Kingänge von meteorologischen Journalen etc., November 1882.
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fast stets aus günstiger Richtung kommenden Winden südwärts und traf die
ersten ungünstigen Westwinde erst am 1. März in der Nähe von 25° N-Br und
20,8° W-Lg an. Der frische Wind veränderte sich dort von SE durch S nach
SW, und aus diesem Westwind entstand einige Tage später durch weitere
Drehung nach rechts der Passat. Man erreichte dessen in 22,5° N-Br und
20° W-Lg liegende polare Grenze am 4. März. Der Luftdruck betrug dort
763,4 mm. Als der nur für kurze Zeit kräftig auftroteude Passat „Guaymas“
bis zum 12. März nach 7,5° N-Br in 15,8° W-Lg geführt hatte, endete er, und
es trat laug anhaltende, ganz leise Mallung und Windstille an seine Stelle. Am
24. März erreichte „Guaymas“ in 13,9° W-Lg den SE-Passat wieder, bei welchem
am 27. März der Aequator in 16,3° W-Lg überschritten wurde. Um diesen
letzteren Punkt von Lizard aus zu erreichen, waren 40 Tage erforderlich
gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in 16,2° W-Lg am
23. Februar, 30° N-Br in 19,2° W-Lg am 27. Februar, 20 e N-Br in 19,7° W-Lg
am 5. März und 10° N-Br in 17° W-Lg am 10. März gekreuzt. Das eiserne
Hamburger Yollschiff „Constanze“, welches, auf einer Reise von Cardiß nach
Singapore begriffen, am 15. Februar 50° N-Br verlassen hatte und auch östlich
von den Kap Fmte-Inseln nach Süden gesegelt war, verliefs die nördliche
Halbkugel in 24,4° W-Lg am 10. März.
In südlicher Breite erreichte „Guaymas u als westlichsten Punkt am
4. April 20,2° W-Lg in 16,0° S-Br. Unweit dieses Punktes lief der Passat so
raum, dafs ein Ost von Süd liegender Kurs eingchalten werden konnte, und
am 9. April erreichte die Bark die in der Nähe von 24,3° S-Br und 14,6° W-Lg
liegende polare Passatgreuze. Der Wind endete dort bei einem Barometerstand
von 766,5 mm in Windstille. Nach kurzer Zeit kam jedoch wieder ein bald au
Stärke zunehmender SE-Wind durch, bei welchem der Luftdruck einen konstaut
hohen, im Maximum 771,4 mm betragenden Stand erreichte, und durch den die
Reise des bald über B. B.-, bald über St. B.-Bug segelnden Schiffes eine be
deutende Verzögerung erlitt. Als man sieh am 24. April in 26,3° S-Br und
6,8° W-Lg befand, gerieth die Bark abermals in kurze Stille und erst bei dem
auf diese folgenden frischen Süd- und SE-Winde konnte in einem Schlage nach
NO gesegelt werden. Am 27. April erreichte „Gvai/mas“ in 23,5° S-Br östliche
LäDge, am 1. Mai nahm unweit 15,5° S-ßr und 9,8° O-Lg der Wind südwestliche
Richtung an und sank daun allmählich zum ganz leisen Zuge herab. Am 7. Mai,
nach 81 tägiger Reise, erreichte die Bark ihren Bestimmungshafen, ln südlicher
Breite waren 41 Tage zugebracht worden. Man hatte dort: 10° S-Br in 20,1°
W-Lg am 1. April, 20° S-Br in 18,8° W-Lg am 6. April, und als wieder ein
nördlicher Kurs gesteuert wurde, zum zweiten Mal 20° S-Br in 5,1° O-Lg am
29. April, endlich 10° S-Br in 12,1° O-Lg am 5. März gekreuzt. Als südlichster
Punkt war 30° S-Br in 13° W-Lg am 15. April berührt worden. „Guaymas*
hatte zur Ausführung ihrer Reise eine im Ganzen wenig ernpfehlenswerthe Route
gewählt. Hätte die Bark im Gebiete des NE-Passats derart gesteuert, dafs die
äquatoriale Passatgrenze in möglichster Nähe der afrikanischen Küste erreicht
worden wäre; hätte sie sich dauu später bis zum Kap Palmas hin nahe an der
Küste gehalten, den ersten Meridian auf dem Aequator geschnitten und später
scharf am Wind segelnd in einem Schlage bis zur Küste des Festlandes gelegen,
so würden sich der Vollendung des letzten, in geringem Abstande vom Laude
zurückzulegenden Reiseabschnitts auch sehr wahrscheinlich keine grofsen
Schwierigkeiten entgegengestellt haben. Schiffe, die innerhalb der Tropen
Meerestheile zu durchsegeln haben, in welchen mit Sicherheit auf ganz leichte
Winde und Stille zu rechnen ist, werden in den meisten Fällen gut thun, sich
wenn möglich in der Nähe einer Küste zu halten. Dort kann man in vielen
Fällen auf Land- und Seewinde und immer wenigstens auf das seltenere Auf
treten von Stillen rechnen, als wie solche in gröfserer Entfernung vom Lande
vorzukommen pflegen. Aus diesem Grunde allein sollten zur Zeit des nördlichen
Winters und Frühlings nach dem Busen von Guinea bestimmte Schiffe auf dem
Wege zum Kap Palmas keineswegs die Nähe der Küste scheuen, und ebenso
die von Lagos und naheliegenden Häfen ausgehenden Schiffe sich keinen Augen
blick besinnen, östlich von deu dortigen Inseln zu gehen; denn die Erfahrung
lehrt besonders hier, dafs die Canierun oder Elobg verlassenden Schiffe fast
Aul), d. Hy.tr, etc., iss:, Heft III. g