Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Dezember 1882.
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der Verlauf der Reise wieder ein langsamerer. Man mufste später den ganzen
noch übrigen Theil der Reise bei hoch nördlichen Winden zurücklegen und
konnte erst am 25. Dezember einen sicheren Ankerplatz in der Nähe de3
Bestimmungshafens erreichen. Zur Vollendung der Reise waren 183 Tage
erforderlich gewesen, und von dieser Zeit waren nicht weniger als 73 Tage
nördlich von der Mf/«s-Strafse verbracht worden. Oestlich von 80° O-Lg hatte
das Schiff: 30° S-Br in 108,6° O-Lg am 1. Oktober, 20° S-Br in 113° O-Lg
am 6. Oktober und 10° S-Br in 116° O-Lg am 12. Oktober; ferner 5° N-Br
in 135,3° O-Lg am 3. Dezember, 10° N-Br in 131,8° O-Lg am 6. Dezember,
15° N-Br in 129,5° O-Lg am 8. Dezember, 20° N-Br in 128,4° O-Lg am
10. Dezember, 25° N-Br in 126° O-Lg am 13. Dezember und 30° N-Br in
126,5° O-Lg am 21. Dezember überschritten.
Am 23. April, an welchem Tage „Dons“ Manila verliefs und eine Reise
nach New-York antrat, wurde die Führung des meteorologischen Journals
wieder begonnen. Man traf jetzt in der China See ganz flaue, oft auch von
Windstille unterbrochene Mallung an, und konnte infolge dessen dort nur in
sehr langsamer Weise vorrücken. Das Schiff kreuzte: 10° N-Br in 177,8° O-Lg
am 29. April, 5° N-Br in 113,5° O-Lg am 10. Mai und den Aequator in
108° O-Lg am 26. Mai. Am 1. Juni befand sich „Daris“ in der Nähe der
Gas/mr-Insel, und am 7. Juni wurde auf der Rhede von Anjer geankert. Da
während der folgenden Tage der frische Wind aus ungünstiger Richtung wehte,
und die Strömung stark nach NE setzte, mufste „Dom“ bis zum 14. Juni auf
dem Ankerplätze liegen bleiben. An diesem Tage ging das Schiff wieder unter
Segel und erreichte es noch an demselben Tage den Ausgang der Strafse. Im
Indischen Ocean wurden während der ersten Tage noch leichte unbeständige,
südliche und östliche Winde beobachtet, die anhielteu bis sie am 17. Juni durch
den in der Nähe von 8° S-Br in 101,5° O-Lg durchkommenden, rcgelmäfsigen
Passat verdrängt wurden. Bei demselben nahm die Fahrt für längere Zeit einen
raschen Verlauf. Als „Dom“ am 25. Juni nach 20,5° S-Br in 73,5° O-Lg
gelangt war, wurde der Wind ganz flau, und nachdem er am nächsten Tage eine
Drehung nach links um den Kompafs ausgefuhrt hatte, wehte er wieder für fast
eine Woche aus östlicher Richtung. Am 5. Juli erfolgte unweit 28° S-Br in
48° O-Lg noch einmal eine ähnliche Drehung des Windes, die diesmal von
Gewitter und regnerischem Wetter begleitet war. Später wurden noch mehrere
ähnliche aber sehr unregelraäfsig verlaufende Drehungen beobachtet, bis sich
endlich, nachdem man am 16. Juli westlich von 27° O-Lg gelangt war, an
haltender Westwind einstellte. Derselbe trat an einem Tage stürmisch auf und
endete am 20. Juli in Stille. Als diese letztere einen Tag lang augehalten
hatte, folgte auf sie ein leichter Südwind, der sich bald nach SE veränderte
und an Stärke zunahm. Bei diesem frischen SE-Winde konnte „Dom“ am
22. Juli die Länge der Kapstadt, und bei kräftigem Südwinde in 12° O-Lg am
25. Juli den Parallel von 30° Süd überschreiten. Das Schiff hatte südlich von
dem letzteren 14 Tage zugebracht, und auf der Fahrt über den Indischen Ocean:
10° S-Br in 95,5° O-Lg am 19. Juni, 20° S-Br in 74,5° O-Lg am 25. Juni und
30° S-Br in 35° O-Lg am 11. Juli, ferner 90° O-Lg in 12,4° S-Br am 21. Juni,
60° O-Lg in 23,5° S-Br am 1. Juli und 30° O-Lg in 33,3° S-Br am 15. Juli
gekreuzt.
Der frische Südwind, bei welchem „Dom“ wieder nördlich von 30° S-Br
geführt wurde, ging nicht direkt in den Passat über. Da derselbe sich jedoch
nur für kurze Zeit nach SW veränderte, konnte man doch in befriedigend
rascher Weise nach Norden vorrückeu, und indem er am 28. Juli, in der Nähe
von 24° S-Br in 4° O-Lg, durch S nach SSE zurücklief, entstand aus ihm der
Passat. Dieser anfänglich recht kräftige Wind verlor seine Stärke, nachdem
man nördlich von 17° S-Br gelangt war, und wehte später au mehreren Tagen
nur in flauer, unbeständiger Weise. Nachdem „Dorfs“ 12° S-Br überschritten
hatte, frischte der Passat wieder etwas auf, in dieser Weise anhaltend bis am
17. August der Aequator iu 34,5° W-Lg überschritten wurde. „Dorfs“ brauchte
um zu demselben von 30° S-Br her zu gelangen, 23 Tage. 20° S-Br hatte man
in 0,2° W-Lg am 31. Juli und 10° S-Br in 20° W-Lg am 10. August gekreuzt.
In nördlicher Breite ging der SE-Passat direkt iu den westlichen Monsun
über. Nachdem dieser, von starker Ostströmung begleitete, Wind das Schiff