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Kingänge von meteorologischen Journalen etc., Oktober 1882.
schrittenen Linie. „Capella“ hatte die zwischen 50° N-Br und Aequator liegende
Strecke in 35 Tagen vollendet und auf derselben: 40° N-Br in 15° W-Lg am
25. Juli, 30° N-Br in 19,8° W-Lg am 30. Juli, 20° N-Br in 24,5° W-Lg am
3. August und 10° N-Br in 24,8 C W-Lg am 11. August gekreuzt. Im Süd
atlantischen Ocean, wo „Capella“ einen meistens recht kräftig wehenden Passat
antraf, und wo 10® S-Br in 31° W-Lg am 28. August überschritten wurde,
vergingen 9 Tage, bevor am 1. September die Bai vou Bahia erreicht werden
konnte. Die Dauer der ganzen Reise betrug 44 Tage.
Nachdem in Bahia die Ladung entlöscht worden war, ging „Capella“ am
31. Oktober wieder in See, um die Reise nach Anjer als Orderplatz fortzusetzen.
Man segelte bei dem frischen, von Anfang au aus raumer Richtung wehenden
Passate südwärts und gelangte schon am 4. November zu der in 19° S-Br und
33,5° W-Lg liegenden polaren Passatgrenze. Der dort nur 760mm betragende
Luftdruck nahm, wie man weiter nach Süden hin vorrückte, bis zu einem unweit
23° S-Br beobachteten Maximum von 765,6mm zu. Nachdem der Wind sich
südlich vom Passatgebiete für längere Zeit in nördlicher Richtung gehalten
hatte, drehte er am 7. November in der Nähe von 23° S-Br in 30,5° W-Lg
in rascher Weise durch den westlichen Halbkreis. Es folgte dann zunächst
ein mehrere Tage anhaltender frischer SE-Wind, später südlich von 30° S-Br
Westwind und schliefslich noch einmal wieder östlicher Wind. Dieser letztere
wehte am 18. November unweit 41,5° S-Br und 23° W-Lg stürmisch. Das
Barometer erreichte dort einen niedrigsten Stand von 752,7mm. Nachdem der
Wind wieder schwächer geworden war, lief derselbe durch S nach SW, und
führte westlicher Wind das Schiff dann bis zum 24. November zu der in 42,3° S-Br
überschrittenen Länge von Greenvnch. Der 24. November war der 24. nach
der Abreise von Bahia verflossene Tag; 20® S-Br war in 33,5° W-Lg am
4. November, 30° S-Br in 32° W-Lg am 11. November und 40® S-Br in 22° W-Lg
am 17. November gekreuzt worden.
Beim Zurücklegen der erforderlichen LäDge, welches in der Nähe von
43® S-Br geschah, wurden aus nordwestlicher Richtung vorherrschende, nicht
stürmische Winde angetroffen. Man konnte bei denselben einen befriedigend
raschen Fortgang erzielen und gelangte bis zum 12. Dezember, dem 18. in öst
licher Länge verlebten Tage, nach 42,3® S-Br in 80® O-Lg. Auf dem Wege
zum Passatgebiete wurden zunächst frische West- und Nordwinde beobachtet,
mit deren Hülfe man bis zum 15. Dezember nach 39° S-Br in 91,5® O-Lg
segelte. Unweit dieses Punktes veränderte sich der Wind von N nach W,
die Reise nahm alsdann einen weiteren günstigen Verlauf. Indem der für
kurze Zeit ganz flau gewordene Wind am 22. Dezember in der Nähe von
23,5° S-Br und 103,5° O-Lg von SW durch S nach SSE drehte, entstand
aus ihm der Passat. Dieser zwischen 20,5° und 14° S-Br recht kräftig wehende
Wind wurde nördlich von der letzteren Breite schwach und endete am 26. De
zember unweit 12,6° S-Br und 101,5° O-Lg. Nachdem „Capella“ in diesem
Punkte das Passatgebiet verlassen hatte, wurde zunächst au zwei Tagen leichte
veränderliche östliche Briese angetroffen. Aus derselben entwickelte sich, indem
der schwache Wind am 28, Dezember in der Nähe von 10,0° S-Br in 100,5° O-Lg
durch N nach NW lief, der nordwestliche Monsun, welcher die Bark bis
zum 1. Januar 1882 zum Eingänge der Sunda Straße führte. Am 2. Januar
ankerte „Capella“ auf der Rhede von Anjer. Die Dauer der Reise von Bahia
bis zur Sunda Straße betrug 62 Tage. Auf dem letzten Reiseabschnitt war:
30° S-Br in 102,8® O-Lg am 19. Dezember, 20° S-Br in 103,3° O-Lg am
23. Dezember und 10° S-Br in 100,3° O-Lg am 29. Dezember überschritten
worden.
Am 19. März verliefs die nun auf der Rückreise vou Pasoeroean nach
dem Kanal begriffene Bark die Bali Straße wieder. Sie traf im Indischen Ocean
zunächst leichten südwestlichen Wind an, bei welchem man über B. B.-Bug
südwärts segelte. Nachdem „Capella“ nach dieser Richtung hin weiter vor
gerückt und 11° S-Br überschritten worden war, wurde der Wind stürmisch,
der Luftdruck begann abzunehmen, und bei trübe und regnerisch gewordenem
Wetter begann es in der südlichen, westlichen und östlichen Kimm zu blitzen.
Alle Anzeichen deuteten auf das Herannahen eines Sturmes, und während der
letzten beiden Wachen des 21. März stürmte es auch schon heftig aus WSW.