Weyer: Bestimmung des Beubachiungsortes etc.
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Es sei z. B. beobachtet am 2. Januar 1883:
M. G. Z. Wahre Höhen R. A. Dekliu.
5 h 300 * a. m Capclla h = 40° 0' im W. « = 5 h 8" 6 * d = 45” 52' 28“ N
5 30 51 Rigel h' = 20 0 „ „ | a‘ — 5 8 57 d' = 8 20 35 8.
in — 18" 49 " 59',
so ist hier d—d' — 54 u 13'3“ und die Rechnung orgiebt:
log siu h
= 9,80807
Capella t= 4" 5 n '
29' W
Rigel t = 4 h
5 m
29”
„ cos d'
= 9,99538
: „ « — 5 s
6
c.‘ — 5
8
57
0,63599
. . 9,80345
Sternzeit = 9 13
35
St.Zt.= 9
14
26
log sin h'
= 9,53405
m • a= 18 49
49
m c-'« = 18
49
49
„ cosd
a* 9,84274
M. 0. /. = 14" 23
40
M, o. z. = ü
24
37
0,23812
. . 9737679
AI. G. Z. = 17 30
0
M. G. Z. = 17
30
51
0,39787
. . 9,59974
3 6
14
3
6
14
win (d—d')
log sin y
= 9,90915
ss 9,69059
Länge = 46° 33,
5' W
Länge = 46° 33,
5' W
•f
— 29° 22,2' N
womit t — 4 h 5“ 29*.
Eine zweite mögliche Auflösung ist hier ausgeschlossen Wäre der
Stundenwiukel t — 4 11 5" 29' aber unbestimmt gelassen, ob östlich oder westlich,
nach den zuerst von Gauss vollständig
Differentialformeln (s. d. folg. Kapitel):
so hätte man für den östlichen
Stuudenwinkel zwar dieselbe Breite
y — 29° 22,2' N, aber eine, um den
doppelten Stundenwinkel gröfsere W-
Länge gefunden, also die Länge
— 46° 33,5' W -f 2 t = 46° 33,5'
-f 122° 44,5' — 169° 18,0' W. Hierin
würde somit die zweite mögliche Auf
lösung bestehen, welche aberwegfällig
ist wegen der obigen bestimmten
Angabe.
Die Berechnung der Azimutho
giebt für Capella A = S 127° 4' W
und für Rigel A' — S 67° 32' W,
also A' — A — — 59° 32' und damit,
und in einfachster Form gegebenen
dy = —
dt= -f
sinA' sin A
r-777—., . d h -f- . ,. ;—T-r dh':
sm (A'—A) sin (A'—A)
cos A'
dh
cos A
cosy sin (A'—A) ““ cosy sin (A'—A)
dy = -F 1,072. dh — 0,925. dh';
dts-0,509. dh -F 0,802. dh'
dh'
so dafs ein konstant angenommener Höhenfehler im obigen Beispiel nur den
zehnten Theil seines Betrages in der Breite und drei Zehntel desselben in der
Längenbestimmung ändern würde.
Das obige Beispiel ist so gewählt, dafs beide Sterne nahe gleiche
Rektascension haben, also die ganze Beobachtung in kurzer Zeit erledigt wird,
daher auch keine Rücksicht auf die Fahrt des Schiffes in der Zwischenzeit zu
nehmen ist. In diesem Sinne wurde die Einführung des Verfahrens auch von
Prof. Bono beabsichtigt durch die Schrift: „Nuovo metodo per determinare la
latitudine mercè le altezze di due stelle prossime ad un medesimo semi-circolo
di declinazione per Antonino Bono, Professore di Navigazione nel R. Instituto
Nautico di Receo, Genova 1876, 11 Seiten in 8°“, welche zwar nicht mehr durch
den Buchhandel zu erlangen war, aber von der Bibliothek des Hydrographischen
Amts entlehnt werden konnte. Es findet sich auch ein ausführlicher Bericht