Ableitung der Fluthkonst&nten za Wusang and Amoy.
207
An», d. Hj&r. ©tc.» 1883, Heft IV.
2
Während die halbmonatliche Ungleichheit für Hochwasser sowohl in Zeit
wie in Höhe normal ist, ist sie für Niedrigwasser in Zeit erheblich gröfser, in
Höhe nicht unwesentlich kleiner, als sie sein sollte. Man wird wohl nicht fehl
gehen, wenn man dies Verhalten als die Wirkung des geringen Wasserstandes
auf der Barre des Blosses (im Mittel 3,71m) sowie des nach der Barre zu rasch
ansteigenden Meeresbodens und anderer Lokaleinflüsse ansieht, welche sich bei
Niedrigwasser in höherem Grade geltend machen, als bei Hochwasser, da sich
dieselbe Erscheinung in allen seichten Gewässern wiederholt. Dafs diese Ein
flüsse auch bei Hochwasser eine, wenn auch erheblich geringere Rolle spielen,
bewoist der immer noch ungewöhnlich grofse Werth (l 6 50* k welcher für die
Differenz des gröfsten und kleinsten Werthes der halbmonatlichen Ungleichheit
in Zeit gefunden wird, während derselbe in der Regel nur l 1 * 30™ bis l h 40'"
beträgt und er nach der Gleicbgewichtstheorie D 46 m sein sollte. Der kleinere
Werth findet nach der Wellentheorie und überhaupt nach jeder Theorie, die
auf der Bewegung der Flüssigkeiten basirt ist, seine Erklärung in dem Einflufs,
den die Bewegung der Gestirne in ihrer Bahn ausübt, ist also eigentlich der
normale.
Die halbmonatliche Ungleichheit in Zeit für Hochwasser läfst sich fast
volkommen durch die Formel:
0 0,4578 sin (2 © — 1° 00
taDg 2r t — J 0 4 5fg coa (2© _ 1° 0')
darstollea. Hierin bedeutet & die (in Bogen verwandelte) wahre Zeit der
fünften, dem Hochwasser vorhergehenden Mondkulminatiou, oder mit andern
Worten den Rektascensionsunterschied zwischen Soune und Mond, welcher
2 Tage l h 37“ vor dem in Frage kommenden Hochwasser stattgefunden hat,
und 7 die halbmonatliche Ungleichheit. Es ist nicht möglich, die halbmonat
liche Ungleichheit in Höhe in gleich befriedigender Weise durch eine Formel
auszudrücken. Die Formel:
Halbmonatl. Ungleichheit in Höhe = ]f1,2909 + 0,8553 cos (2© -f 7° Ö 7 ) — Mittel
läfst Differenzen bis zu 0,11m zwischen Berechnung und Beobachtung zurück.
Der Umstand, dafs die halbmonatliche Ungleichheit in Zeit für 0 h und 6 h
der Mondkulmination sehr nahe = 0 ist, und diejenige in Höhe zu denselben
Zeiten nahe ihr Maximum und Minimum hat, beweist, dafs die Wahl der
Kulmination, auf welche die Hochwasser-Zeiten und Höhen zu beziehen sind,
eine richtige ist,
b) Tägliche Ungleichheit.
Eine Zusammenstellung der Kulminationen, bei denen die Monddekliuation
= 0 ist, mit den Hochwassern, für welche die tägliche Ungleichheit in Höhe
verschwindet, ergab, dafs beides am häufigsten für dio fünfte und siebente dem
Hochwasser vorhergehende Kulmination zusammentraf, woraus geschlossen
wurde, dais die tägliche Ungleichheit von derjenigen Deklination abhängig ist,
welche der sechsten vorhergehenden Kulmination angehört.
Eine Zusammenstellung der Deklinationen mit den beobachteten täglichen
Ungleichheiten ergab sodann folgende Werthe für dieselbe:
r=' • " -■
Nördliche Deklinationen
• ■=• i» i ’ ■ +
i
Südliche Deklinationen
! Deklin.
i
Tagt, u
in Zeit
igleiclibeit
in Hohe
Anzahl
der
Beob.
Deklin.
Tägl. Ungleichheit
in Zeit j in Höhe
Anzahl
der j
Be«b.
!
i
!+ o,i°
+ 0,2™
0,00 m
32
+ 5,8
+ 0,4
4 0,09
33
©
CT)
lO
!
+ 0,6“
--J- 0/10 111
33
¡4-11,8
+ 0,2
4 0,18
37
—12,1
*f* 0.8
+ 0,16
39
4-18,5
4~ 0.4
4 0,28
53
—18,6
0,0
+ 0,24
59
+ 26,2
+ 0,2
±0,40
97
— 25,9
0,0
+ 0,34
110