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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Eingänge «o» meteorologischen Journalen etc,, Oktober 1882. 
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Am Morgen des 22. März erreichte der Sturm bei der in 11,2° S-Br und 
115,5° O-Lg stehenden „Capella“ fast orkanartige Stärke. Das in 20 Stunden 
um 6,5mm gefallene Barometer nahm um 4 Uhr Morgens mit 754,1mm seinen 
niedrigsten Stand ein und stieg während der nächsten 24 Stunden um wenig 
mehr als 0,5mm. Erst am Morgen des 23. März, als der "Wind begann, sieh 
langsam nach WNW zu verändern, mäfsigte sieh die Heftigkeit des Windes 
und stieg der Luftdruck. Nach dem Sturme hielt sich der allmählich ganz flau 
werdende Wind nur noch für einen Tag in westlicher Richtung Am 25. März 
beobachtete „Capella“ in der Nähe von 12° S-Br und 114,5° O-Lg für einen 
Tag leichte östliche Mallung, und aus dieser entwickelte sich endlich am 
nächsten Tage der SE-Passat. Das Gebiet desselben wurde von „Capella“ in 
langsamer Fahrt durchsegelt, bis man schliefslich am 20. April zu der unweit 
24° S-Br in 68° O-Lg gelegenen polaren Passatgrenze gelangte. Der Wind 
nahm dort bei einem Barometerstände von 762,1mm bis zur Stille ab; doch 
folgte auf diese bald wieder ein frischerer SE-Wind, bei welchem der Luftdruck 
dann einen unweit 25° S-Br beobachteten höchsten Stand von 766mm erreichte. 
Bei den später folgenden umlaufenden, ungewöhnlich häufig schwachen Winden 
nahm die Reise des anscheinend in seiner Segelfähigkeit sehr geschwächten 
Schiffes einen langsamen Verlauf. 
Am 27. Mai überschritt „Capella“ bei kräftigem SE-Winde die Länge 
der Kapstadt, und nachdem später im Atlantischen Ocean die Fahrt wieder an 
mehreren Tagen durch stürmischen NW-Wind verzögert worden war, führte 
leichter SW-Wind die Bark am 4. Juni nach 30° S-Br in 14° O-Lg zurück. Es 
waren damals 23 Tage verflossen, seit man denselben Parallel im Indischen 
Ocean verlassen hatte. Auf der Fahrt über dieses Meer hatte man: 10° S-Br 
in 114,5° O-Lg am 20. März, 20° S-Br in 86° O-Lg am 11. April und 30° S-Br 
in 38° O-Lg am 12. Mai, wie 90° O-Lg in 19,4’ S-Br am 10. April, 60° O-Lg 
in 26° S-Br am 24. April und 30° O-Lg in 32,7° S-Br am 19. Mai überschritten. 
Im Atlantischen Ocean fand „Capella“ nördlich von 30° S-Br zunächst 
mäfsigen, beständigen Südwind, ans dem sich später, ohne vorhergehende 
Störung, der Passat entwickelte. Die südliche Grenze des letzteren Windes 
schien am 9. Juni in der Nähe von 24,8° S-Br und 7° O-Lg zu liegen. Man 
beobachtete dort einen höchsten Luftdruck von 768,5mm. Im Passatgebiete 
selbst konnte „Capella“ auch nur eine langsame Fahrt erzielen. Am 3. Juli 
gelangte das Schiff zu dem in 22,7° W-Lg überschrittenen Aequator. Die 
zwischen ihm und 30° S-Br liegende Strecke war in 29 Tagen zurückgelegt 
und auf derselben: 20° S-Br in 0,8° O-Lg am 14. Juni und 10° S-Br in 12° W-Lg 
am 24. Juni gekreuzt worden. 
In nördlicher Breite begleitete der SB-Passat die Bark bis nach 5,8° N-Br 
in 25,3° W-Lg. Unweit dieses Punktes wurde am 6. Juli leichte, aus west 
licher Richtung vorherrschende Mallung angetroffen. Westlicher Monsun wehte 
noch nicht, obgleich die Strömung schon stark nach Osten versetzte. Am 
18. Juli, nach zwölf im Stillengürtel zugebrachten Tagen, gelang es endlich in 
11,3° N-Br und 25° W-Lg den NE-Passat wieder anzutreffen. Das Gebiet des 
selben dehnte sich aus bis nach 28,5° N-Br in 41° W-Lg. Nördlich von diesem 
am 31. Juli, bei einem höchsten Luftdruck von 767,5mm, überschrittenen Punkte 
wurde zunächst für längere Zeit ganz leichte östliche Mallung beobachtet, 
und stellten sich westliche Winde erst in der Nähe von 40° N-Br ein. Am 
28. August erreichte „Capella“ den Hafen von Falmouth. Die Dauer der Reise 
von der Bali Strafte her betrug 162 Tage. In nördlicher Breite hatte man 
56 Tage zugebracht und dort: 10° N-Br in 24,8° W-Lg am 15. Juli, 20° N-Br 
in 34,5° W-Lg am 26. Juli, 30° N-Br in 41,2° W Lg am 4. August und 40° 
N-Br in 40,3° W-Lg am 13. August gekreuzt. 
18. Reise der Bremer Bark „Cantoii“, Kapt. J. C. (i. Jacohsen. 
Am 22. April 1882 verliefs die Bark „Canton“ den Hafen von Lissabon, 
um nach Appam zu segeln. Der mäfsige, auf See zunächst angetroffene West 
wind veränderte sich später langsam nach rechts und drehte am 23. April, in 
der Nähe von 35,5° N-Br und 12° W-Lg, durch N nach NNE. Von diesem 
Punkte ab, wo ein höchster Luftdruck von 772,0mm beobachtet wurde, herrschte 
der Passat, bei dem die Fahrt des sich östlich von den Kap kVde-Inseln
	        
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