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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Golf too Martaban. — Orkan zti Manila. 
das Loth zu gebrauchen, denn man darf dabei nicht in flacheres Wasser als 10 bis 
lim kommen. Hat man dagegen die Distanz abgelaufen, und ist das Land bei 
unsichtigem Wetter nicht zu sehen, so ist es am besten, sofort zu aukern, sobald 
die geringste Zunahme der Wassertiefe (über 13m bei Niedrigwasser) gefunden 
wird,, da die tiefste Rinne mit 16 bis 20m dicht bei den Bänken ist. 
Diese Rinne ist nur sehr schmal; die gröfste der Beeloogyoon-B'&nke 
ist 4 V« Sm lang, 2 3 A Sm breit, und ihre nach See zu liegende Kante erstreckt 
sich in derselben Richtung als die Küste, beinahe Nord—Süd, quer über die 
Flufsmündung. Sie fäilt an dieser, der Westseite, steil abwärts; man findet 
14 bis 16m bei Niedrigwasser 7 bis 5 Kblg von der Bank entfernt. Weiter 
nach See zu ist das Wasser flacher, lim; die obenerwähnte tiefe Rinne hält sich 
dicht längs der Kante der Bänke, wahrscheinlich infolge der Haupt-Gezeiten 
strömung des ¿¡¿««ng-Flusses, welche diese Richtung hat und dadurch die Bänke 
so steil abfallend erhält. 
In dieser tiefen Rinne lothete der „British India Steam Navigation 
Company“ Dampfer „Socotra“ bei Hochwasser 20in, als derselbe von Rangoon 
nach Moulmein steuerte. Unglücklicherweise beachtete der Führer des Dampfers 
dies nicht, sonst hätte er augenblicklich nach See zu gewendet und nicht seinen 
Kurs ostwärts beibehalteu; die Folge hiervon war, dafs das Schill' auf den 
Beeloogyoon-BinkeD scheiterte. 
Orkan zu Manila am 20. Oktober 1882. 
Ueber diesen aufsergewöhnlich heftigen und in seinen W T irkungen äufserst 
verheerenden Orkan haben die Tagesblätter verschiedene Angaben gebracht. Durch 
Vermittelung des „Auswärtigen Amtes“ ist uns über denselben nachstehende 
Mittheilung des Deutschen Konsulates zu Manila zugegangen. „In der Abend 
ausgabe der in Manila erscheinenden Zeitung „El Comercio“ vom 19. Oktober 1882 
wurden die Einwohner von Manila auf Wunsch der hiesigen meteorologischen 
Beobachtungsstation darauf aufmerksam gemacht, dafs Anzeichen eines Sturmes 
vorhanden seien. Es wurde jedoch dabei bemerkt, dafs kein Grund zu besonderer 
Besorguifs vorläge. Wie später festgestellt worden ist, war die Entfernung 
des Sturmes um 3 1 * p. m. desselben Tages 370 engl. Meilon, Das Barometer 
zeigte am 19. Oktober um 12 h Mittap einen Stand von 756,40 mm, um 3 h p. m. 
755,40 mm; 10'' p. m. war es wieder um 1,2 mm gestiegen und bis 4 h a. m. am 
20. Oktober um 4 min gefallen. Um 4*/* u. m. wurde das Sturmsignal aufgezogen 
und die nördlichen und mittleren Provinzen von Luzon wurden von dem 
Herannahen des Sturmes telegraphisch benachrichtigt. Wenige Personen scheinen 
indessen trotz dieser Warnungen die drohende Gefahr erkannt zu haben; es 
kommt hier nämlich allzu häufig vor, dafs „baguios“ (Stürme) angezeigt werden, 
die Manila gar nicht oder doch nur leicht berühren. 
Der am 20.Oktober hereinbrechende Orkan wehte Anfangs von NE um9 h a.m. 
schon mit grofser Heftigkeit, die sich, in Begleitung von Blitzen und Erdstöfsen, 
jeden Augenblick steigerte und ihren Höhepunkt um ll 11 40“ a. in. erreichte, zu 
welcher Zeit sich die Stadt Manila bei einem barometrischen Minimum von 
727,60 mm innerhalb des Sturmwirbels befand; der Wind liefs plötzlich an Stärke 
nach, und um ll h 52™ a. m. trat 'während 2 Minuten eine absolute Windstille 
ein (vgl. unten). Um ll h 54“ begann das Barometer wieder zu steigen; um 
12 1 Mittags stand es auf 730 mm, worauf der Sturm mit derselben Kraft wie 
vorher, jedoch aus SW zu wehen aDfing. Die Dauer des Nachspiels war eine 
kurze. Um 6 h p. m. zeigte das Barometer wieder 754,90 mm. 
Der Durchmesser des Wirbelceutrums soll (nach den Beobachtungen von 
P. Faura) kaum 16engl.Meilen betragen haben; die gröfste um IPSO“ gemessene 
Geschwindigkeit war 187,2 km pro Stunde — 52 m pro Sekunde. Bald nachher 
wurden die Anemometer durch die anwachsende Kraft des Sturmes zertrümmert; 
es konnten daher keine Geschwindigkeitsmessungen mehr angestellt werden. Die
	        
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