accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Dezember 1882. 
231 
Unweit dieses Punktes lief der Wind um nach SW, frischte gleichzeitig auf, 
und mufste infolge dieser Veränderung dann für sehr lange Zeit gekreuzt 
werden. Am 11. Juli war der Schiffsort 6° N-Br in 94° O-Lg, und nachdem 
von hier aus bei frischem Südwinde mehrere Tage über St. B.-Bug gesegelt 
worden war, befand sich „Campus“ am 15. Juli in 5° N-Br und 91,6° O-Lg. 
Am 20. Juli, dem 19. Tage der Reise, erreichte „Canopws“ den Aequator in 
94,8° O-Lg. Die bis dahin beobachtete Strömung war bis nach 5° N-Br hin 
vorherrschend eine östliche und südliche gewesen; dagegen wurde südlich von 
2,5° N-Br fast immer südwestliche Versetzung augetroffen. 
In südlicher Breite hielten die südlichen Winde auch noch längere Zeit 
an: doch waren sie dort schwächer und kamen auch an mehreren Tagen ans 
südöstlicher Richtung. Die Strömung setzte hier meistens stark nach Westen. 
Am 31. Juli und 1. August wurde Campus“ in der Nähe von 7° S-Br und 
89,5° O-Lg durch Stille und ganz leichte Mallung festgehalten, und am 
2. August entwickelte sich aus letzterer endlich der SE-Passat. Derselbe bot 
bis dahin zum ersten Male auf dieser Reise dem Schiffe die erwünschte Ge 
legenheit, in rascher Weise eine gröfsere Entfernung zurückzulegen. Am 
10. August lief unweit 20° S-Br in 65° O-Lg der Wind nordöstlich, und schien 
hier die polare Passatgrenze erreicht zu sein. Der dort 763,4 mm betragende 
Luftdruck erreichte später in der Nähe von 23,5° S-Br in 54® O-Lg einen 
höchsten Stand von 770,4 mm. Dieser letztere Stand wurde beobachtet, nach* 
dem der Wind eine langsame Drehung nach links vollendet und wieder für 
längere Zeit aus südöstlicher Richtung geweht hatte. Als der Wind später 
eine zweite ähnliche Drehung ausführte, bei welcher das Barometer um 8 mm 
fiel, wurden zur Zeit, als der Wind westliche Richtung besafs, anhaltende Ge 
witter und auch mehrere Wasserhosen beobachtet. Bei den auf diesen Rund 
lauf folgenden, länger anhaltenden Ostwinden stieg das Barometer, bis das 
selbe am 25. August, unweit 31° S-Br in 35,5° O-Lg, einen höchsten Stand von 
773,0 mm einnahm. Vorherrschend aus westlicher Richtung wehender Wind 
wurde angetroffen, nachdem man westlich von 30° O-Lg gelangt war, und 
am 30. und 31. August, in der Nähe von 35® S-Br und 25,5° O-Lg, der 
einzige Sturm überstanden, durch welchen die Umsegelung der Südspitze Afrikas 
erschwert wurde. Derselbe, ein Weststurm, war von Gewitter und einem 
niedrigsten Barometerstände von 761,0 mm begleitet. Am 6. September über 
schritt „Canopus“ hei mäfsigem Südwinde die Länge der Kapstadt, und bei dem sich 
aus diesem letzteren Winde entwickelnden frischen SE-Winde gelangte »Canopus? 
am 9. September in 10,8® O-Lg zurück zum Parallel von 30° Süd. Es waren 
damals 16 Tage seit der Zeit verstrichen, in welcher man dieselbe Breite im 
Indischen Ocean verlassen hatte. Auf der Fahrt über dieses Meer war: 10° S-Br 
in 86,5° O-Lg am 3. August, 20° S-Br in 65° O-Lg am 10. August uud 30° S-Br 
in 37,5° O-Lg am 24. August-, ferner 90° O-Lg in 6,4° S-Br am 30. Juli, 60° O-Lg 
in 22,7° S-Br am 13. August uud 30° O-Lg in 33° S-Br am 27. August über 
schritten worden. 
Auf den SE-Passat, bei welchem „Canopus“ wieder nördlich von 30® S-Br 
gelangte, folgte schon nach kurzer Zeit ein ganz flauer Westwind. Bei dem 
selben liefe sich für längere Zeit nur ein sehr geringer Fortschritt erzielen. 
Als der Westwind am 15. September etwas kräftiger wurde, veränderte er sich 
bald nach links, und am 16. September schien aus ihm der SE-Passat zu ent 
stehen. Später wurde jedoch noch wieder an mehreren Tagen leichte Mallung 
angetroffen, und erst von 20,5® S-Br in 2° O-Lg an wehte der regelmäßige 
Passat. Man durchsegelte dessen Gebiet alsdann, infolge des allmählich sehr 
unrein gewordenen Schiffsbodens, in langsamer Fahrt und erreichte schliefslich 
am 5. Oktober den Aequator in 22° W-Lg. Es waren, um zu diesem letzteren 
Punkte von 30® S-Br ab zu gelangen, 26 Tage erforderlich gewesen. Während 
dieser Zeit hatte man: 20® S-Br in 1,5° O-Lg am 21. September und 10® S-Br 
in 12,6° O-Lg am 28. September gekreuzt. 
In nördlicher Breite wurde „Campus“ bis nach 5,2® N-Br in 25° W-Lg 
vom SE-Passate begleitet. Derselbe endete, indem er unweit dieses Punktes 
zum ganz leisen Zuge herabsank, und auf diesen folgte später eine unbeständige, 
meist aus südlicher oder westlicher Richtung kommende Briese. Ein einiger- 
mafsen beständiger SW-Monsun wurde nicht mehr augetroffen; doch drehte 
Am. 4 HyOr. «tc., 1S83, Heft rv. 5
	        
Fulltext access denied for pi 190874 and pageNo 17
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.