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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Reise der Danziger Brigg »Betty“. 
versehenes Fahrzeug, das früher auf den nordamerikanischen Binnenseen benutzt 
worden war; für seichte Gewässer und zum Tragen grofser [.asten ausge 
zeichnet, als Segler aber und besonders mit dem Patentkiel in Unordnung, von 
sehr geringer Tauglichkeit. Indessen blieb die Expedition von weiteren Un 
fällen verschont. Der „Samosa“ erreichte glücklich den Eingang der Magellan 
Straße und wurde von hier von dem Dampfer nach Mine Martha Rhede 
geschleppt. 
Bald nach Ankunft der Expedition wurde die Zutageförderung der Kohle 
in Angriff genommen; auch baute man gröfsere Baracken zur besseren Beher 
bergung der Kolouisten, eine Sagemühle, sowie unweit der Kohlenmiue eine 
Landuugsbrücke zum Verladen der Kohlen. Bereits nach vier Wochen verliefs 
der „Samosa* wieder die Rhede mit einer vollen für Buenos Ayres bestimmten 
Kohlenladung. 
Inzwischen war die Kompagnie in Buenos Ayres bemüht, mehr Schiffe 
für Mine Martha zu chartern. Es gelang ihr noch, zwei, einen Schoner und 
eine Bark, letztere von 800 Tonneu Tragfähigkeit, in monatsweiser Befrachtung, 
frei von Lotsgeld und Schlcpplohn in der Magellan Straße, zu gewinnen, und 
beide Schiffe brachten denn auch je eine volle Ladung her. Da trat eine 
Stockung in den Verschiffungsarbeiten der schnell aufgeblühten Kolonie ein. 
Der „Samosa* war vou Buenos Ayres zurückgekehrt und im Begriff, eine zweite 
Ladung an der bereits ausgebauteu Mole einzunehmen, als am Abend eine 
hereiübrechende Böe ihn von seinen ganz nothdürftig befestigten leichten Ver 
täuungen rifs — es befand sich nur ein Knabe an Bord, die ganze Besatzung 
war am Lande — und ihn auf einen Stein trieb, woselbst er so zugerichtet 
wurde, dafs er als Wrack aufgegeben werden mufste. Der Schleppdampfer, 
welcher ausgesandt worden war, um die oben erwähnte Bark, welche bereits 
wieder von Buenos Ayres kommend auf Punta Arenas Rhede geankert hatte, 
von dort nach der Mine zu schleppen, ankerte bei einbreehender Nacht vor der 
Mündung des Fitzroy Kanals in Skyriny Water, und würde, ebenfalls ohne 
Ankerwache liegend, von dem unerwartet in der Nacht hereinbrechenden WSW- 
Wind gleichfalls auf den Strand getrieben, woselbst wir ihn noch sitzen sahen, 
als wir beinahe ein Jahr später mit der „Betty* die Stelle passirten. Die Bark 
wagte es aber nicht, die Reise von Punta Arenas ohne Hülfe eines Schlepp 
dampfers fortzusetzen, und segelte nach mehrwöchentlichem Aufenthalte wieder 
ostwärts. 
Nach Verlust des Schleppdampfers konnte die Kompagnie trotz gebotener 
vortheilhafter Bedingungen keine Schiffe für die Reise nach der Mme gechartert 
bekommen. Die vorhandenen Segelanweisungen enthalten auch wenig Ein 
ladendes für Segelschiffe. Die Bewohner von Punta Arenas, vielleicht be 
fürchtend, dafs ihnen von Mine Martha aus Konkurrenz im Robbenfang gemacht 
werden würde, der bereits nnfängt, unergiebig zu werden, riethen jedem ab, die 
Reise zu machen, die sie für ein Raasegelschiff geradezu für unausführbar er 
klärten, und als nun noch der Verlust der beiden Schiffe bekannt wurde, 
gerietb die Navigirung jeuer Gewässer durch Segelschiffe total in Verruf. 
Indessen hätte man in der Niederlassung, wenn auch die Verschiffung 
bis zur Ankunft der „Betty* für viele Monate unterbrochen worden war, doch 
die Zeit nicht unbenutzt gelassen. Es waren Schuppen zur Aufnahme der 
Kohlen erbaut und ein ansehnlicher Vorrath darin aufgespeichert worden. Mau 
hatte eine neue Mine gegraben, Wege gebaut, die Sägemühle vergröfsert und 
eine bedeutende Anzahl Stämme zum Zerschneiden aus dem Walde heran 
gebracht. Eine Cisterne mit ausgezeichnetem Trinkwasser war ebenfalls ange 
legt worden. Kurz Alles war fertig zum Verladen, und es fehlte nur an Schiffen, 
um den Betrieb in der Niederlassung zur weiteren Entwickelung zu bringen. 
Zum Verladen hatte man drei Leichter, jeden von etwa 10Tonnen Gehalt; „Betty* 
brachte den vierten. Alle sind offen und werden durch Ruder fortbewegt. 
Die Einwohnerschaft der Kolonie Mine Martha ist ebenso wie die von 
Punta Arenas aus Angehörigen der verschiedensten Nationen zusammengesetzt. 
Der Direktor wie ebenso der Administrador sind Spanier, die Ingenieure 
Engländer, die Mineure Spanier, Franzosen und Portugiesen, während sich das 
Handwerker- und Arbeiterpersoual aus Deutschen, Chilenen, Rassen und Portu 
giesen zusammensetzt. Sowohl in Mine Martha als in Punta Arenas findet man
	        
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