Ticfseelorhunge» tit's „Faraday' im Nordatlant ie.
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weltlichen Wiude (No. 1), so dafs der Einflufs dieser Wiude sich mit demjenigen
der Winde des Gebietes von No. 5 zu vermischen beginnt.
2. Temperatur der Luft. Die für die entsprechenden Breiten normale
Lufttemperatur wird wesentlich gestört durch den Einflufs der oceanischeu
Strömungen in diesem Gebiete (s. sub 4). Im Allgemeinen ergiobt sich, dafs
der Agulhas-Strom eine grofso Masse, die Lufttemperatur erhöhenden warmen
Wassers aus den tropischen Gegenden bis zu ca -IO 0 Br, südlich von der Af/ullius-
Bank, mit sieh führt, während in dem südlichen Thcilo dos Gebiets ein nord
östlich setzender Strom kaltes, die Lufttemperatur erniedrigendes Wasser aus
den antarktischen Gebieten weiter nach Norden führt.
3. Luftdruck. Diebeiden für die Vertheilung des Luftdrucks in diesem
Gebiete wichtigen Thntsachen: stetige Abnahme dos Luftdrucks und rasche Zu
nahme der Bewegung desselben (namentlich im Winter) von Nord nach Süd sind
oben (s. pag. 3 ad No. 1) erwähnt.. Hier möge noch angeführt werden, dafs die
Abnahme des Luftdruckes im Winter sich gleiehmäfsig über das ganze in Betracht
kommende Gebiet erstreckt, im Sommer aber erst südlich von dem Parallel
von 40° Süd an. Nördlich von diesem Parallel und östlich von Süd-Afrika
findet eine leichte Umkehrung dieser Verhältnisse statt. Hieraus und aus eiuer
Vergleichung der einzelnen Monatskarten der Wiude und des Luftdrucks er-
giebt sich, dafs nördlich von dem Parallel von 40° Süd im Sommer die Winde
weniger vorherrschend aus West wehen, als im Winter, dafs sie vielmehr an
der Ostküsto von Süd-Afrika mehr eine Neigung zu östlicher Richtung haben
(vgl. No. 4). Dieser Umstand ist auch den Seefahrern wohl bekannt und von
Wichtigkeit für die Bestimmung der Route bei den Heim- und Ausreisen der Schifte.
(Schlufs folgt im nächsten Heft.)
Die Tiefseelothungen des Siemens’schen Dampfers „Faraday“
im Nordatlantischen Ocean.
(Mit vier Karten und zwei Profilen auf Tafel No. 1.)
Von Pr. 0. Krümmel.
(Mittheilung von der DmkcheH Svewarte.)
Durch die Freundlichkeit der durch ihre Kabellegungeu bekannten Firma
Siemens Brothers & Co. in London gelangte die Direktion der Seewarte in
den Besitz dreier neuerdings von derselben Firma publicirteu Specialkarten
von Theilen des Nordatlantischen Oeeans, 1 ) die des Interessanten soviel bieten,
dafs die Direktion der Seewarte mich beauftragte, weitere Kreise damit bekannt
zu machen.
Tiefseelothungen sind eine so mühsame und zeitraubende Operation, dafs
nur eigens für diesen Zweck ausgesandte und ausgerüstete Schiffe sie mit
Erfolg ausführen können. Was nun die Leistungen des Siemen s’schen Dampfers
„Faraday“ in dieser Beziehung vor denen anderer ähnlicher Expeditionen aus
zeichnet, ist die erstaunlich grofse Zahl von Lothungen, die derselbe auf ver-
hältnifsmäfsig sehr beschränkten Räumeu der Tiefsee zustande gebracht hat.
Die Originalkartcn, welche dieselben roproduciren, sind darum in den sonst nur
für Specialküstenkarten üblichen Mafsstäben von 1:438 000 (1 Sm = 4,02mm)
oder gar 1:220 000 (l 8m = 8,43mm) entworfen, und trotzdem es sich um
Theile des offenen Oeeans mit Tiefen von 500 bis 4000 m herab handelt, ganz
bedeckt mit Tiefenzahlen. Auf der beigegebenen Tafel haben wir besonders
t) Dieselben führen folgende Titel:
1. Flemish Cap, northern slope. Soundings taken by Siemens Brothers, London, iu 1874,
1875 & 1879. S. S. „Faraday“. London 1882. (Raum zwischen 47° 40' bis 49° 10' N-Br und
42° 30' bis 46° 0' W-Lg; Mafsstab 1:438000.)
2. Flemish Cap. Soundings taken by Siemens Brothers, London, in 1881 & 1882. S. F.
„Faraday“. London 1882. (Raum zwischen 48° IO 1 bis 47° 40' N-Br und 42° 30' bis 46° 0'
W-Lg; Mafsstab 1:438 000.)
3. Faraday Hills. Soundings taken by Siemens Brothers, London, in 1879, 1881 & 1882.
S. S. ,Farwlay*. London 1882. (Raum zwischen 49° 20' bis 50° 0' N-Br und 28° 30' bis
30° 15' W-Lg; Mafsstab 1:220 000.)