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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., November 1882.
daliin 75 Tage nach dem Antritt der Reise verflossen, und während dieser Zeit
war: 10° N-ßr in 28,5° W-Lg aui 23. Juni, 20° X-Bi in 33,8° W-Lg am
30. Juni und 30° N-Br in 30,7° W-Lg am 6. Juli überschritten worden.
5. Reise der Rlsfletlier Brigg „Gemma“, Ka|»t. H. Beeilke.
Die von Hamburg nach dem Busen von Guinea bestimmte Brigg „Gemma“
vorliefs am 24. Dezember 1881 die Mündung der Elbe. Dieselbe traf in der
Nordsee und im Kanal stürmische Gegenwinde von solcher Dauer an, dafs man
nicht eher als am 24. Januar 1882 in die Nähe von Lizard gelangen kounte.
Von hier aus segelte dio Brigg unter nahezu gleichen Verhältnissen, wie sic im
Reisebericht des Mitseglors „Leander“, welcher den Kanal am 23. Januar ver
lassen hatte, schou erwähnt worden sind, südwärts. „Gemma“ gewann dabei
etwas gegen „Leander“ und verfolgte, was von grofser Wichtigkeit war, als
man sich später der südlichen Passatgreuze näherte, eiuen östlicheren Kurs,
als der Schoner. Die Brigg erreichte deshalb den Stillengürtel am 23. Februar
in 9° N-Br und 16,6° W-Lg, während „Leander“ ihn einen Tag später in
9,2° N-Br und 17,8° W-Lg betrat. Dieser an und für sich ganz unbedeutend
erscheinende Längenunterschied scheint doch damals — einer Jahreszeit, in
welcher alle nach dem Busen von Guinea bestimmten Schifte den Stillengürtel
in möglichster Nähe der Küste überschreiten sollten — von Eiuflufs auf den
ferneren Verlauf der Reise gewesen zu sein. Die an Scgelfähigkeit wahr
scheinlich fast gleichen Schifte entfernten sich nun, da „Gemma“ offenbar eine
günstigere Gelegenheit autraf, mehr von einander, und die Brigg gelangte zur
Länge des Kap Palmas am 6. März, vier Tage früher als der Schoner. Am
13. März überschritt „Gemma“ in 5,2° N-Br den Meridian von Greenwich und
am 18. März wurde auf der Rhede vou Lehe geankert. Die Dauer der Reise
von Lizard her betrug 53 Tage. Während derselben hatte man: 40° N-Br in
17,5° W-Lg am 8. Februar, 30° N-Br in 18,3° W-Lg am 14. Februar, 20° N-Br
in 19,8° W-Lg am 18. Februar und 10° N-Br in 17,8° W-Lg am 22. Februar
gekreuzt. Am 19. Februar war unweit 17° N-Br in 20° W-Lg ein Niederschlag
von rothem Staube beobachtet worden, dem eine stark dunstige Luft au den
vorhergehenden Tagen vorauging. Nachdem „Gemma“ später mehrere andere
an dortiger Küste gelegene Häfen besucht hatte, wurde am 5. Juni von einem
Platze Namens Porto Seguro aus die Heimreise nach Lissabon als Orderhafen
augetreten. Auf See wurden zunächst mäfsige südliche Winde angetroffen, hei
welchen man nach Süden hin zu gelangen suchte. Als „Gemma“ dann bis zum
12. Juni nach 2,6° N-Br in 2.5° O-Lg gekommen war, wurde zum letzten Male
gewendet und über St. B.-Bug gesegelt. Die Brigg rückte dann, da später
auch jene schou bei „Leander“ erwähnte überaus starke Westströmung beob
achtet wurde, in rascher Weise vor, überschritt den Meridian von Greenwich in
2,5° N-Br am 13. Juni und gelangte bis zum 23. Juni nach 1,2° N-Br in
21° W-Lg. Vou diesem letzteren Punkte aus schlug Kapt. Beeuke einen
nördlichen Kurs ein. Nachdem man denselben einige Tage verfolgt hatte, ging
der SE-Passat, ohne dafs vorher Störung eintrat, in den westlichen Monsun
über und von diesem wurde dio Brigg bis zum 29. Juni nach 10,5° N-Br in
23,8° W r -Lg geführt. Nachdem nördlich von diesem Punkte für einen Tag
wieder leichte, veränderliche, südöstliche Briese beobachtet worden war, stellte
sich am 30. Juni in der Nälio von 11° N-Br in 28° W-Lg der NE-Passat ein.
Man durchsegelte auch dessen Gebiet, hei darin angetroffeuer mäfsig starker
Briese, in langsamer Fahrt, bis am 14. Juli die in der Nähe von 28,5° N-Br
und 35° W-Lg liegende polare Passatgreuze erreicht wurde. Der Passat endete
hoi einem Barometerstände von 769,0mm in Windstille. Unweit 27° N-Br war
ein höchster Luftdruck von 771,0mm beobachtet worden. Auf dio das Passat
gebiet nördlich begrenzende Windstille folgte nacb einem Tage wieder ein lange
anhaltender leichter Ostwind, bei welchem erst, nachdem derselbe nördlich von
40° N-Br eine südöstliche Richtung angenommen hatte, ein einigermafsen rascher
Fortschritt erzielt werden konnte. Westlicher Wind stellte sich erst in der
Nähe von 41,5° N-Br in 18,5° W-Lg ein, und blieb derselbe von dort ab vor
herrschend. Am 16. August erreichte „Gemma“ bei kräftigem Nordwinde die
Mündung des Tajo. Die Dauer der Reise betrug 72 Tage. Während derselben