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Weyer: Bestimmung des Beobaclitungsories ete.
indessen mit dem Zeichen von t und A übereinstimmt, also bei westlicher Lage
positiv, bei östlicher negativ zu nehmen ist.
Als Zahlenbeispiel hierzu möge zunächst das erste, von Don wes 44 ) ge
wählte, dienon, um ein historisch gewordenes Beispiel zu nehmen:
Uhrzeiten Wahre Höhen Deklination
11» 20“ a. ra. h = 49° 12' 12° 14' N
1 54 p. m. h' = 48 24
woraus Do uw es nach den strengen Formeln der sphärischen Trigonometrie
(Klootswerk) die Breite 52° 24' N und die wahre Zeit ll h 24 ,n 30* berechnet
hatte. Etwas genauer (da Douwes unter seinen strengen Formeln eine un
günstige gebrauchte, indem er den kleinen, für ihn allerdings nebensächlichen
Stundeuwinkcl durch die Sekante, statt Tangente, bestimmte) findet sich
ip — 52° 22,8' N, t = —9° 1,9' und t' = + 29° 28,1'. Ferner ergaben sich
die wahren Azimuthc A = —13° 35' und A' = —(— 41 ° 25', also A'—A = + 65° 0',
sowie die parallaktischen Winkel p — —8“ 26' und p' = + 24° 24'. Man erhält
damit, in der vorhin gegebenen Orduung, zuuächst für die Breitenbestimmung:
+ 52° 22,8' — 0,808 dh — 0,287 dh'
+ 0,799 d<J + 0,261 d<i'
— 0,116d(t'—t)
d'—d
— 0,538.
Ferner ergiebt sich für die Zeitbestimmung:
t = 23 h 23“ 52,4* = — 9° 1,9' + 1,500 dh — 1,944 dh'
— 1,484 dd + 1,770 dd'
— 0,785 d(t'—t)
-}- 3,254 . —g—
t' = l h 57 m 52,4’ — +29° 28,1' + 0,215 d (U—t),
und die übrigen Korrektionen für t' bleiben ebenso wie für t. — Douwes
nahm nun für die verflossene Zeit 2 U 34 m nach der Schiffsuhr einen Fehler
von 3 Minuten damals noch als möglich an. Setzen wir also d (t'—t) — -f- 3 m ,
so wird d<p = —0,116.45' = —5,22' und dt = — 0,785.3 m = —2“ 21,3”,
ferner dt'= +0,215. 3™ = +0™ 38,7 S oder t = 23 h 21 m 31,1* und t'= 1» 58“ 31.1’.
— Als möglichen Höhenfehler hat Douwes +6' angenommen. Damit würde
für dh = dh' = + 6' sich dip — —4,8' — 1,7' = —6,5' ergebeu, und dt =
+ 1,500 . ^ — 1,944 • J5 = — 0,178” = — 0” 10,7 S . — Die Deklination pflegte
Douwes nur für den Mittag zu nelimep, hatte dies auch, nach Ueberlegung
der gewöhnlichen Umstände, als leichteste und beste Regel für die Breiten
bestimmung vorgeschrieben; daher wäre hier, wenn die Beobachtung im April
stattfand, die tägliche Aenderung der Deklinatiou = + 20' zu setzen, wonach
dd — —0,55' und dd' = +l,58' wird. Damit ist d(p = —0,44 + 0,41 = —0,03'
und dt — dt' — +0,82 +2,80 = +3,62' = +14,5 S . — Iu der Voraussetzung
einer angewandten mittleren Deklination hätte man endlich —=— = + 1,065'
zu berücksichtigen, womit dt = dt' = + 3,47' = + 13,9“ und d <p —
(—0,538).(+1,065) = —0,57' wird. — Wäre die Deklination zur Zeit der
ersten (hier der grölsten) Höhe angewandt, so würde d(p + 0,261.2,13
= +0,55' und dt = + 1,770.2,13 = + 3,77' = + 15,1* sich ergeben, und
wenn statt dessen die Deklination für die Zeit der zweiten (hier der kleineren)
Höhe in der Rechnung gebraucht würde, so hätte man dq> — +0,779. (—2,13)
= —1,70' und dt = —1,484. (-2,13) = +3,16' = + 12,6*. Die Resultate
der erforderlichen Korrektionen wegen der angewandten konstanten Deklination
liefern demnach folgende Uebersieht zu den vier verschiedenen Fällen:
'**) Douwes, Verhandeling . . . pag. 151«