Eingang© von meteorologischen Journalen etc., Oktober 1882.
119
werthe Stürme waren nicht zu überstehen; dagegen ging der Wind wiederholt
in kurze Stille über. Während des einzigen, am 18. März angetroffenen Sturmes,
in welchem sich der Wind bei einem niedrigsten Barometerstände von 753 mm
von N nach W veränderte, überschritt „Paul Rickmers“ in 39,6° S-Br den
Meridian von 80° Ost. Der 18. März war der 27. bis dahin in östlicher Länge
zugebrachte Tag.
Sehr günstige Verhältnisse wurden von der Bark auf dem Wege zur
polaren Passatgrenze augetroffou. Der heftige Wind drehte sich allmählich von
West durch Süd nach SSE und ging in dieser Weise, ohne dafs vorher Mallung
augetroffeu wurde, direkt in den Passat über. Unweit 34,5° S-Br in 87,5° O-Lg
wurde die Windrichtung eine östlich von Süd liegende und schien dort das
Passatgebiet zu beginnen. Ein höchster Luftdruck von 770 mm wurde unweit
32° S-Br abgelesen. Die, in der Nähe von 11,3° S-Br und 91° O-Lg liegende,
äquatoriale Grenze des sehr kräftig auftretenden Passates erreichte „Paul
Rickmers“ am 28. März. Auf kurze Stille, die nördlich von ihr zunächst be
obachtet wurde, folgte später leichte, meist aus nördlicher Richtung kommende
Mallung, die nur an einigen Tagen durch veränderlichen, mäfsig starken Ostwind
unterbrochen wurde. Nördlich von 3,5° S-Br kam die leichte Mallung meistens
aus westlicher Richtung, und bei solcher wurde auch am 12. April in 91° O-Lg
der Aequator überschritten. Auf dem Wege zu diesem Punkte war: 30° S-Br
in 89° O-Lg am 22. März, 20° S-Br in 90,6° O-Lg am 25. März und 10° S-Br
in 89,3° O-Lg am 1. April gekreuzt worden.
In nördlicher Breite konnte „Paul Rickmers“ zunächst auch nur in sehr
langsamer Weise nach Norden hin vorrücken. Die ganz leichte südliche Mallung
führte die Bark bis zum 18. April in Sicht der NW-Spitze Sumatras, und der
nördlich von 6° N-Br aDgetroffene, meist aus südöstlicher Richtung kommende
Wind begleitete „Paul Rickmers“ ganz bis zu der am 24. April erreichten
Mündung des Rangoon-Flusses. Die Reise war von Lizard ab in 119 Tagen
vollendet worden. Im Busen von Martaban hatte man 10° N-Br in 94,6° O-Lg
am 21. April überschritten.
Am 18. Mai erreichte der mit Reis direkt nach Bremen zurückbestimmte
„Paul Rickmers“ wieder die offene See. Man traf dort jetzt den SW-Monsun
an, der südlich von 11,5° N-Br von starker Gegenströmung begleitet war,
meistens heftig wehte und daher den Fortgang des Schiffes nach Süden anfser-
ordentlich verzögerte. Am 8. Juni befand man sich in 96,6° O-Lg in Sicht der
Küste von Sumatra und am 10. Juni wurde Pulo Brass erblickt. Von diesem
letzteren Tage au konnte man bei mäfsigem, meistens aus SSW wehendem
Winde in etwas rascherer Weise vorrücken, und am 19. Juni ging „Paul
Rickmers“ bei frischem Westwinde in 94,4° O-Lg von der nördlichen zur süd
lichen Halbkugel über. Der günstige Westwind, welcher die Bark in südliche
Breiten führte, endete unweit l°S-Br, und folgten auf ihn dann wieder längere Zeit
anhaltende leichte, der Richtung nach jedoch meistens günstige Winde, Mallung
und Windstille. Am 27. Juni folgte auf in 5,8° S-Br uud 93° O-Lg herrschende
kurze Stille der SE-Passat, Ganz leicht einsetzend, gewann derselbe nach kurzer
Zeit gröfsere Stärke und gewährte der Bark dann zum ersten Male seit der
Abreise die erwünschte Gelegenheit, gröfsere Strecken in rascher Fahrt zu durch
segeln. Der Passat wehte am 2. und 3. Juli auf der zwischen 13,5° S-Br in
85° O-Lg und 15,5° S-Br iu 89° O-Lg liegenden Strecke so ungemein stürmisch,
die einen grofsen Theil der Riegelung zertrümmernde See lief dort derart hoch
und unregelmäfsig, dafs Kapt. Schwerdtmann wohl hätte das Heraunahen
eines sich nach SW bewegenden Orkanes befürchten können. Da das Barometer
indessen auf 763 mm zeigte und der Stand desselben beim Vorrücken des Schiffes
nach Westen hin nicht abnahm, wurde mit Recht geschlossen, dafs keine Gefahr
drohe. Eine Unterbrechung in dem befriedigenden Fortgange des Schiffes
erfolgte, nachdem die Bark am 11. Juli nach 22,5° S-Br in 60° O-Lg gelangt
war. Iu der Nähe dieses Punktes veränderte sich, bei einem Barometerstände
von 768 mm, der schwach gewordene Wind nicht wie sonst gewöhnlich naeh NE,
sondern durch S nach SW. Indem der Wind später wieder durch S zurück
drehte, hielt sich derselbe längere Zeit im südöstlichen Viertel, und nahm der
Luftdruck dann bis auf einen, unweit 24° S-Br in 54° O-Lg beobachteten Stand
von 773,2 mm zu. Der Wind wehte nun für längere Zeit vorherrschend ans SE,
Ann. d. Hydr. ete., I$&i, Htft H. $