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Full text : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Hafen  von  Colombo.

Golf  von  Martaban.

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muu  jedoch  während  der  Nacht  in  den  Hafen  einzulaufeu,  so  mufs  man  in  einem
Abstande  von  3  Sm  vom  Hafen  das  gebräuchliche  Lotsensignal  machen,  und  ist
man  auf  dem  vorher  erwähnten  Ankerplatz  angelangt,  beim  SW-Monsun  nach
NW  beidrehen,  um  es  dem  Lotsenboot  so  leicht  als  möglich  zu  machen,  au
der  Leoseite  längssoit  zu  kommen,  und  daselbst  den  Lotsen  erwarten.  Dabei
ist  es  vorteilhaft,  zuweilen  in  den  Wind  zu  drehen,  um  soviel  als  möglich  auf
derselben  Stelle  zu  bleiben.  Beim  NE-Monsuu  mufs  man  auf  dem  vorher  erwähnten ­
  Ankerplatz  die  Maschine  stoppen  und  den  Lotsen  erwarten.  Das
Lotsensignal  wird  an  dem  Flaggenmast  beantwortet,  und  das  nach  See  gehende
Lotsenboot  zeigt,  sobald  es  frei  von  der  Mole  ist,  gelegentlich  ein  Flackerfeuer. ­
  Die  Schiffe,  welche  bei  Nacht  vor  dein  Hafen  ankommen,  erhalten  erst
mit  Tagesanbruch  einen  Lotsen,  ausgenommen,  dafs  sie  einen  solchen  besonders
verlangen.  Gegenwärtig,  bevor  der  Molenbau  beendet  und  der  Platz  zum  Aufdrehen
  im  Hafen  noch  beschränkt  ist,  ist  cs  besser,  wenn  während  des  SW
Monsuns  kein  Schiff  bei  der  Nacht  in  den  Hafen  geht.  Wenn  ein  Schiff  das
Lotsensignal  macht  und  der  Lotse,  welcher  Nachtdienst  hat,  es  für  unsicher  hält,
das  Schiff  in  den  Hafen  zu  bringen,  so  werden  als  Antwort,  in  Pausen  von
5  Minuten,  zwei  Blaufeuer  gezeigt.  Dieses  Signal  bedeutet,  dafs  das  betreffende
Schiff  ankern  soll.
Die  Führer  von  Segelschiffen,  welche  sich  dem  Hafen  bei  Nacht  mit
gutem  Winde  nähern,  müssen  ebenso  verfahren  als  die  Dampfer;  wenn  Segelschiffe ­
  jedoch,  von  Süden  kommend,  gegen  nördlichen  Wind  au  (kreuzen,  dürfen  sie
niemals,  wenn  sie  nach  Land  zu  liegen,  auf  weniger  als  18m  Wasser  gehen,
bevor  das  rothe  Molenfeuer  östlich  von  NOzO  peilt,  und  müssen  ankern,  sobald
der  vorher  erwähnte  Ankerplatz  erreicht  äst,  da  Segelschiffe  niemals  bei  Nacht
in  den  Hafeu  eingebracht  werden.
Alle  Schiffe,  mit  Ausnahme  der  Fahrzeuge  der  Eingeborenen,  welche  sich
bei  Tage  dem  Hafen  nähern,  erhalten  einen  Lotsen  ungefähr  1  Sm  aufserhalb
des  Molenkopfes.“
(Peilungen  mifsweisond.  Mifsweisung  */*°  Ost.)

Navigirung  im  Golf  von  Martaban.
(„Nautieäl  Magazine 4 ,  Heft  I,  pag.  35.  London  1883).
Nach  einer  Mittheilung  des  Hafenoffiziers  Fred.  Warden  aus  Rangoon
vom  1.  September  1882  dürfen  die  von  der  Äö«^ou«-Lotscustatiou  nach  Moulmein
fahrenden  Dampfer  bei  Springzeit  ohne  besonderen  Grund  nicht  vor  dem  Eintritt
des  letzten  Viertels  der  Fluth  abgehen  und  müssen  dann  auf  die  Insel  Button
zu,  etwas  südlicher  als  OzS,  steuern,  bis  sie  Doulle-1.  recht  voraus  iu  Sieht
bekommen.  Beim  Verlassen  der  Rangoon  -  Lotsenstation,  während  des  durch
Regen  angeschwollenen  Stromes,  müssen  die  Schiffe  OzS  steuern,  um  Double-I.
anzulaufen,  welche  dann  in  Ost  iu  Sicht  kommen  wird.
Wenn  eiu  Dampfer  durch  Umstände  gezwungen  ist,  die  Äan^oon-Lotsenstation
  bereits  iu  dem  ersten  Viertel  der  Fluth  bis  Springzeit  zu  verlassen,  so
mufs  derselbe  für  die  ersten  drei  Stunden  SO,  dann  für  eine  Stunde  SOzO  und
während  der  letzten  Stunden  der  Fluth  OSO  steuern.  Bei  Hochwasser  ist  der
Kurs  Ost,  wenu  man  Double-I,  oder  das  hohe  Inselland  südlich  von  Amtierst,
welches  bei  klarer  Luft  12  Sm  weit  deutlich  zu  sehen  ist,  voraus  in  Sicht  bekommen ­
  will.  Es  ist  nicht  anzurathen,  den  inneren  Tkeil  des  Golfs  von  Martaban
bei  Anfang  der  Springfiuth  zu  kreuzen,  wenn  der  betreffende  Dampfer  nicht
durchschnittlich  wenigstens  10  Sm  die  Stunde  dampfen  kann.
Die  „Indian  Stirvey  Hydrographie  Notice“  No.  6  bringt  darüber  Folgendes:
Von  Rangoon  nach  Moulmein  bestimmte  Schiffe  müssen  grofso  Vorsicht
beim  Kursnehmen  gebrauchen  und  dem  Stande  der  Gezeiten  genügend  Rechnung
tragen,  denn  dieselben  können,  besonders  bei  nebeligem  Wetter,  sonst  in  eine  sehr
gefährliche  Lago  kommen.  Zu  solcher  Zeit  ist  grofse  Vorsicht  nöthig  und  fleifsig
Ann.  d.  Hy*r.  et«.,  USA,  Heft  II.  9
            
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