10
Orkan im Indischen Ocean, Mai 1881.
Böen enthielten heute etwas weniger Wind, als am vorhergehenden Tage. Auch
war der Himmel oben zu Zeiten klar, wenngleich ringsum in der Kimm noch
dunkle Wolkenmassen Stauden. Kapt. Gennerich nahm an, dafs das Unwetter
weiter nach Süden hin ausgetobt habe, und wurde deshalb um 8 h a. m. ab
gehalten und vor gerefften Segeln ein südlicher Kurs ein geschlagen.
2. Hamburger Bark „LevukaKapt. A. F. Hansi. Dieses Schiff, welches
am 27. und 28. April ebenfalls stürmische SW-Winde beobachtet hatte, befand
sich am Mittage des 29. April in 3,8° S-Br und 96,9° O-Lg. Der auch an
diesem Tage anfänglich Doch stürmisch aus SW wehende Wind mäfsigte sich
später für eine Zeit lang, wurde jedoch gegen das Eude des Etmals wieder
heftig. Das Wetter war regnerisch und böig, und aus SW, Süd und SE lief
eine hohe wilde See.
3. Hamburger Bark „Indra“, Kapt. P. C. Wilder. Diese am Mittage
des 29. April in 5,8° S-Br und 92,1° O-Lg stehende Bark hatte während der
beiden vorhergehenden Tage dasselbe stürmische Wetter, wie die beiden eben
erwähnten Schiffe angetroffen. Dagegen wurden am 29. April leichte veränder
liche Winde, die nur zuweilen von Böen unterbrochen wurden, beobachtet. Das
Aussehen der Luft war ein drohendes.
4. Hamburger Vollschiff „Deutschland“, Kapt. R. Kort. Schiffsort um
Mittag in 8,3° S-Br und 93,4° O-Lg. Leichte veränderliche östliche Briese.
Dünung aus SE und MW.
5. Bremer Bark „Auguste“, Kapt. H. Schumacher, ln 17,7° S-Br und
87,3° O-Lg. Frischer Ostwind bei gutem, nur etwas böigem Wetter.
6. Hamburger Vollschiff „Constanze“, Kapt. J. Jarck. Tn 29,4° S-Br
und 103,4° O-Lg. Bei gutem Wetter herrschte leichte östliche Briese.
7. Bremer Bark „Joe Hauers“, Kapt. E, Krause. Am Mittage in
17,7° S-Br und 104,0° O-Lg stehend, segelte dieses Schiff den ganzen Tag bei
frischem Ostwinde. Das Wetter war gut.
30. April.
1. „Deike Rickmers“. In 6,7° S-Br und 93,7° O-Lg. Am Vormittage
regnete es fast ununterbrochen. Nachmittags lief der allmählich schwach ge
wordene Wind um nach SE. Der Himmel war fast beständig bedeckt, und oft
zogen sehr dunkele Wolkeumasseu über den Himmel. Nachts blitzte es in
nordöstlicher und südöstlicher Richtung.
2. „Levuka“. In 4,9° S-Br und 97,3° O-Lg. Nach Mittag folgte auf
den bis dahin stürmischen SW-Wind leichte Mallung und Windstille. Manchmal
gab es leichte Regenböen.
3. „Indra“. In 7,1° S-Br und 92,3° O-Lg. Wählend der ersten Hälfte
des Etmales herrschte leichter südwestlicher Wind; dagegen beobachtete man
in der zweiten Hälfte des Tages flaue unbeständige südöstliche Briese.
4. „Deutschland“. In 9,3° S-Br und 92,6° O-Lg. Bis 12 h a. m. herrschte
leichte östliche und westliche Mallung. Nach dieser Zeit wehte frischer Ost
wind, der Regenböen herbeiführte.
5. „Auguste“. In 19° S-Br und 85,3° O-Lg. Bei regnerischem Wetter
herrschte bis 6 h p. m. leichter Ostwind und nach dieser Zeit ein kräftiger
SE-Wind.
6. „Constanze“. In 27,8° S-Br und 103,2° O-Lg. Während des ganzen
Etmales wurde bei gutem Wetter leichte Mallung beobachtet, die ihre Richtung
allmählich von Ost durch Nord nach NNW veränderte.
7. „Joe Rauers“. In 15° S-Br und 104,7° O-Lg. Ein kräftiger be
ständiger Ostwind begünstigte den ganzen Tag hindurch die Fahrt.
1. Mai.
1. „Deike Rickmers“. ln 7,4° S-Br und 93,1° O-Lg. Bis 4 h a. m.
herrschte flauer SE-Wind. Nach dieser Zeit wurde derselbe stürmisch, os
regnete fast ununterbrochen, und die Luft Dabm abermals ein solch bedrohliches
Aussehen an, dafs Kapt. Gennerich, befürchtend auf südlichem Kurse in einen
Orkan hineinzulaufen, sich um 4 h p. m. entschlofs, mit dem Schiffe wieder bei
zudrehen. Trotz des stürmischen Ostwindes lief die Dünung hoch aus SSW,
Nachts blitzte es in südwestlicher und südsüdöstlicher Richtung.