110
Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Oktober 1882.
später, als die Bark 13,5® N*Br überschritten hatte, nach NW und ging
schliefsiieh in weiterer Drehung nach rechts direkt in den Passat über. Der
Uebergang vom Gebiete des SB- in das des NE-Passats hatte sich durch diese
langsame Drehung vollzogen, ohne dafs Mallung und Windstille beobachtet
worden war. In der Nähe von 14,1° N-Br in 26,5° W-Lg nahm der Wind am
26. August eine östlich von N liegende Richtung an, und schien dort damals
die aequatoriäle Passatgrenze zu liegen. Das Gebiet des NE-Passats, in welchem
zwischen 17° und 29° N-Br der frischeste Wind beobachtet wurde, dehnte sich
aus bis nach 29,5° N-Br in 35,8° W-Lg. Unweit dieses Punktes sank der
östliche Wind am 2. September für kurze Zeit zum ganz leisen Zuge herab, doch
folgte auf diesen später noch wieder ein längerer Östwind von mäfsiger Stärke.
Der Luftdruck, welcher in der Nähe der Passatgrenze 768 mm betragen hatte,
stieg bei dein späteren Ostwinde bis auf einen, unweit 33° N-Br erreichten
Stand von 772,0 mm. Am 2. September Mittags befanden sich in geringer
Entfernung von „Martha“ mehrere andere mit der Seewarte in Verbindung
stehende Schiffe. Das eine derselben, die von Zanzibar nach Hamburg
bestimmte Bark „Amanda 4' Elisabethwelche die Linie in 22,0° W-Lg am
15. August verlassen hatte, stand in 30,5® N-Br und 34,3° W-Lg; während die
von Cheribon kommende Bark „Paul Thormannwelche von südlicher in nörd
liche Breite in 20,3° W-Lg am 13. August übergegangen war, sich in 30,4° N-Br
und 33,8° W-Lg befand. Diese beiden Schiffe, welche die Linie 8 bis 10 Längen
grade weiter nach Osten gekreuzt hatten, als die am Mittage des 2. September
in 29,4° N-Br und 35,7° W-Lg stehende „Martha“, waren also doch fast ebenso
weit nach Westen hin gelangt wie diese letztere Bark. Und dabei war von
..Martha“ die zwischen Aequator und 30° N-Br liegende Strecke in 15 Tagen,
von „Amanda 4' Elisabeth“ in 17 und von „Paul Thormann“ in 19 Tagen
zurückgelegt worden. Als „Martha“, die erst nördlich von 43° N-Br die ersten
Westwinde autraf, am 12. September nach 44° N-Br in 29,5° W-Lg gelangt
war, wurde mit der Führung des meteorologischen Journals eingehalten. Die
Reisedauer betrug damals 83 Tage. In nördlicher Breite war: 10° N-Br in
28° W-Lg am 23, August, 20° N-Br in 31° W-Lg am 29. August, 30° N-Br in
36,1° W-Lg am 3. September und 40° N-Br in 33,8 W-Lg am 8. September
gekreuzt worden.
6. Heise der Hamburger Bark „Berend“, Kapt. J. Jorjan.
Am 23. September 1881 verliefe die auf einer Reise von Hamburg nach
Punta Arenas begriffene Bark „Berend“ den Kanal. Sie segelte vou dort bei
schwachen umlaufenden Winden, die vorherrschend aus günstiger Richtung
kamen, südwärts. Von 37,5° N-Br in 15,5° W-Lg an wurde „Bet'end“ von
leichtem Ostwinde begleitet und schien es, als ob derselbe uumittclbar in den
Passat übergehen wollte. Unweit 27,5° N-Br in 22,1° W-Lg wurde jedoch
noch für einige Wachen wieder leichte Mallung beobachtet, und trat der südlich
von diesem Punkte herrschende NB-Wind erst als regelmäfeiger Passat auf.
In der Nähe der am 16. Oktober in etwa 8,7° N-Br und 27° W-Lg liegenden
aequatoriälen Passatgrenze beobachtete „Berend“ ein aufserordontlich heftiges
Gewitter, mit dem der Passat endete. Kurze Zeit nach dem Aufhören desselben
stellte sich leichter westlicher Wind ein, und blieb derselbe für längere Zeit
vorherrschend. Als die Bark von demselben nach 5,0° N-Br in 24,6° W-Lg
geführt worden war, wurde dort am 20. Oktober gewendet, bei dem nur in
geringer Stärke auftretenden Südwinde südwestwärts gesegelt und am 25. Oktober
der Aequator in 30,6° W-Lg erreicht. „Berend a hatte die zwischen Kanal und
letzterem Punkte liegende Strecke in 32 Tagen durchsegelt und auf derselben:
40° N-Br in 14,5° W-Lg am 30. September, 30° N-Br in 20,9° W-Lg am
7. Oktober, 20° N-Br in 25,7° W-Lg am 11. Oktober und 10° N-Br in 27,2° W-Lg
am 15. Oktober überschritten.
Im Südatlantischen Ocean wurde „Berend“ nur bis nach 16,3° S-Br in
36,1° W-Lg vom mäfsig starken Passate begleitet. Unweit dieses Punktes
drehte der Wind am 1. November nach NE, um sich dann für längere Zeit in
hoch nördlicher Richtung zu halten. Die ersten ungünstigen Winde von längerer
Dauer wurden am 9. November in der Nähe von 30,5° S-Br und 46° W-Lg
angetroffen. Der für kurze Zeit stürmisch wehende Wiud veränderte sich dort