Kegeln fiir Behandlung von Chronometern.
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zwar dicht hei uud rechts von der horizontalen Lamelle derselben, an einander
gegenüber liegenden Stellen. Man vermeide dabei, die Korrektionsschraubeu
mit den Keilcken zu berühren.
Chronometer sind häufig erheblich beschädigt worden, weil die Unruhe
von unerfahrenen Personen gekorkt war. Solche Beschädigungen können beim
Gebrauch von altem Kork entstehen, der mit Säure getränkt ist, wodurch sich
Rost an den Stahltheilen der Unruhe bildet, oder durch so starkes Unter-
schieben von dicken Stücken Kork unter die freisehwebenden Enden der
Unruhereifen, dafs dadurch diese und manchmal die Zapfen der Uuruhewello
verbogen werden. Es ist deshalb rathsam, wenn irgend möglich, Chronometer
für den Transport durch Chronometer-Macher herrichten zu lassen. In Fällen,
wo ein solcher nicht zu erhalten ist, kann es von anderen geschickten Personen
bei sorgfältiger Beobachtung obiger Vorsichtsmafsregela geschehen.
Wichtig ist, dafs die dünnen Korkkeilehen nicht unter das freischwebende
Ende der Reifen, sondern dicht bei der Lamelle derselben uud nur so fest ge
schoben werden, dafs sie dort eben haften und die Unruhe festhalten, ohne
einen starken Druck gegen die Reifen oder gegen die Wellenzapfen auszuübeu,
welche einen Durchmesser von nur 0,0045 Zoll (ca 0,1 mm) haben.
Für den Transport sollte man Chronometer nicht wie gewöhnliche Waare
in eine Kiste packen, sondern sie in ihren Transportkästen verschicken und
mit der Aufschrift versehen: „Chronometer, mit Sorgfalt am Riemen zu tragen“.
Auf diese Weise werden sie von den expressen Boten mit einem gewissen Grad
von Sorgfalt behandelt, da der Charakter der Instrumente ersichtlich ist. Unsere
Erfahrung geht dahin, dafs dieselben, wie gewöhnliche Waare verpackt und zu
Lande transportirt, infolge roher Behandlung unabänderlich beschädigt an
komm eu.
8. Sind Chronometer über Land verschickt, mit gekorkter Unruhe oder
auf andere Weise, so sollte deren Gang aufs neue vor dem Gebrauch auf
See bestimmt werden. In Fällen, wo nicht Zeit ist, den Stand und Gang
vor dem in See Gehen aufs neue festzustelleu, können die Chronometer gehend
mit nur geringer Wahrscheinlichkeit einer Gang- und Standänderung, wie folgt,
transportirt werdeu: Man schraube die vordere Hängeschraube aus dem Auf
hängungsring, nehme alsdann das Gehäuse heraus, schlage es in grofse Bogen
weiehen Papiers ein, setze es, mit dem Zifferblatt nach oben, in einen vier
eckigen Korb, so weit wie möglich von dessen Mittelpunkt entfernt, und um
gebe es mit weicher Baumwolle oder Haarpackung. Den Korb schicke man
durch einen besonderen Boten, der ihn am Henkel zu tragen hat. Die Kästen
und Ringe der Chronometer können auf andero Weise fortgebracht werdeu.
Chronometer, welche gehend auf diese Weise transportirt werden, sind wegen
der Leichtigkeit und Elasticität des Korbes und der Verpackung nicht so sehr
Stöfsen beim Transport ausgesetzt; auch sind die Unruhen einem Üeberschwingcn
nicht unterworfen, da sie sich nicht in der Vertikalaxe des Korbes befinden.
Kompensation für Temperatur und die Fehler der gewöhnlichen
und anderer Kompensations-Unruhen.
Jedes Chronometer mit gewöhnlicher Unruhe wird bei einer bestimmten
Temperatur am meisten gewinnen oder am wenigsten verlieren, oder mit anderen
Worten, es wird bei dieser Temperatur am schnellsten gehen.
Die von uns gefertigten und in der Marine der Vereinigten Staaten ver
wendeten Chronometer sind so kompensirt, dafs sie bei einer Temperatur von
ungefähr 70° F. (21,1° C.) am meisten gewinnen; diese Temperatur wird bei
gut gearbeiteten Chronometern nicht 5° (2,8° C.) variiren.
In einigen wenigen Fällen mag der schnellste Gang zwischen 65° uud
70° (18,3°—21,1° C.) eintreten, aber selten oder nie bei einer Temperatur über
72° F. (22,2° C.). Die durchschnittliche Temperaturkorrektion beträgt 0,0025 Sek.,
multiplicirt mit dem Quadrat der Differenz zwischen der augenblicklichen und
der Temperatur, bei welcher das Chronometer am schnellsten geht; ist diese
Differenz t, so beträgt die Korrektion = — 0,0025 4i Sek.
Ein solches Chronometer mit einem Gange von -f- 1 Sek. bei 70° F.
(21,1° C.) würde der Theorie nach die folgenden Gänge bei anderen Tempera
turen über oder unter 70° (21,1® C.) zeigen: