accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

234 
Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Dezember J882. 
durch S nach SE; südlich von diesem Punkte herrschten daun längere Zeit 
anhaltende, jedoch wenig beständige Ostwinde. Die Reise nahm, da durch- 
stcheudo Westwinde sich gar nicht einstellen wollten, nur einen sehr langsamen 
Verlauf. „Jason“ traf damals annähernd dieselben ungünstigen Verhältnisse, 
wie sie in den Reiseberichten mehrerer Mitsegler, z. B. der Bark „Triton“, 
schon hervorgehoben worden sind. Am 15. April, als „Jason“ in 40,9° S-Br 
und 158,3° W-Lg stand, befand sieh „Triton“ in 43,5° S-Br und 137,3° W-Lg, 
und als am 9. Mai diese letztere Bark unweit 54,5° S-Br in 102° W-Lg einen 
heftigen, von Hagel- und Schneeböou begleiteten Weststurm überstand, segelte 
„Jason“ in 52,5° S-Br und 109° W-Lg auch bei stürmischem Westwinde. Das 
Barometer, welches bei „Triton“ auf 730,5 mm sank, erreichte bei „Jason“ einen 
tiefsten Stand von 734,1 mm. Bei dieser letzteren Bark leuchtoten während 
des Sturmes die St. Elmsfeuer auf allen Mastspitzen; auch beobachtete dieselbe 
am 16. Mai, in der Nähe von 56,5° S-Br uud 79° W-Lg, mehrere Blitze. Am 
21. Mai, einen Tag später als „Triton“, überschritt „Jason“ dio Länge des 
Kap Horn. Der 21. Mai war der 52. bis dahin auf See verbrachte Tag. 
Während dieser Zeit hatte man: 30° S-Br in 166,5° W-Lg am 8. April, 40° S-Br 
in 159° W-Lg am 14. April und 50° S-Br in 146° W-Lg am 24. April; ferner 
150° W-Lg in 48,5° S-Br am 23. April, 120° W-Lg in 52° S-Br am 7. Mai 
uud 90° W-Lg in 54,5° S-Br am 13. Mai gekreuzt. 
Im Südatlantischen Ocean fand „Jason“ auch annähernd dieselben Ver 
hältnisse, wie sie bei „Triton“ schon berichtet worden sind. Die hölzerne Bark 
erwies sich hier den eisernen Mitseglern an Schnelligkeit überlegen und gewann, 
anscheinend nur aus diesem Grunde, einen Vorsprung. „Jason“ kreuzte: 50° S-Br 
in 52,7° W-Lg am 29. Mai, 40° S-Br in 37,4° W-Lg am 5. Juni, 30° S-Br in 
30,3° W-Lg am 11. Juni, 20° S-Br in 29,4° W-Lg am 18. Juni und 10° S-Br 
in 26,3° W-Lg am 22. Juni. Die polare Passatgrenzo, iu deren Nähe ein höchster 
Luftdruck von 766,2mm beobachtet wurde, überschritt „Jason“ am 19. Juni, und 
den Aequator in 27,1° W-Lg am 26. Juni. Die zwischen Kap Horn und letzterem 
Punkte liegende Strecke war in 36 Tagen zurückgelegt worden. „Triton“ ge 
laugte zur Linie in 28,5° W-Lg am 28. Juni. „Jason“, welcher im Südatlantischen 
Ocean ebenso wie es während der letzten im Stillen Ocean verbrachten Zeit 
der Pall gewesen war, häufige Hagel- und Schneeböen beobachtete, fand auch 
dort in zwei Fällen, dafs dieselben von elektrischen Erscheinungen begleitet 
waren. Am 3. Juni traf man in 43° S-Br und 43° W-Lg heftige, von Blitz 
begleitete Hagelböen an; und als am 5. Juni in der Nähe von 40° S-Br und 
38° W-Lg wieder heftige Hagelböen auftraten, leuchtete das St. Elmsfeuer auf 
allen Toppen und Raanocken, während es gleichzeitig donnerte und blitzte. 
In nördlicher Breite wurde „Jason“ bis nach 7,5° N-Br in 25,8° W-Lg 
vom SE-Passate begleitet. Unweit dieses Punktes gerieth die Bark am 
30. Juni in den Stillengürtel, dessen Ueberschreituug bei der darin augetroffenen 
leichten östlichen Mallung zwei Tage erforderte. In etwa 8,8° N-Br und 
26° W-Lg wurde der NE-Passat wieder erreicht, der später nur in sehr 
unbeständiger Weise auftrat, und dessen Gebiet sich bis nach 30,5° N-Br in 
36° W-Lg ausdehnte. In geringer Entfernung von diesem Punkte, wo das 
Barometer einen höchsten Stand von 770 mm anzeigte, sank der sich gleich 
zeitig nach SE verändernde Wind zum ganz leisen Zuge herab. Nördlich vom 
Passatgebiete wurde noch für eine ganz ungewöhnlich lange Zeit ganz leichter 
unbeständiger Ostwind beobachtet. Die Reise erlitt hierdurch eine ganz bedeutende 
Verzögerung, und erst nachdem sich am 11. August unweit 40° N-Br in 20° W-Lg 
leichter Westwind eingestellt hatte, nahm die Reise einen etwas rascheren 
Verlauf. Am 15. August erreichte „Jason“ die Mündung des Tajo. Die Reise 
war in 138 Tagen vollendet worden. In nördlicher Breite waren 50 Tage 
zugebracht; es wurde: 10° N-Br in 27,5° W-Lg am 3. Juli, 20° N-Br in 
33,8° W-Lg am 10. Juli, 30° N-Br in 36,5° W-Lg am 17. Juli und 40° N-Br iu 
28,5° W-Lg am 1. August gekreuzt. „Triton“ gelangte nach Queenstown am 
14. August. 
7. Reise des Bremer Vollscliiffes „Doris“, Kapt. <}. P. C. Herhotli. 
Am 4. Oktober 1880, neun Tage nach dem Antritt eiuer Reise von 
Hamburg nach Neuiorleans, befand sich das Vollschiß 1 „Doris“ in der Nähe von
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.