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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Weyer: Bestimmung des Beobachtungsortes etc. 
157 
Am. il. Hy,Ir. etc., 1883, Heft UI. 
1 
und sin SS' 
sin © cos <5‘ 
sin v 
, so dafs mit diesen Substitutionen auch die Formel (2) 
erfolgt. Gauss hatte also durch eine zweckmäfsige Elimination dasselbe er 
reicht, was die kunstlose geometrische Betrachtung sofort als den einfachsten 
Weg der Auflösung darbietet, welchem bereits Regio montan bei der all 
gemeinen Aufgabe folgte. Eine Umformung der obigen vier Formeln für die 
logarithmische Rechnung von Gauss mufste denn auch wieder im Wesentlichen 
zusammenfallen mit der bekannten logarithmischen Auflösung durch Einführung 
des Perpendikels in die schiefwinkligen Dreiecke. Es ergaben sich damit sechs 
Formeln,* 4 ) von denen die dritte noch in einer für die logarithmische Rechnung 
unbequemen Gestalt gelassen war; aber diese Formeln mufsten überhaupt bald 
wieder entbehrlich gefunden werden, sei es, dafs man die Berechnung der 
einzelnen Dreiecke vorzog, oder dasjenige Formelsystein wählte, welches von 
Gauss selbst bei vielen andern Gelegenheiten als mustergültig für die schärfste 
Rechnung gebraucht und damit eingeführt wurde. Die Schrift von Gauss gab 
übrigens noch zu einigen Mifsverständnissen Anlafs. Schon bei der ersten 
Anzeige derselben in der „Monatl, Corresp.“, Bd. 19, pag. 135, hiefs es, Gauss 
habe eine neue Methode veröffentlicht für die Breiten- und Zeitbestimmung aus 
zwei gleichen Höhen von zwrni Sternen. In dem Rechnungsbeispiel desselben 
waren aber die Beobachtungen zwar sehr zweekmäfsig, jedoch nur als besonderen 
Fall, so gewählt worden, dafs beide Höhen einander gleich wurden. Harding 
wurde dadurch veranlafst, bei der deutschen Bearbeitung ein Beispiel mit zwei 
ungleichen Höhen hmzuzufügen. Ferner glaubte Delambre, nachdem ihm beide 
Arbeiten bekannt geworden waren, dafs Gauss etwa selbst nicht die Identität 
des Resultats seiner Elimination mit der trigonometrischen Auflösung bemerkt 
haben möchte, weil davon nichts erwähnt war, sondern die Brauchbarkeit dieser 
Bestimmung von Breite und Zeit, als einer neuen Methode, auch praktisch durch 
ein Zahlenbeispiel nachgewiesen wurde, „da die praktischen Astronomen sich 
nicht selten zu beschweren pflegten, dafs die von den Theoretikern vor 
geschlagenen Methoden zur wirklichen Anwendung nicht immer ganz geeignet 
seien“ u. s. w. Delambre bemühte sich daher, diese Identität sehr ausführlich 
nachzuweisen, in Begleitung von Reflexionen über die leichtere trigonometrische 
Erlangung desselben Resultats (Conn. d. T. 1811, pag. 453 —475, und für 1812, 
pag. 338—342). Zur Erklärung der Auffassung von Delambre kann übrigens 
doch u. a. auch die Aeufserung von Bessel dienen, welcher nach dem Empfang 
des Programms an Gauss schrieb: „Früher habe ich die Aufgabe oft auf 
Kometen bahnen angewandt, allein mich immer mit der trigonometrischen, 
freilich minder bequemen, Auflösung beholfen. Unter Ihren Händen erhält Alles 
eine neue Gestalt, und selbst das Alltäglichste bietet verborgene Seiten dar“ 
(Briefwechsel zwischen Gauss und Bessel, Leipzig 1880, pag. 98). Für die 
weitere Aufklärung und Erledigung dieser Sache finden sieh übrigens noch die 
folgenden Bemerkungen von Gauss in einem späteren Briefe an Bessel (1. c. 
pag. 146): „Die Connaissance des Temps 1812, die ich vor einem Paar Tagen 
erhalten habe, hat mir doch oft ein lautes Lachen abgenöthigt; Herr Delambre 
ist doch oft mit sehenden Augen ganz blind gewesen. Jetzt erst ist es mir 
auch klar geworden, wie er zu den wunderlichen, weitschweifigen und trivialen 
Anmerkungen über mein Programm „Methodus nova 35 ) elevationem etc.“ 
gekommen ist. Ich bezog natürlich den Ausdruck nova darauf, dafs ich 
glaubte, der Vorschlag, aus Höhe vou zwei willkürlichen Sternen und der 
Zwischenzeit Polhöhe zu bestimmen, sei neu, d. h. nicht gerade für gewandte 
Astronomen, die leicht auf 100 verschiedene Kombinationen und Ressourcen 
kommen, die nicht in Büchern stehen, aber doch noch in keiner bekannten 
tg 
3) cosw 
s v tg h / 
fF-rñb 
2) ,gv - 
1 g sin (F — 8) 
sin h' sin F 
tg (F—iS) Vsitt h sin 8' cos (F—8) 
tg h cos G tg u 
4) G ~ ■ 5 > '8 * Ä siü(G—rf)> 
*) Iiu Texte steht: „Methodus peculiaris“, doch hat die Uehersetzung von Harding den Titel: 
»Neue Methode“ . . . 
15) tg ff =• cos Ä eotg (G—8).
	        
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