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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

WassKfütatKisbm^achhjtig^Tt an Her Küste von Norwegen. 
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Wasserstandsbeobachtungen an der Küste von Norwegen. 
Die norwegische Kommission der europäischen Gradmessung veröffentlicht 
in einer im Jahre 1882 orsehienenen Broschüre „Vandstandsobservationer, 
L Hefte“, die Resultate der auf ihre Veranlassung in Oscarsborg und Throndhjem 
von 1872 bis 1879, bezüglich bis 1878 angestellten Gezeitenbeobachtungen. 
Wir geben nachstehend eine gedrängte Uebersicht des Inhaltes dieser 
interessanten Schrift. 
In der Einleitung werden zunächst für 24 norwegische Küstenpunkte die 
gröfsten und kleinsten Unterschiede zwischen Hoch- und Niedrigwasser, sowie 
die korrigirten Hafenzeiten aufgeführt, welche Whewell aus den, auf Ersuchen 
der cnglischeu Admiralität im Jahre 1835 daselbst vorgenommenen Gezeiten- 
beobaehtnngen ermittelte. Es ergiebt sich hieraus, dafs die bisherige Kcnnt- 
uifs des Verlaufs der Ebbe und Fluth an der norwegischen Küste auf einer 
sehr geringen Zahl von Beobachtungen beruhte. Nach dieser Liste folgt eine 
genaue Angabe von Marken, welche an 26 Orten der Süd- und Westküste 
Norwegens in festes Gestein in Höhe des Hoch- und Niedrigwassers im Jahre 
1839 eiugemeifselt wurden. Diese Marken wurden angebracht, um nach einer 
längeren Zeit durch wiederholte Gezeitenbeobachtungen konstatiren zu können, 
ob sich ihre auf die Wasserstände bezügliche Höhe inzwischen verändert, also 
eine Hebung oder Senkung der Küste stattgefunden hat. Die zu diesem Zweck 
im Jahre 1865 angestellten Beobachtungen ergaben, dafs der mittlere Wasser 
stand im Mittel 3 Zoll (0,078m) unter dem im Jahre 1839 gefundenen geblieben 
war. Es könnte sich somit die Küste in 26 Jahren um diesen Betrag gehobou 
haben. Da jedoch die Bestimmung der mittleren Wasserstände auf einer zu 
geringen Anzahl von Beobachtungen beruhte, so konnte obigem Resultat kein 
groföer Werth beigelegt werden. Ueberdies waren die Orte, an denen die Be 
obachtungen stattfanden, nicht nivellitisch mit einander verbunden. Es wurden 
uun die Beobachtungen und deren Ergebnisse einer Kommission der Universität 
übergeben, aber diese kam, hauptsächlich weil die zu einem Präcisions- 
uivellement erforderlichen Mittel fehlten, zu keinem endgültigen Beschlufs. 
Prof. Fe&rnley, Vorsitzender der norwegischeu Kommission der europäischen 
Gradmessung, beantragte dann, eine Anzahl von Kostenpunkten mit selbst- 
registrirenden Flnthmessern zu versehen, um aus deren Aufzeichnungen das 
Mittelwasser für jeden dieser Punkte zu bestimmen und die erhaltenen Null 
punkte durch Präeisionsnivellement mit einander zu verbinden. Infolge dieses 
Vorschlages wurden nach und nach 6 Stationen mit selbstregistrirenden Fluth- 
messern eingerichtet, zu denen noch zwei weitere kommen sollen. 
Die beiden Stationen zu Oscarsborg und Throndhjem sind am längsten in 
Betrieb und die daselbst in Gebrauch befindlichen Apparate in der Broschüre 
beschrieben. Der Fluthmesser in Oscarsborg ist so konstruirt, dafs die Wasser 
bewegungen auf einen, in einer Ebene befindlichen Bogen Papier aufgezoiebnot 
werden. Die Platte, auf welcher das Papier befestigt ist, wird in horizontaler 
Richtung fortgeschoben, und diese Bewegung durch das Gewicht einer Pendel 
uhr in gleichförmiger Weise bewirkt. Der Schwimmer befindet sich in einer 
mit der See kommunicirenden Röhre. Der Apparat in Throndhjem ist anders 
konstruirt. Bei diesem ist der Registrirbogen um einen Cylinder gelegt, welcher 
seine gleichförmige Umdrehung durch ein Uhrwerk erhält. Dieser Fluthmesser 
ist am Ende einer Mole aufgestellt und der Schwimmer ein Ponton, welches 
durch eine Art Brücke, die aus Stäben zusammengesetzt ist, mit dem Registrir- 
stift in Verbindung steht. 
Die Resultate der Registrirungen der beiden Fluthmesser sind in einer 
Reihe von Tabellen zusammengestellt. Tabelle la giebt die Höhen des Wassers 
für jede Stunde der Tage eines Monats, sowie die Mittel für jede Stunde 
und jeden Tag, Tabelle Ib Zeit und Höhe der Hoch- und Niedrigwasser und 
Tabelle II die Höhe für jede Stuude der Tage desselben Monats, geordnet naeh 
Sonnenzeit und von der oberen Mondskulmination ab gerechnet. Die Tabellen 
für alle Monate der ganzen Zeit sind nicht beigefügt, da hierdurch die Broschüre 
viel zu umfangreich geworden wäre. Tabelle III enthält die monatlichen und 
jährlichen mittleren Wasserstände, geordnet nach Sonnenstunden (Sonnenfluth- 
welle), Tabelle IV die monatlichen und jährlichen mittleren Wasserstände von
	        
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