Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Dezember 18S2.
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von diesem Meridian verbracht wurde, veränderte sich der Wiud von W durch
N nach NE, um sich dann längere Zeit im letzteren Quadranten zu halten.
„ Wilhelm“ traf erst wieder westliche Winde an, nachdem man am 12. Oktober
nördlich von 40° S-Br gekommen war. Dieselben wehten später jedoch nur
in geringer Stärke; infolge dessen nahm die Zurücklegung des Weges zum
Passate unverhältnifsmäfsig lange Zeit in Anspruch. Indem sich der leichte
Wind am 28. Oktober, unweit 25° S-Br in 110° O-Lg, von SW durch S nach
SE veränderte, entstand aus demselben der Passat. Der Luftdruck betrug dort
763,6 mm. Im Passatgebiete selbst fand „ Wilhelm'* bis nach 19,5° Süd recht
kräftigen Wind, während nördlich von dieser Breite nur ein flauer Passat
beobachtet wurde. Bei ganz schwachem SE-Winde gelangte „ Wilhelm“ am
5. November in Sicht der Küste von Sumhava. In der Nähe des Landes
beobachtete man während Windstille einen otvva 1 Sm starken Weststrom. Am
7. November durchsegelte „ Wilhelm“ bei leichtem SW-Winde die ^¿/«s-Strafse,
ohne in derselben merklichen Strom anzutreffen. In der Sund а ■ Sec gab
Kapitain WilmseD, befürchtend, dafs ein Versuch, die Makauar-Strafso zu
durchsegeln, der späten Jahreszeit wegen nicht mehr rathsam sei, seine dahin
zielende ursprüngliche Absicht auf und liefs für die Salayer-Strafse steuern.
Man durchsegelte diese letztere am 11. November bei leichter Briese aus SE
und versuchte dann, nachdem dieses geschehen, in der Molukken-See nach Norden
hin fortzuschreiten. Bei dort angetroffener, meist aus östlicher Richtung
kommeirder leichter Mallung geschah das aber nur in überaus langsamer Weise.
Nachdem mau nördlich von 3° S-Br gekommen war, wehte der flaue veränderliche
Zug meistens aus westlicher Richtung und gewährte dem Schiffe eine etwas
günstigere Gelegenheit. Am 5. Dezember überschritt „ Wilhelm“ bei leichtem
Westwinde den Aequator in 129° O-Lg. In nördlicher Breite endeten die dort
an zwei Tagen in ziemlicher Frische wehenden Westwinde am 10. Dezember,
in der Nähe von 3,8° N-Br und 132° O-Lg in Stille. Und auf diese folgte,
nachdem sie 24 Stunden angchalteu hatte, endlich der NE-Monsun, mit
dessen Eintreffen die Schwierigkeiten der Reise ihr Ende erreichten. Anfänglich
nur in geringer Stärke wehend, wurde derselbe am 13. Dezember kräftiger und
trat vom 11. Dezember an stürmisch auf. Man überschritt bei demselben:
5° N-Br in 132° O-Lg am 11. Dezember, 10° N-Br in 131° O-Lg am
14. Dezember und 15° N-Br in 129° O-Lg am 16. Dezember. Am 19. Dezember
passirte „ Wilhelm“ den Balinytan-Kanal und am 22. November wurde auf der
Rhede von Hongkong geankert. Die Reise war in 126 Tagen vollendet worden.
Während des letzten im Indischen Ocean zurück gelegten Reisoabsclmittes hatte
das Schiff: 30° S-Br in 109,2° O-Lg am 25. Oktober, 20° S-Br in 112,4° O-Lg
am 30. Oktober und 10° S-Br in 117° O-Lg am 4. November überschritten.
Von Hongkong aus versegelte „ Wilhelm“ am 25. Januar 1882 nach
Manila. Man trat diese Reise bei frischem NE-Monsune an und legte bei
demselben auch den gröfsten Theil des Weges zurück. Als das Schiff am
28. Januar nach 17,2° N-Br in 119,3° O-Lg gekommen war, ging der Monsun
in leichte Mallung über, die zunächst noch aus östlicher, später in der Nähe
der Küste von L«fon, aus nordwestlicher Richtung vorherrschte. Bei letzterer
gelangte „ Wilhelm“ am 31. Januar in Sicht des Feuers von C'orregidor. Am
2. Februar wurde auf der Rhede von Manila geankert.
Nachdem „ Wilhelm“ in Manila eine aus 950 Tons Zucker und 722 Tons
Hanf bestehende Ladung eingenommen hatte, ging derselbe am 6. April wieder
in See, um nach London zu segeln. Der in mäfsiger Stärke wehende Nordost-
monsun führte das Schiff bis zum 11. April nach 11,2° N-Br in 113,5° O-Lg.
Unweit dieses Punktes veränderte sich der Wind durch N nach W, ohne dabei
an Stärke abzunehmen, und vollendete er dann im Laufe der nächsten Tage
eine volle Drohung nach links. Am 14. April hatte unweit 9° N-Br in
111,5° O-Lg der Wind wieder den nordöstlichen Quadranten erreicht. Bei
südlich von 2° N-Br auftretendem, wiederholt von Stillen unterbrochenem,
leichtem, veränderlichem Zuge überschritt „ Wilhelm“ am 21. April den Aequator
in 118,3° O-Lg. Auf dem Wege zu diesem Punkte war: 10° N-Br in 112,2° O-Lg
am 12. April und 5° N-Br in 110,4° O-Lg am 16. April gekreuzt worden.
Bei frischem, während mehrerer Wachen sogar heftig auftretendem
NW-Winde durchsegelte „Wilhelm“ am 24. April die Qaapar-Strafse. Nach-
Ann. <3. Hyclr. etc.» 1883, Heft IV. "j