240
Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Dezember 1882.
Die Reise war in 144 Tagen vollendet worden. In nördlicher Breite im Grofsen
Ocean hatte man 19 Tage verbracht, und dort: 10° N-Br in 133,3° W-Lg am
14. Juli und 20° N-Br in 149° W-Lg am 22. Juli überschritten. Die Temperatur
des Meeres, welche „ Adolph“ in der Nähe von 4° S-Br gleich 25,5° C. gemessen
hatte, betrug in der Nähe der Linie nur 23° C. und stieg in nördlicher Breite
wieder bis auf 27,5° C. Dieser letztere Betrag wurde unweit 5° N-Br beob
achtet. Im Stillengürtel wurde von Kapt. Koppel mann ein sehr kabbeliger
Zustand der an und für sich aufsergewöhulich schlichten Meeresoberfläche be
merkt. Die ganz niedrigen Wellen brachen sich anscheinend ohne Grund, d. h.
nicht von dem zur Zeit herrschenden Winde dazu getrieben, schnell auf einander
folgend und mit unvorhältnifsmäfsig starkem Geräusche. Diese ungewöhnliche,
dem Seemann sogleich auffallende Thatsacke ist hier wiederholt auch von
anderen Schiffen beobachtet worden, ebenso wie die grünliche Farbe des
Meeres, welche von der tiefblauen Färbung des Oceans im Passat so auffällig
abweicht. Unweit 10,5° N-Br sah Kapt. Koppelmann eine ziemlich grofse
Schildkröte in der Nähe des Schiffes treiben.
12. Reise der eisernen Elsfletlier Bark „Frank Wilson“, Kapt. C. Meyer.
Die auf einer Reise von Hamburg nach Sydney begriffene Bark „Frank
Wilson“ verliefs am 19. Juli 1881 die Mündung des Kanals. An demselben
Tage überschritt die von Cardiff nach Bahia bestimmte, eiserne Bremer Bark
„Capelia“ den Parallel von 50° Nord. Bei den im Reiseauszuge des letzteren
Schiffes schon erwähnten Verhältnissen legte dann auch „Frank Wilson“ den
gröfsten Theil des Weges zur Linie zurück; 40° N-Br wurde in 14,5° W-Lg
am 25. Juli, 30° N-Br in 22,4° W-Lg am 31. August, 20° N-Br in 25,4° W-Lg
am 5. September, 10° N-Br in 24° W-Lg am 13. September und der Aequator
in 23,3° W-Lg am 25. September erreicht. „Capelia“ war zum Aequator in
17,4° W-Lg am 23, August gelangt. Am 15. August mittags war „Frank
Wilson's“ Standort in 7,3° N-Br und 21,7° W-Lg gewesen, während sich gleich
zeitig „Capelia“ in 7° N-Br und 18,1° W-Lg befunden hatte. „Frank Wilson“
erreichte als östlichsten Punkt 16,0° W-Lg in 4,8° N-Br am 20. August, und
„Capelia“ 15° W-Lg in 2,5° N-Br am 21. August. Fast gleichzeitig mit „Capelia“
und nahezu in Sicht von derselben war das Bremer, nach Hongkong bestimmte
Vollschiff „Wilhelm“ von der nördlichen zur südlichen Halbkugel übergegangen.
Dasselbe hatte 50° N-Br ebenfalls am 19. Juli verlassen und sich am 15. August
in 7,2° N-Br und 22,7° W-Lg befunden.
Im Südatlantischen Ocean wurde „Frank Wilson“ bis nach 23,5° S-Br
in 31,5° W-Lg vom Passate begleitet. Unweit dieses Punktes lief der Wind
am 7. September nordöstlich, dadurch die polare Grenze des Passatgebietes
andeutend. Der Luftdruck, welcher unweit 22° S-Br 770,5mm betragen hatte,
zeigte dort einen Stand von 767,0mm. Nachdem später der Wind eine in
unregelmäfsiger Weise erfolgende Drehung nach links ausgefuhrt und wieder
für einige Zeit aus südöstlicher Richtung geweht hatte, erreichte das Barometer
in der Nähe von 26° S-Br und 30° W-Lg einen höchsten Stand von 772,2 mm.
Südlich von 27,5° S-Br hielt sich der zum zweiten Male durch N gedrehte
Wind dauernd im westlichen Halbkreise, die Bark bis zum 25. September zu
dem in 40° S-Br überschrittenen ersten Meridian führend. „Frank Wilson“
hatte die zwischen Aequator und diesem Punkte liegende Strecke in 31 Tagen
durchsegelt und auf derselben: 10° S-Br in 27° W-Lg am 31. August, 20° S-Br
in 31,4° W-Lg am 5. September und 30° S-Br in 26,7° W-Lg am 13. Septomber
gekreuzt. Am 21. September hatte „Frank Wilson“ sich in Sicht von der Insel
Tristan da Cunha befunden. Der Mitsegler „Wilhelm“ war nach 41° S-Br und
0° Länge am 15. September gelangt.
Während der Zeit, in welcher die erforderliche Länge zurückgelegt
wurde, hielt „Frank Wilson“ sich zunächst in der Nähe von 42° S-Br; später
suchte Kapt. Meyer jedoch wieder eine niedrigere Breite auf, und segelte die
Bark dann in der Nähe vom 39. Parallel ostwärts. Die angetroffenen Winde
kamen fast nur aus westlicher Richtung und waren nicht stürmisch. Am
5. November wurde die Ba/s - Strafse erreicht; nachdem man dieselbe bei
frischem SW-Winde durchsegelt hatte, traf die Bark östlich von derselben am
8. November, in der Nähe von 38,4° S-Br und 149,3° O-Lg, leichten NE-Wind