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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

< li kau zu Manila. 
130 
Um ll h 46 m trat Manila in das Sturmcentrum eiu; die Kalme selbst 
dauerte im Ganzen 16 Minuten, von ll h 46 ra bis 12 h 2”, jedoch herrschte nicht 
während der ganzen 16 Minuten absolute Windstille, sondern während 6 Minuten, 
von ll h 46" bis ll b :'>2"’, war sie von einzelnen Windstöfscn aus verschiedenen 
Himmelsrichtungen unterbrochen, daun trat durch 2 Minuten absolute Wind 
stille ein, worauf wieder 8 Minuten relative Kahne folgte. Während der 
Kalme klarte der Himmel zwar nicht gänzlich auf, aber die dichten Wolken 
machten einem leichten Wolkenschleicr Platz.“ 
Die Windrichtung änderte sich während der ersten Periode des Sturmes 
bis zum Eintritt der Kalme von NNE bis NW, und nach dem Austritt ans der 
Kalme setzte der Wind ans SW (nicht SE) eiu, das ganze Phänomen endete mit 
Südwind; hieraus ist zu folgern, dafs die Luft in diesem Orkan in stark einwärts 
gebogenen Spiralen dem Ceutrum zuströmte. Dies bestätigen auch die anderen 
Beobachtungen auf der Insel Luzon. So hatte zur Zeit, als Manila sich innerhalb 
der Kahne befand, Suol in NW (von Manila) und Sv big in WNW: Nordwind; — - 
San Luis de Panipanga in Nord: NE-Wind;— Mariveles in WSW: WSW-Wind; 
Pnnta Santiago in SW uml Calambu in SSE: SW-Wind. 
Zieht man die Isoharen für die Zeit, wo Manila sich im Sturmceutrum 
befand, so lindet man, dafs der Gradieut im westlichen Theil des Wirbels 
flacher, im östlichen aber steiler gewesen ist. Die Bahn des ganzen Sturmkörpers 
hatte eine Richtung von SE nach NW, welche durch die Verbindungslinie Manila- 
Subig gegeben ist. 
Am 20. Oktobor 
war zu 
Manila 
der 
Gang 
des Barometers in mm 
folgender: 
l h a. u). 
2'- 3» 
4!, 
5» 
6" 
7k 
8>‘ 
9>< IC* 
754 80 
54.05 53.25 
52,50 
52,38 
51,97 
51.07 
50,82 
48,52 44,51 
lO'/A* a. m. 
11'* 111'40’“ 
12 h 
11' p. m. 
2i> 
3* 
4» 
5 h 6 b p- Dl. 
737,10 
32,39 27,60 
29,00 
43,62 
49,84 
51,62 
52,90 
54,05 54,90 
Die Temperatur, welche bis zu dem Eintritt der Kalme (zu Manila) sich 
glcichmäfsig verhielt, stieg plötzlich um 7° (von 24° bis 31°), und die Feuchtig 
keit, welche sich zu gleicher Zeit nahe dem Sättigungspunkte gehalten hatte, 
fiel bei dem Eintritt der Kalme unvermittelt auf 43 # / 0 , eine Trockenheit, die hier 
höchstens im April oder Mai, und da auch nur äufserst selten beobachtet wird. 
Nach dem Vorübetgango des Sturmccntrums (s. oben) brach der Wind mit 
gleicher Stärke wieder herein; das Barometer stieg rascher, als es vorher ge 
fallen war; die Temperatur und Feuchtigkeit nahmen ebenso plötzlich wiederum 
nahezu dieselben Werthe an, die sie vor Eintritt der Kalmen bcsafsen. 
Die gemessenen Regenmengen waren anfänglich nicht bedeutend; von 
1" bis 5 h a. m. fielen 47 mm Regen; hierauf regnete cs fast gar nicht, bis kurz 
vor Eintritt der Kalme, in welcher in V* Stunde 100 mm Regen fielen; nach 
ll h 40 m fielen noch im Ganzen 18mm; nach 2 h p. m. hörte es auf zu regnen: 
von l b a. ui. bis 2 h p. m. fielen also 165 mm Regen (vgl. pag. 128). 
Vergleichende Uebersicht der Witterung des Monats November 1882 
in Nordamerika und Centraleuropa. 
(Mittheilimg von der Deutschen Seewürfe.) 
Nach der „Monthlg Weather Review“ des „Signal Office'* in Washington 
und der von der Deutschen Seewarte herausgegebenen Uebersicht der Witterung 
stellen wir im Folgenden die Hauptzüge im Witterungs-Charakter des Monats 
November 1882 in Nordamerika und Centralettropa einander gegenüber.
	        
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