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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Kegeln fiir Behandlung von Chronometern. 
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zwar dicht hei uud rechts von der horizontalen Lamelle derselben, an einander 
gegenüber liegenden Stellen. Man vermeide dabei, die Korrektionsschraubeu 
mit den Keilcken zu berühren. 
Chronometer sind häufig erheblich beschädigt worden, weil die Unruhe 
von unerfahrenen Personen gekorkt war. Solche Beschädigungen können beim 
Gebrauch von altem Kork entstehen, der mit Säure getränkt ist, wodurch sich 
Rost an den Stahltheilen der Unruhe bildet, oder durch so starkes Unter- 
schieben von dicken Stücken Kork unter die freisehwebenden Enden der 
Unruhereifen, dafs dadurch diese und manchmal die Zapfen der Uuruhewello 
verbogen werden. Es ist deshalb rathsam, wenn irgend möglich, Chronometer 
für den Transport durch Chronometer-Macher herrichten zu lassen. In Fällen, 
wo ein solcher nicht zu erhalten ist, kann es von anderen geschickten Personen 
bei sorgfältiger Beobachtung obiger Vorsichtsmafsregela geschehen. 
Wichtig ist, dafs die dünnen Korkkeilehen nicht unter das freischwebende 
Ende der Reifen, sondern dicht bei der Lamelle derselben uud nur so fest ge 
schoben werden, dafs sie dort eben haften und die Unruhe festhalten, ohne 
einen starken Druck gegen die Reifen oder gegen die Wellenzapfen auszuübeu, 
welche einen Durchmesser von nur 0,0045 Zoll (ca 0,1 mm) haben. 
Für den Transport sollte man Chronometer nicht wie gewöhnliche Waare 
in eine Kiste packen, sondern sie in ihren Transportkästen verschicken und 
mit der Aufschrift versehen: „Chronometer, mit Sorgfalt am Riemen zu tragen“. 
Auf diese Weise werden sie von den expressen Boten mit einem gewissen Grad 
von Sorgfalt behandelt, da der Charakter der Instrumente ersichtlich ist. Unsere 
Erfahrung geht dahin, dafs dieselben, wie gewöhnliche Waare verpackt und zu 
Lande transportirt, infolge roher Behandlung unabänderlich beschädigt an 
komm eu. 
8. Sind Chronometer über Land verschickt, mit gekorkter Unruhe oder 
auf andere Weise, so sollte deren Gang aufs neue vor dem Gebrauch auf 
See bestimmt werden. In Fällen, wo nicht Zeit ist, den Stand und Gang 
vor dem in See Gehen aufs neue festzustelleu, können die Chronometer gehend 
mit nur geringer Wahrscheinlichkeit einer Gang- und Standänderung, wie folgt, 
transportirt werdeu: Man schraube die vordere Hängeschraube aus dem Auf 
hängungsring, nehme alsdann das Gehäuse heraus, schlage es in grofse Bogen 
weiehen Papiers ein, setze es, mit dem Zifferblatt nach oben, in einen vier 
eckigen Korb, so weit wie möglich von dessen Mittelpunkt entfernt, und um 
gebe es mit weicher Baumwolle oder Haarpackung. Den Korb schicke man 
durch einen besonderen Boten, der ihn am Henkel zu tragen hat. Die Kästen 
und Ringe der Chronometer können auf andero Weise fortgebracht werdeu. 
Chronometer, welche gehend auf diese Weise transportirt werden, sind wegen 
der Leichtigkeit und Elasticität des Korbes und der Verpackung nicht so sehr 
Stöfsen beim Transport ausgesetzt; auch sind die Unruhen einem Üeberschwingcn 
nicht unterworfen, da sie sich nicht in der Vertikalaxe des Korbes befinden. 
Kompensation für Temperatur und die Fehler der gewöhnlichen 
und anderer Kompensations-Unruhen. 
Jedes Chronometer mit gewöhnlicher Unruhe wird bei einer bestimmten 
Temperatur am meisten gewinnen oder am wenigsten verlieren, oder mit anderen 
Worten, es wird bei dieser Temperatur am schnellsten gehen. 
Die von uns gefertigten und in der Marine der Vereinigten Staaten ver 
wendeten Chronometer sind so kompensirt, dafs sie bei einer Temperatur von 
ungefähr 70° F. (21,1° C.) am meisten gewinnen; diese Temperatur wird bei 
gut gearbeiteten Chronometern nicht 5° (2,8° C.) variiren. 
In einigen wenigen Fällen mag der schnellste Gang zwischen 65° uud 
70° (18,3°—21,1° C.) eintreten, aber selten oder nie bei einer Temperatur über 
72° F. (22,2° C.). Die durchschnittliche Temperaturkorrektion beträgt 0,0025 Sek., 
multiplicirt mit dem Quadrat der Differenz zwischen der augenblicklichen und 
der Temperatur, bei welcher das Chronometer am schnellsten geht; ist diese 
Differenz t, so beträgt die Korrektion = — 0,0025 4i Sek. 
Ein solches Chronometer mit einem Gange von -f- 1 Sek. bei 70° F. 
(21,1° C.) würde der Theorie nach die folgenden Gänge bei anderen Tempera 
turen über oder unter 70° (21,1® C.) zeigen:
	        
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