12
Orkan im Indischen Ocean, Mai 1881.
Die Düuung lief aus SW und SE. Um 9 b a. m. entschlofs Kapt. Gennerich
sich nach SSO abznhalten, als der Luftdruck dann aber bald wieder zu fallen
begann, wurde um 7 h p. m. abermals beigedreht.
2. „Levuka“. ln 10,2° S-Br und 94,2° O-Lg. Dicke verstopfte Luft.
Starke Gewitterböen, die sich in wolkenbruchartigem Regen entluden, zogen
von NW, gegen den zur Zeit wehenden frischen NE-Wind, über den Himmel.
Aus N0 und NW lief eine hohe unregelmäfsige See. Nach einer schweren, um
12 >> a. m. einfallenden, Böe hielt der in Stärke 10 wehende Wind sich für mehrere
Stunden nordwestlich. Während der letzten Wachen des Tages herrschte jedoch
wieder kräftiger NE-Wind. Es blitzte und wetterleuchtete in allen Richtungen,
und aus NW zogen kleine schwarze Wolken über den Himmel, welche äufserst
heftige Regengüsse herbeiführten. Kapt. Hansi machte an diesem Tage in
seinem Journale die Bemerkung, dafs das bis dahin in südlicher Breite an
getroffene Wetter eher den Namen von Kap Horn- als Passatwetter verdiene.
3. „Indra,“. In 11,3° S-Br und 89,2° O-Lg. Der anfänglich noch stür
mische, in Stöfsen wehende NE-Wind nahm nach 8' 1 a. m. an Stärke ab, und
gegen das Ende des Etmales herrschte nur noch leichte umspringende Briese.
Es blitzte in allen Himmelsrichtungen, und die Luft hatte ein drohendes Aus
sehen. Der Regen fiel fast ununterbrochen. In einer wild aufgeregten, sich
kreuzenden See arbeitete das Schiff aufserordentlich schwer.
4. „Deutschland“. In 15° S-Br und 83,1° O-Lg. Der kräftige SE-Passat
wehte während der letzten Wachen des Etmales in heftigen Böen, deren Stärke
9 bis 10 betrug. Die See lief sehr unregelmäfsig, und das gelbröthliche Aus
sehen der Luft war ein unheilverkündendes. Da auch der verhältnifsmäfsig
niedrige Barometerstand nichts Gutes weissagte, entschlofs sich Kapt. Kort
um 6 h p. m., befürchtend von einem Orkane überholt zu werden, mit dem Schiffe
beizudrehen.
5. „Auguste“. In 22,6° S-Br und 75,6° O-Lg. Während des ganzen
Etmales wehte ein stürmischer SE-Passat.
6. „Constanze“. In 21,7° S-Br und 103,6° O-Lg. Der bis Mittag beob
achtete mäfsige Ostwind holte später nach NE und wurde dann ganz flau. Die
Dünung lief aus SW.
7. „Joe Rauen“. In 7,8° S-Br und 105,4° O-Lg. Der frische Ostwind
hielt an bis um I2 h a. in. und sank später ganz allmählich zum leisen Zuge
herab. Gegen Ende des Tages wurde in nordöstlicher Richtung starkes Blitzen
beobachtet.
8. „Galatea“. In 9,2° S-Br und 101,4° O-Lg. Der während des Tages
herrschende leichte NE-Wind drehte in der letzten Wache bei Gewitter und
Regen nach NW.
4. Mai.
1. „Deiks Richtws“. In 10,4® S-Br und 93,6° O-Lg. Der stürmische,
besonders in von strömendem Regen begleiteten Böen wehende Wind drehte im
Laufe des Tages durch Nord nach NW. Es blitzte in allen Richtungen, und
der Zustand der See war ein wild aufgeregter. Gegen das Ende des Tages
nahm die Windstärke bedeutend ab und die Böen wurden seltener.
2. „Levuka“. In 12,1° S-Br und 92° O-Lg. Der kräftige, anfänglich
nordöstliche, Wind lief innerhalb der ersten beiden Wachen um nach Nord und
nahm bis zum heftigen Sturme zu. Da gleichzeitig auch der schon an und für
sich unverhältnifsmäfsig niedrige Luftdruck noch mehr abnahm, drehte Kapitän
Hansi um 12 h a. m. mit dem Schiffe über B. B.-Bug bei. Um 2 h p. m. wehte
aus Nord ein voller Orkan. Das nur vor der Sturmbesahn und einer im Besahns-
want befestigten Presermiug beiliegende Schiff lag mit seiner ganzen Leeseite
unter Wasser, und der übrige Theil des Schiffes wurde von der aus NW, Nord
und NE laufenden See fast vollständig begraben. Bis 5 b p. m. war der Himmel
mit sehr niedrig hängenden, rasch überziehenden, dunklen Wolken bedeckt,
während die Luft später mehr gleichmäfsig überzogen erschien. Die sehr
schweren Böen kündigten sich dann nur durch eine etwas dunklere Färbung
des Himmels an. Kurze Zeit vor Sonnenuntergang war der ganze Himmel
blntrolh gefärbt. Es blitzte uud wetterleuchtete in allen Richtungen. Um
7 h p. m., als der Wind in Stärke 11 aus WNW wehte, hatte der Luftdruck mit