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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Ableitung der Fluthkonst&nten za Wusang and Amoy. 
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An», d. Hj&r. ©tc.» 1883, Heft IV. 
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Während die halbmonatliche Ungleichheit für Hochwasser sowohl in Zeit 
wie in Höhe normal ist, ist sie für Niedrigwasser in Zeit erheblich gröfser, in 
Höhe nicht unwesentlich kleiner, als sie sein sollte. Man wird wohl nicht fehl 
gehen, wenn man dies Verhalten als die Wirkung des geringen Wasserstandes 
auf der Barre des Blosses (im Mittel 3,71m) sowie des nach der Barre zu rasch 
ansteigenden Meeresbodens und anderer Lokaleinflüsse ansieht, welche sich bei 
Niedrigwasser in höherem Grade geltend machen, als bei Hochwasser, da sich 
dieselbe Erscheinung in allen seichten Gewässern wiederholt. Dafs diese Ein 
flüsse auch bei Hochwasser eine, wenn auch erheblich geringere Rolle spielen, 
bewoist der immer noch ungewöhnlich grofse Werth (l 6 50* k welcher für die 
Differenz des gröfsten und kleinsten Werthes der halbmonatlichen Ungleichheit 
in Zeit gefunden wird, während derselbe in der Regel nur l 1 * 30™ bis l h 40'" 
beträgt und er nach der Gleicbgewichtstheorie D 46 m sein sollte. Der kleinere 
Werth findet nach der Wellentheorie und überhaupt nach jeder Theorie, die 
auf der Bewegung der Flüssigkeiten basirt ist, seine Erklärung in dem Einflufs, 
den die Bewegung der Gestirne in ihrer Bahn ausübt, ist also eigentlich der 
normale. 
Die halbmonatliche Ungleichheit in Zeit für Hochwasser läfst sich fast 
volkommen durch die Formel: 
0 0,4578 sin (2 © — 1° 00 
taDg 2r t — J 0 4 5fg coa (2© _ 1° 0') 
darstollea. Hierin bedeutet & die (in Bogen verwandelte) wahre Zeit der 
fünften, dem Hochwasser vorhergehenden Mondkulminatiou, oder mit andern 
Worten den Rektascensionsunterschied zwischen Soune und Mond, welcher 
2 Tage l h 37“ vor dem in Frage kommenden Hochwasser stattgefunden hat, 
und 7 die halbmonatliche Ungleichheit. Es ist nicht möglich, die halbmonat 
liche Ungleichheit in Höhe in gleich befriedigender Weise durch eine Formel 
auszudrücken. Die Formel: 
Halbmonatl. Ungleichheit in Höhe = ]f1,2909 + 0,8553 cos (2© -f 7° Ö 7 ) — Mittel 
läfst Differenzen bis zu 0,11m zwischen Berechnung und Beobachtung zurück. 
Der Umstand, dafs die halbmonatliche Ungleichheit in Zeit für 0 h und 6 h 
der Mondkulmination sehr nahe = 0 ist, und diejenige in Höhe zu denselben 
Zeiten nahe ihr Maximum und Minimum hat, beweist, dafs die Wahl der 
Kulmination, auf welche die Hochwasser-Zeiten und Höhen zu beziehen sind, 
eine richtige ist, 
b) Tägliche Ungleichheit. 
Eine Zusammenstellung der Kulminationen, bei denen die Monddekliuation 
= 0 ist, mit den Hochwassern, für welche die tägliche Ungleichheit in Höhe 
verschwindet, ergab, dafs beides am häufigsten für dio fünfte und siebente dem 
Hochwasser vorhergehende Kulmination zusammentraf, woraus geschlossen 
wurde, dais die tägliche Ungleichheit von derjenigen Deklination abhängig ist, 
welche der sechsten vorhergehenden Kulmination angehört. 
Eine Zusammenstellung der Deklinationen mit den beobachteten täglichen 
Ungleichheiten ergab sodann folgende Werthe für dieselbe: 
r=' • " -■ 
Nördliche Deklinationen 
• ■=• i» i ’ ■ + 
i 
Südliche Deklinationen 
! Deklin. 
i 
Tagt, u 
in Zeit 
igleiclibeit 
in Hohe 
Anzahl 
der 
Beob. 
Deklin. 
Tägl. Ungleichheit 
in Zeit j in Höhe 
Anzahl 
der j 
Be«b. 
! 
i 
!+ o,i° 
+ 0,2™ 
0,00 m 
32 
+ 5,8 
+ 0,4 
4 0,09 
33 
© 
CT) 
lO 
! 
+ 0,6“ 
--J- 0/10 111 
33 
¡4-11,8 
+ 0,2 
4 0,18 
37 
—12,1 
*f* 0.8 
+ 0,16 
39 
4-18,5 
4~ 0.4 
4 0,28 
53 
—18,6 
0,0 
+ 0,24 
59 
+ 26,2 
+ 0,2 
±0,40 
97 
— 25,9 
0,0 
+ 0,34 
110
	        
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