accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Wey«r;  Bestimmung  des  Beobacht«  uigsortcs  etc.

220

befand,  wo  auch  die  Schweiflänge  des  Kometen  zu  16  bis  17°  Grad  gemessen
wurde.  Später  sind  die  Beobachtungen  aufgegeben  worden,  da  anzunehmen  war,
dafs  der  Komet  bei  seiner  nicht  sehr  schnellen  Bewegung  schon  gleichzeitig  auf
Sternwarten  beobachtet  sein  werde.  Die  Reduktion  der  Beobachtung  des  ersten
Tages  giebt,  mit  Rücksicht  auf  die  Refraktion,  folgenden  Ort  des  Kometen:
1882  Oktober  3  19 b 2"0*  *  M.  G.  Z.  a  —  159°  1,3'  3  =  —  8°  28,0'.
Verglichen  mit  der  Ephemeride  von  Dr.  Oppenheim  („Astron.  Nachr.“
Ko.  2459)  stimmt  die  Rektascension  gut  überein,  aber  die  Deklination  ist  noch
um  8'  zu  grofs.  Die  Ursache  hiervon  ist  wohl  theils  die  etwas  unsichere
Pointirung  des  Kometenkernes  im  Sextantenfernrohr,  besonders  aber  die  Unsicherheit ­
  des  Schnittpunktes  der  beiden  Kreisbögen,  welche  mit  den  beobachteten
Distanzen  als  Radien,  um  die  beiden  Vergleichssterne  beschrieben,  sich  im
Kometenortc  schneiden  sollen.  Im  gegebenen  Falle  ist  nämlich  der  Winkel
am  Kometen  nur  30°  gewesen  für  das  Dreieck  Sirius,  Komet,  Proeyon,  wodurch
eine  kleine  Ungenauigkeit  in  der  Distanzmessung  sich  um  mehr  als  das  Vierfache ­
  vergiöfsert  auf  die  Lage  des  Schnittpunktes  übertragen  konnte.  Hierdurch
erklären  sich  auch  die  übrigen  Unterschiede  zwischen  den  Beobachtungen  und
der  Ephemeride,  da  immer  dieselben  Vergleichssterue  beibehalten  wurden.
Wäre  aber  statt  des  Sterns  Proeyon  der  freilich  nicht  so  helle  Regulus  gewählt
worden,  falls  dessen  Beobachtung  an  Bord  keine  lokalen  Hindernisse  entgegen
standen,  so  w r ürde  in  dem  Dreiecke  Sirius,  Komet,  Regulus  der  Winkel  aui
Kometen  nahe  90°  betragen  haben,  und  alsdann  auch  der  Kometenort,  vermöge
des  senkrechten  Durchschnitts,  fast  mit  derselben  Genauigkeit  bestimmt  worden
sein,  welche  die  einfache  Winkelmessung  vermittelst  des  Sextanten  überhaupt
gestattet,  abgesehen  allerdings  von  der  hier  etwas  schwierigen  Auffassung  des
Kometenkerns,  dessen  Ausdehnung  damals  schon  eine  halbe  Minute  betrug,
später  sogar  bis  zu  drei  Minuten  anwuchs  und  mehr  als  einen  hellen  Kernpunkt ­
  zeigte.*)

Ausden  ReiseberichtenS.  M.  Kbt.  „Albatrofs“,  Korv.-Kapt.  vonPawelsz.’)
Bemerkungen  über  den  Paraná-Flufs.*)
Ucber  die  während  der  Befahrung  des  Paraná  -  Flusses  von  seiner
Mündung  bis  Rosano  and  zurück  bis  Campana  durch  S.  M.  Kbt.  „Albatrofs“  im
Januar  und  Februar  1883  gemachten  Erfahrungen  hat  Korv.-Kapt.  von  Pawelsz
Nachstehendes  berichtet.
„Das  Delta  des  Paraná  hat  nur  zwei  grofse  Wasserstrafsen,  aber  eine
Menge  Arme,  Buchten,  Einschnitte  und  Verbindungskanäle,  die  je  nach  dem
Wasserstaude  passirbar  sind.  Die  eine  dieser  Strafsen  ist  der  Paraná  de  las
Palmas,  die  andere  der  eigentliche  Paraná.  Der  Paraná  hat,  soweit  S.  M.  Kbt.
„Albatrofs“  denselben  berührte,  ein  bedeutend  besseres  Fahrwasser  als  der
Uruguay,  hat  durchweg  gröfsere  und  konstantere  Tiefen  und  weniger  flache
Stellen,  welche  im  Uruguay  häufig  so  dicht  zusammen  liegen,  dafs  sie  jedes
Passneu  von  Schilfen  unmöglich  machen;  im  Paraná  bleibt  trotz  solcher  Untiefen
das  Fahrwasser  stets  frei.  Dahingegen  sind  die  englischen  Adm.-Karten  vom
Paraná  fast  noch  unrichtiger  und  unbrauchbarer,  als  die  des  Uruguay,  was
wohl  darin  seinen  Grund  hat,  dafs  die  gröfsere  und  gewaltigere  Strommasse  des
Paraná  in  kurzer  Zeit  bedeutendere  Veränderungen  des  Flufsbettes  und  der
Sandablagerungen  hervorbringt,  als  der  Uruguay.  Für  die  Beschiffung  bietet
der  Paraná  trotz  seiner  Breitenausdehnung  und  seiner  nicht  genügenden  Tiefe
doch  sehr  bedeutende  Schwierigkeiten  dar,  theils  wegen  der  überaus  zahlreichen
und  oft  ihre  Gestalt  verändernden  Inseln,  theils  wegen  der  Sandbänke,  die  sich
ebenso  unberechenbar  und  rasch  bilden  wie  verschwinden.
Ein  Befahren  des  Paraná,  selbst  in  dem  untersten  Theil  seines  Laufes,
kann  daher  nur  mit  Hülfe  eines  tüchtigen  Lotsen  geschehen  und  ist  ohne  einen
solchen  absolut  unmöglich.  Der  Strom  im  Paraná  läuft  bedeutend  schneller,  als
*)  Nachtrag  s.  am  Schlufs  diese*  Heftes.
i)  S.  „Ann.  d.  Hydr.  etc.*,  1883,  pag.  87.
*)  S.  Findlay’s  „South  Atlantic“  (1875),  pag.  480;  „South  American  Pilot“,  I  (1874),
pag,  203—206.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.