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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Physische Qeeanographie etc. zwischen 30°—50° S-Br und 10°—40° O-Lg. 
205 
2) Bei denjenigen SE-Stürmon, welchen südöstliche Winde vorangeheu, 
unterscheidet man zweierlei Arten (s. pag. 199): nämlich die „Schlechtwetter-Stürme 11 
und die „Schönwetter-Stürme“. Die ersteren sind von einem entschiedenen Fallen 
des Barometers und stürmischenx Wetter, Böen und Wetterleuchten begleitet; sie 
sind zuweilen sehr schwer und stehen wahrscheinlich in Beziehung zu den SW- 
Seiten von cyklonischcn Systemen, welche nach SE fortschreiten Sie unter 
scheiden sich von den sub 1) erwähnten dadurch, dafs sie schon mit fallendem 
Barometer beginnen und länger andauern, als diese. Im Januar ist nur ein 
solcher Sturm verzeichnet, im Juli deren drei. Die Schönwetter-Stürme sind in 
der Regel auf die SW-Küste von Afrika beschränkt, wo sie mit den „Südostern“ 
der Tafel- und der Falschen Bai in Verbindung stehen und weniger im Sommer 
auftreten (3 im Juli gegeu 1 im Januar); sie können als ein durch Umstände ver 
stärkter SE-Passat betrachtet werden. Die Schlechtwettcr-Stürme haben eine 
mehr al3 zweimal so lange Dauer als die Schönwetter-Stürme. In der nach 
stehenden Zusammenstellung sind die ersteren mit einem *, die letzteren mit 
einem f bezeichnet. 
Die mittlere Dauer der SE-Slürtne beträgt nämlich für 
die Ausscgier im Januar 42* St , im Juli 51* St. 
die Hcimsegler „ 16f „ „ 24f „ 
Die mittlere Dauer des ganzen SE-Windsystems beträgt für 
die Aussegler im Januar 112 St., im Juli 98 St. 
die Hcimsegler „ 105 „ „ 112 „ 
3) Bei den SE-Stürmen ad 1) beginnt das Barometer zu steigen, bevor 
der Sturm eintritt, bei denen ad 2) mit schönem Wetter fällt das Barometer 
nur weuig, bei deuen mit schlechtem Wetter schnell und stark. 
4) Die SE-Stürme ad 1) sind häufiger an der Ostseite, als an der West 
seite des Distriktes auzutreffen, besonders im Januar. Die Schönwetter-Stürme 
sind besonders häufig in der Nähe des Kaps. 1 ) 
Nachstehende Tabelle 16 — Tab. 23 d. Origin. giobt eine Vergleichung 
der mittleren Luft- und See-Temperaturen zur Zeit der gröfsten Sturmstärke bei 
den oben erwähnten vier Gruppen von Stürmen. 
Tab. 16. 
1 
1 Route 
Monat 
Anzahl 
der 
Schiffe 
m.Beob. 
MittlerePosition 
Mittlere 
Temperatur 
Wasser 
Anzahl 
der 
Schiffe 
m. Beob. 
MittlerePosition 
Mittlere 
Temperatur 
Wasser | 
Luft 
Wasser 
wärmer 
kälter 
Luft Wasser 
wärmer] kälter j 
S-Br 1 O-Lg 
°c 
; °C 
S-Br , O-Lg 
°c ! °C 
1 1 
I: 
I. 
Nordwestliche Stürme. 
IVa. Südöstl. Sturme mit vorhergehenden ttördl. Windei J 
Ausreise 
Januar 
12 
42° C‘i 19° 15' 
13,3 
I 14,4 
m 
— 
i 
41° 14' 36° 16' 
14,4 I 16,1 
1,7 I - 
Juli 
15 
39° 2(V 24° 42' 
13,9 
| 15,0 
1,2 
— 
2 
42° 41' 25° 47' 
7,8 | 10,6 
2,8 1 — 
Heimreise 
Januar 
9 
35° 24' 21° 11' 
206 
21,1 
0,5 
2 
32° 26' 33° 15' 
21,7 1 21,7 
0 I - 
Juli 
26 
34° 54' 22° 16' 
15.6 
| 17,2 
1,6 
- 
1 
34° 39'26° 1' 
14,4 ! 21,1 
6,7 ! - 
II 
Südwestliche Stürme. 
IVb. Südöstl. Stürme mit vorhergehenden südl. Winden. 
Ausreise 
Januar 
7 
42° 58'l 22° 43' 
10.6 
11,7 
1,1 
— 
1 
39° 12' 16° 46' 
20,0 20,0 
0 1- 
1 
Juli 
9 
39° 3<y| 18° 36' 
11,7 
15,0 
3,3 
— 
2 
37° 39-; 27° 4l'j 12,2 1 17,2 
6 1 A“ 
Heimreise 
Januar 
19 
34° 31' 25° 0' 
20,0 
I 21,1 
1,1 
3 
34° 19' 17° 16' 
20,0 : 20,0 
0 I - ] 
Juli 
22 
34° 6'i 27° 18' 
16,7 
19,4 
2,7 
- 
~ i - 
- 1 - 
" 1 " 
III. Nordöstliche Stürme. 
Diese Tabelle zeigt, dafs die Temperatur der See 
Ausreise 
1 
40° 30', 32° 0' 
16,7 
1 18,9 
2,2 
im Allgemeinen wärmer ist, als die Luft, mit Aus- 
Juli 
1 
38° 3' 26° 16' 
1 16,1 
1 15,6 
- 
0,6 
nähme 
Winde 
Tempe 
bei den nordöstlichen Sturmen, 
welche warme 1 
Heimreise 
Januar 
Juli 
? 
34° 33' 28° 48' 
32° 46' 29° 56' 
22,8 
20,0 
22,2 
i 22,1 
2,1 
0,6 
OlIIU) t(UU lOil.ICl j Urtiö VtVi UlllUldVillCtl UOl j 
ratur im Winter gröfser ist, als im Sommer. | 
l) Die V. Gruppe, die der aus wechselnden. Richtungen wehenden Stürme, welche Toynbee 
„Exctplional galcs“ nennt, bietet keinen sicheren Anhalt für Aufstellung von bestimmten Regeln, wie 
es bei den vier ersten Gruppen der Fall ist. Jeder einzelne Sturm dieser Gruppe trägt seinen 
individuellen Charakter. 
(Schlafs folgt.)
	        
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