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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Reise der Danziger Brigg „Betty“. 
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westlichen Ufer hat man in Seal Com und gegenüber Terran Insel ganz gute 
Ankerplätze. Selbst am Fufse steiler Berge kann man mitunter Ankergrund 
finden, wenn mau darauf achtet, wo sich am Ufer sandige Stellen zeigen. Bei 
eintretender Stille oder Gegenströmung, wenn ein bekannter Ankerplatz nicht 
zu erreichen ist, sollte man das Schiff vermittelst des Bootes nach einer solchen 
Stelle hinbugsiren lassen; das Loth ergiebt hier fast immer eine Tiefe, auf 
welcher bequem zu ankern ist. Nachdem Kap Forty five passirt ist, hat man 
in Lago de la Botella Port Henry und am jenseitigen Ufer Cutter Com zum Ankern. 
WzN von Cutter Cove befindet sich am westlichen Ufer ebenfalls eine kleine 
sandige Bucht, die genügend Schutz als Warteplatz bietet und nach meinem 
Dafürhalten von allen Ankerplätzen in dieser Gegend der geeignetste ist. 
Beim Aufkreuzen von Three Islands Bai nach Kap Forty five sollte man 
das westliche Ufer halten, da hier der einlaufende Strom am stärksten ist und 
man bei eintretender Stille gröfsere Sicherheit hat, über Kap Forty five hinaus 
zu treiben. Hält man die Mitte oder mehr die Ostseite, so läuft man bei ein 
tretender Stille Gefahr, auf die Untiefen in der Nähe von Terra«-Insel oder 
auch in die am östlichen Ufer nach SSE setzende Gegenströmung zu geiathen. 
Unter solchen mifslichen Umständen bleibt im schlimmsten Falle noch die Mög 
lichkeit, in der Mitte des Kanals auf 80—90 m (45—50 Fad.) Tiefe vor Wurf 
anker und Tau zu ankern. Der Gezeitenstrom läuft hier wohl nie stärker als 
3- 3Vä Kn. 
Nördlich von Kap Forty five wird das Aufkreuzen mit der Fluth bereits 
bedeutend leichter und wird auch unterstützt durch die aus JS'uMez Creek und 
anderen Oeffnungen herauskommenden Böen, welche oft einen langen Streckbug 
möglich machen. Weiterhin bei Kap One werden die Verhältnisse noch 
günstiger. Das Land wird niedriger, und der Wind weht glciehmäfsiger, auch 
hat man Aussicht, den Wind aus dem Lande und damit günstig zu erhalten. 
Wenn Jerome Channel passirt ist, sind die hauptsächlichsten Schwierig 
keiten der Fahrt nach Skyring Water überwunden. In Otway Watei' hat mau 
am westlichen Ufer überall Ankergrund, und die Windverhältnisse gestatten 
fast immer, nordost- oder südwestwärts längs zu steuern. Der Gebrauch des 
Lothes ist hier nothwendig. Man gehe nicht zu nahe an Inglefield-Insel hinan, 
bleibe vielmehr in der Mitte zwischen der Insel und dem westlichen Festland 
ufer. Je näher man der Mündung von Fitzroy Channel kommt, desto dichter 
halte mau die Küste. Um Kap Hall zu passiren, warte man den Tag ab. 
Das Land ist hier äufserst niedrig. Nur Bolton Bing hobt sich hervor und 
zeigt in der Ferne die Stelle an, wo man die Mündung von Fitzrog Channel 
zu suchen hat. 
Fitzroy Channel hat überall Ankergrund. Da derselbe aber sehr eng ist, 
auch an einigen Stellen Untiefen hat, die sich fast bis in die Mitte des Kanals 
erstrecken, so ist an ein Kreuzen mit einem Baaschiff nicht zu denken; mau 
rnufs darin viel mehr navigiren, wie iu einem Flusse, iu welchem Ebbe und Fluth 
läuft. Der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser beträgt 1,5 bis 1,8m; 
übrigens tritt die Gezeit sehr unregelruäfsig auf und ist in hohem Grade von 
den in Otway und Skyring Water herrschenden Winden abhängig. 
Specialkürten von Jerome Channel, Otway Water, Fitzroy Channel und 
Skyring Water konnte ich in Buenos Ayres nicht erhalten. Die von mir benutzte 
Karte „Magellan Strait, Secoud Narrows to Cape Pillar. AdmiruHy Corrections 
1873“ ist in Betreff der Strecke von Jerome Point bis Mine Martha sehr wenig 
ausführlich. 1 ) Der chilenische Kriegsdampfer „Magallanes“ hat die Magellan- 
Strafse, sowie auch Jerome Channel, Otway Water, Fitzroy Channel und Skyring 
Water vor einigen Jahren besucht; ob derselbe auch Aufnahmen gemacht hat, 
konnte ich nicht in Erfahrung bringen. 
Bei Kap Hall, am südlichen Eingang von Fitzroy Channel, findet man 
einen bequemen Ankerplatz, um die passende Gelegenheit zum Eiusegeln abzu 
warten. Wenn der Wind vom westlichen Ufer kommt, weht er auch hier oft 
>) In einer neueren Ausgabe der genannten Karte — Corrections November 1881 —, zu 
welcher ein im Jahre 1879 von der chilenischen Regierung veröffentlichter, nach den Aufnahmen des 
Kriegsdampfers „ Mugaltanes* gezeichneter Plan von Skyrtny Water mitbenutzt wurde, sind kiUruy 
Vhannel und Skyring Water ausführlicher dargestellt. Anm, d. Dir. d. Seewarte.
	        
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