190
Eingänge von meteorologischen Journalen etc., November l.iiÖi,
nie von Stille aufgehalten werden. In gleicher Weise sollten nach dem Congo
segelnde Schiffe in südlicher Breite »ich in der Nähe des Landes halten.
Am 7. August trat „Guaymas“ von Ambriz aus die Heimreise nach
Havre au. Man traf auf See gleich südwestlichen Wind an; doch war derselbe
anfänglich noch flau und frischte erst auf, nachdem am dritten Tage der Reise
ein gröfserer Abstand von der Küste erreicht worden war. Er veränderte dann
auch allmählich seine Richtung nach links und ging schliefs t ich in den SE-
Passat über. Am 13. August überschritt die Bark in 7,6° S-Br den Meridian
von Greenwich und am 24. August, dem 17. Tage der Reise, ging „Guaymas“
in 24,7° W-Lg von der südlichen zur nördlichen Breite über.
In nördlicher Breite entwickelte sich aus dem SE-Pa«@at, der später
zwischen 5,5° und 11* N-Br recht kräftig wehende SW-Monsun, ohne dafs
irgend eine Störung vorher beobachtet wurde. Nachdem der westliehe Monsun
später nordwestliche Richtung angenommen hatte, wurde derselbe auch flauer
und unweit 12,5° N-Br in 26° W-Lg stellte sich leichter, veränderlicher, nörd-
licher und westlicher Zug ein, der zwei Tage lang auhielk Der vom Aequator
her stetig uud langsam gefallene Luftdruck erreichte unweit 13° N-Br mit
760,0mui seinen niedrigsten Stand. Am 1. September gelang es „Guaymas
die in 14,2° N-Br und 26,5* W-Lg liegende äquatoriale Passatgrenze zu über
schreiten. Den Passat selbst fand man nur zwischen 15* und 24,5° N-Br
kräftig und beständig, und schon am 6. September hörte derselbe in der Nähe
von 24,8° N-Br und 33,5° W-Lg zu wehen auf. Die weitere Reise wurde dann
zunächst durch laug anhaltende leichte, veränderliche Winde sehr verzögert, und
liefs sich erst bei den am 21. September in der Nähe von 34,5° N-Br uud
30,8* W-Lg eiusetzenden Westwinden wieder ein rascherer Fortschritt erzielen.
Bei östlichem Winde gelangte „Gwiymas“ am 2. Oktober iu Sicht uer Scilly-
Inseln. Die Reise war iu 56 Tagen vollendet worden. Im Nordatlantischen
Ocean hatte die Bark 39 Tage zugebracht, und dort: 10* N-Br in 24,9 c W-Lg
am 28. August, 20® N-Br iu 32,8° W-Lg am 4. September, 30° N-Br in
33* W-Lg am 13. September und 40° N-Br in 29° W-Lg am 24. September
überschritten.
12. Reise der Rostocker Bark „Etuuia Römer“, Kapt. P. Albrand.
Am 29. September 1881 befand sieh die von Hamburg nach Valparaiso
bestimmte Bark „Emma Römer“ in Sicht von Lizard. Dieselbe wurde auf den
Aufsengründeu zunächst mohrcre Tage durch mäfsigen SW-Wind zurückgehalten
unu konnte erst raschen Fortschritt nach Süden erzielen, nachdem der Wind
nordwestlich geworden war. Indem der Wind später auffrischte, veränderte er
sich noch weiter nach rechts, und von 40,5* N-Br in 19° W-Lg an herrschte
ein frischer, direkt iu den Passat übergehender NE-Wind. Die Bark segelte,
begünstigt vou dem südlich von 22° N • Br nur schwach auflretenden
Passat, bis zum 19. Oktober nach 8,8* N-ßr iu 26,4° W-Lg. Um den in
der Nähe dieses Punktes beginnenden Stillengürtel zu überschreiten, waren
sieben Tage erforderlich. Nach deren Verlauf wurde der zunächst ans sehr
schmier Richtung wehende SE-Passat wieder angetroffen, welcher „Emma Römer“
bis zum 31. Oktober zu dem iu 31,1° W-Lg überschrittenen Aequator führte.
Zur Vollendung der zwischen Kanal und Linie liegenden Strecke waren 32 Tage
erforderlich gewesen, und auf derselben hatte man: 40° N-Br in 19® W-Lg am
5. Oktober, 30° N-Br in 23,6° W-Lg am 9. Oktober, 20° N-Br iu 26,6° W-Lg
am 13. Oktober uud 10° N-Br in 26,2° W-Lg am 18. Oktober gekreuzt. Die
nach Guaymas bestimmte eiserne Hamburger Bark „Professorwelche den
Kanal am 28. September verlassen hatte, passirte den Aequator in 27,8* W-Lg
am 30. Oktober.
Im Südatlantischeu Ocean wurde „Emma Römer“ bis nach 19° S-Br in
36° W-Lg vom Passat begleitet. Unweit dieses Punktes veränderte sich der
Wind am 9. November nach NE, uud zwei Tage später durch N uud W nach
S und SE zurück. Nachdem der Wind dann mehrere Tage wieder frisch aus
dem östlichen Halbkreise geweht hatte, vollendete er noch eine ähnliche Drehung,
bei welcher derselbe nur länger als bei der vorigen aus westlicher Richtung
wehte, und mich einiger Zeit wiederholte sieh noch einmal derselbe Vorgang.
Kräftige ungünstige SW-Winde wurden erst angetroffen, nachdem man südlich