere  Zeit  einen  befriedigenden  Verlauf.  Derselbe  wurde  erst
wieder  ein  langsamer,  nachdem  „Joe  Rauere“  am  2.  September  die  unweit
21,6°  S-Br  und  61°  O-Lg  liegende  polare  Passatgrenze  erreicht  hatte.  Der
ganz  schwach  gewordene  Wind  veränderte  sich  dort  zuerst  nach  NE,  und  nachdem ­
  später  für  kurze  Zeit  ein  leiser  Zug  aus  westlicher  Richtung  geweht  hatte,
folgte  bald  wieder  ein  kräftiger  SE-Wind.  Ein  ähnlicher  Vorgang,  indem  der
für  kurze  Zeit  ganz  schwach  gewordene  Wiud  eiue  Drehung  nach  links  um  den
Kompaß  ausführte,  erfolgte  noch  einmal  wieder,  Dachdom  die  Bark  am  8.  September ­
  nach  25,5°  S-Br  in  48°  O-Lg  gelangt  war.  Auch  nach  dieser  Zeit  traten
wieder  längere  Zeit  anhaltende  Ostwinde  auf.  Nachdem  der  Wind  später  aber
noch  einmal,  am  14.  September  in  der  Nähe  von  30°  S-Br  uud  35°  O-Lg,  durch
N  gedreht  war,  hielt  er  sich  länger  im  westlichen  Halbkreise  und  wehte  von
daher  am  17.  und  18.  September  unweit  32,5°  S-Br  in  29,5°  O-Lg  stürmisch.
Bei  frischem,  am  23.  September  einsetzendem  SE-Winde  gelangte  „Joe  Rauere“
noch  an  demselben  Tage  in  Sicht  des  Feuers  vom  Kap  Agulhae,  und  nachdem
im  Atlantischen  Ocean  später  noch  wieder  an  mehreren  Tagen  Westwinde  beobachtet ­
  worden  waren,  führte  der  kräftige,  nach  SE  zurückgekehrte  Wind
die  Bark  zurück  zum  Parallel  von  30°  Süd.  Man  überschritt  denselben  am
27.  September  in  13,2°  O-Lg,  nachdem  bis  dahin  13  Tage  südlich  von  demselben
zugebracht  worden  waren.  Während  der  Reise  über  den  Indischen  Ocean  war
vom  „Joe  Rauere“:  10°  S-Br  in  87°  O-Lg  am  24.  August,  20°  S-Br  in  66°  O-Lg
am  31.  August  und  30°  S-Br  in  35,5°  O-Lg  am  14.  September,  ferner  90°  O-Lg
in  8,5°  S-Br  am  23.  August,  60°  O-Lg  in  21,7°  S-Br  am  3.  September  und
30°  O-Lg  in  32°  S-Br  am  16.  September  geschnitten  worden.  Am  16.  September
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.