Reise der Danziger Brigg „Betty“.
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westlichen Ufer hat man in Seal Com und gegenüber Terran Insel ganz gute
Ankerplätze. Selbst am Fufse steiler Berge kann man mitunter Ankergrund
finden, wenn mau darauf achtet, wo sich am Ufer sandige Stellen zeigen. Bei
eintretender Stille oder Gegenströmung, wenn ein bekannter Ankerplatz nicht
zu erreichen ist, sollte man das Schiff vermittelst des Bootes nach einer solchen
Stelle hinbugsiren lassen; das Loth ergiebt hier fast immer eine Tiefe, auf
welcher bequem zu ankern ist. Nachdem Kap Forty five passirt ist, hat man
in Lago de la Botella Port Henry und am jenseitigen Ufer Cutter Com zum Ankern.
WzN von Cutter Cove befindet sich am westlichen Ufer ebenfalls eine kleine
sandige Bucht, die genügend Schutz als Warteplatz bietet und nach meinem
Dafürhalten von allen Ankerplätzen in dieser Gegend der geeignetste ist.
Beim Aufkreuzen von Three Islands Bai nach Kap Forty five sollte man
das westliche Ufer halten, da hier der einlaufende Strom am stärksten ist und
man bei eintretender Stille gröfsere Sicherheit hat, über Kap Forty five hinaus
zu treiben. Hält man die Mitte oder mehr die Ostseite, so läuft man bei ein
tretender Stille Gefahr, auf die Untiefen in der Nähe von Terra«-Insel oder
auch in die am östlichen Ufer nach SSE setzende Gegenströmung zu geiathen.
Unter solchen mifslichen Umständen bleibt im schlimmsten Falle noch die Mög
lichkeit, in der Mitte des Kanals auf 80—90 m (45—50 Fad.) Tiefe vor Wurf
anker und Tau zu ankern. Der Gezeitenstrom läuft hier wohl nie stärker als
3- 3Vä Kn.
Nördlich von Kap Forty five wird das Aufkreuzen mit der Fluth bereits
bedeutend leichter und wird auch unterstützt durch die aus JS'uMez Creek und
anderen Oeffnungen herauskommenden Böen, welche oft einen langen Streckbug
möglich machen. Weiterhin bei Kap One werden die Verhältnisse noch
günstiger. Das Land wird niedriger, und der Wind weht glciehmäfsiger, auch
hat man Aussicht, den Wind aus dem Lande und damit günstig zu erhalten.
Wenn Jerome Channel passirt ist, sind die hauptsächlichsten Schwierig
keiten der Fahrt nach Skyring Water überwunden. In Otway Watei' hat mau
am westlichen Ufer überall Ankergrund, und die Windverhältnisse gestatten
fast immer, nordost- oder südwestwärts längs zu steuern. Der Gebrauch des
Lothes ist hier nothwendig. Man gehe nicht zu nahe an Inglefield-Insel hinan,
bleibe vielmehr in der Mitte zwischen der Insel und dem westlichen Festland
ufer. Je näher man der Mündung von Fitzroy Channel kommt, desto dichter
halte mau die Küste. Um Kap Hall zu passiren, warte man den Tag ab.
Das Land ist hier äufserst niedrig. Nur Bolton Bing hobt sich hervor und
zeigt in der Ferne die Stelle an, wo man die Mündung von Fitzrog Channel
zu suchen hat.
Fitzroy Channel hat überall Ankergrund. Da derselbe aber sehr eng ist,
auch an einigen Stellen Untiefen hat, die sich fast bis in die Mitte des Kanals
erstrecken, so ist an ein Kreuzen mit einem Baaschiff nicht zu denken; mau
rnufs darin viel mehr navigiren, wie iu einem Flusse, iu welchem Ebbe und Fluth
läuft. Der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser beträgt 1,5 bis 1,8m;
übrigens tritt die Gezeit sehr unregelruäfsig auf und ist in hohem Grade von
den in Otway und Skyring Water herrschenden Winden abhängig.
Specialkürten von Jerome Channel, Otway Water, Fitzroy Channel und
Skyring Water konnte ich in Buenos Ayres nicht erhalten. Die von mir benutzte
Karte „Magellan Strait, Secoud Narrows to Cape Pillar. AdmiruHy Corrections
1873“ ist in Betreff der Strecke von Jerome Point bis Mine Martha sehr wenig
ausführlich. 1 ) Der chilenische Kriegsdampfer „Magallanes“ hat die Magellan-
Strafse, sowie auch Jerome Channel, Otway Water, Fitzroy Channel und Skyring
Water vor einigen Jahren besucht; ob derselbe auch Aufnahmen gemacht hat,
konnte ich nicht in Erfahrung bringen.
Bei Kap Hall, am südlichen Eingang von Fitzroy Channel, findet man
einen bequemen Ankerplatz, um die passende Gelegenheit zum Eiusegeln abzu
warten. Wenn der Wind vom westlichen Ufer kommt, weht er auch hier oft
>) In einer neueren Ausgabe der genannten Karte — Corrections November 1881 —, zu
welcher ein im Jahre 1879 von der chilenischen Regierung veröffentlichter, nach den Aufnahmen des
Kriegsdampfers „ Mugaltanes* gezeichneter Plan von Skyrtny Water mitbenutzt wurde, sind kiUruy
Vhannel und Skyring Water ausführlicher dargestellt. Anm, d. Dir. d. Seewarte.