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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Reis« <ler Daiiziger Brigg »Betly*. 
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Da in Otway Water die Gelegenheit günstig blieb, kämet) wir auch hier 
schuell vorwärts. Wir segelten in 2 bis 3 Sm Abstand vom westlichen Ufer. 
Um 6 h l). m. waren wir nahe bei Martin Point, südwestlich von Ingleßeld-Insel, 
und drehten hier für die Nacht bei. 
Am 14. Dezember begannen um 3 h a. in. von Martin Point südwestwärts 
zu kreuzen. Um 9 h a. in. hatten Gi/Peg-Insel nahe bei; kreuzten weiter in den 
Jerome Channel hinciu. Um 12 h Mittags kamen oberhalb C'orona-lmc\, passirten 
an der NW-Seite derselben. Um l b 30™ p. m. standen nahe unter Kap One. 
Der Wind kam in Böen bis zur Stärke 9 bald aus SSW, bald aus WNW; vor 
herrschend war er jedoch aus SWzW. Das Wetter war regnerisch und kalt. 
Um 6* p. m. liefen w ir vor einer Böe unter Topp und Takel Cutter Core ein, 
woselbst wir für die Nacht ankerten. 
Das Aufkreuzen am heutigen Tage war wohl das Beste, was das Schiff 
je geleistet hatte. Von 3 h a. in. bis b l /-.- h p. m, hatte dasselbe recht gegen den 
Wind bei schwer böigem Wetter und in einem änfserst schwierigen Fahrwasser 
24 Sm gewonnen, ln den unzähligen Schlägen, die das Schiff zu machen hatte, 
hatte es nicht ein Mal die Wendung versagt. Es befand sich dabei unter ge 
refften Obermarssegeln, gerefftem Briggsegel, gerefftem Grofsstengenstagsegel, 
gerefftem Klüver, voller Fock, vollem Groissegel und Vorstengenstagsegel. Die 
Böen aus westlicher Richtung, welche in einzelnen Fällen die Stärke 10 erreichten, 
kamen weniger von den hohen Bergen herunter, als ans den zwisclienlicgendeu 
Thälern. Niemals herrschte ein gleichmäfsiger beständiger Wind länger als 
15 Minuten. Der Wind und die Böen wurden um so unregelmäfsiger, je weiter 
wir in den Kanal hineinkamen. Die See war nördlich von 6Vo««-lnael auf 
geregt; im Kanal wurde sie immer ruhiger und zuletzt glatt. 
Am 15. Dezember blieben bei vorherrschender Windstillo und trübem 
regnerischen Wetter in Cutter Gote vor Anker. Ich zählte in der Bucht vom 
Schiffe aus 10 gröfsere und kleinere Inseln. Die Ufer und das dahinter liegende 
Land sind flach und hügelig, während noch weiter im Hintergründe hohe Berge 
mit dazwischen liegenden Thälern sichtbar sind. Das Land ist dicht besetzt 
mit Buschwerk, unterbrochen von Strecken, die mit langem Gras bedeckt sind. 
Auf den Büschen wächst eine den Kirschen ähnliche, hellrothe, sehr wohl 
schmeckende Beere. Die im Hintergründe liegenden hohen Berge sind fast alle 
bis zu einem Drittel ihrer Höhe bewaldet. In der NO-Ecke der Bucht mündet 
ein Flufs. Nahe der Mündung ist das Wasser in der Bucht nur wenige Fufs 
tief. An den Ufern der Inseln sind überall efsbare Muscheln zu finden. Nach 
den an den Ufern sichtbaren Fluthmarken zu urtheilen, beträgt der Unterschied 
zwischen Hoch- und Niedrigwasser 1,8 m (6 Fufs). 
Am 16. Dezember um 6 h 30'“ a. m. verliefsen wir Cutter Cove und segelten 
anfangs mit leichtem östlichen, später mit auffrischendem nördlichen mul west 
lichen Winde und bei trübem regnerischen Wetter den Jerome Channel hinunter. 
Um 9 1 ' a. m. passirten wir an der Ostseite von TVrm/i-lnsel. NNW von der 
Insel, etwa 1 Kblg entfernt, bemerkten starke Stromkabbelung. Nach dieser 
Richtung hin scheint sieh von der Insel aus gleichfalls eine ausgedehnte Untiefe 
zu erstrecken. Bei Timm-Insel erhielten den Strom entgegen. Um 10’30”’ a.m. 
standen vor Seal Cove; um Mittag passirten Three Islands Bai; gegen 2 b p. m. 
verliefsen Jerome Channel und gelangten in die Magdlan Strafst. 
In der Magellan Straße hatten meist frische böige Winde aus NW bis 
WSW. Das Wetter, anfangs noch trübe und regnerisch, wurde gegen Abend 
klar und schön. Bei dem Passiren von York Roads und Elisabeth Bai wurden 
wir von schweren Böen (Stärke 9) aus N bis NE überfallen, deren Herauuahen 
sieh durch das voranschreitende Aufschäumen des Wassers anzeigte. 
Um 3 h 4o*‘ p. m., auf der Höhe von Port Gallant, wurden wir von einem 
Boot angesprochen, in welchem sich vier Feuerländer befanden. Zwei davon, 
junge Mädchen, safsen hinten und brachten das Boot mit der Paddel vorwärts; 
ein Mann half vorne mit paddeln, während ein anderer unthätig safs oder das 
Wasser ausschöpfte. Alle waren vollständig nackt. Wir versorgten die Leute 
mit einigen Körben Brod, etwas Tabak, sowie einigen Kleidungsstücken, worüber 
dieselben äufserst erfreut zu sein schienen. Sie jauchzten laut auf und schlugen 
in wilder Aufregung die Oberfläche des Wassers mit ihren Paddeln.
	        
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