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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Boise  <]pr  Danzigor  Brigg  „Betty“.

in  ßöeu  die  Stärke  8.  Als  wir  beim  Einsegcln  in  Tilly  Bai  auf  eine  halbe
Schiffslänge  Entfernung  an  AJorill  Point  gekommen  waren,  wurde  es  plötzlich
flau,  worauf  ein  Windstofs  aus  W  kam,  der  10  Sekunden  anhielt.  Gleich
darauf  flog  der  Wind  auf  NW  zurück,  um  etwa  15  Sekunden  später  in  einem
neuen  Stofs  aus  W  zu  kommen.  Infolge  dieses  Hin-  und  Herfliegens  des  Windes
gelangte  das  Schiff  nicht  auf  dcD  richtigen  Ankergrund.  Wir  mufsten  zunächst
beide  Anker  fallen  lassen,  und  als  es  gegen  Abend  still  wurde,  den  Wurfanker
gebrauchen,  um  in  eine  einigermafsen  gute  Position  zu  kommen.  Dieselbe  war:
Alorill  Point  NzO’/sO,  lloiee  Point  ONO'/iO;  Wassertiefe  25m  (14  Fad.),
Grund  steinig.
Am  28.  Oktober  rekoguoscirteu  wir  von  Rowe  Point  (Tilly  Bai)  aus  den
Eingang  des  Jerome  Channel.  Es  schien  dort  Stille  zu  herrschen.  In  der
Mayellan  Straße  westlich  von  dem  Eiugang  dos  Jerome  Channel  war  der  Wind  W,
und  aus  derselben  Dichtung  zog  das  Gewölk  über  den  Bergen.  Oestlich  von
dem  Eingänge  war  der  Zug  der  Wolken  und  der  Wind  aus  S,  quer  über  die
Strafse  wehend,  wie  auch  an  dem  Fortschreiten  der  Schneeböen  auf  der  Wasseroberfläche ­
  deutlich  zu  sehen  war.  Letztere  gelangten  aber  nicht  weiter  als  bis
York  lloach:  hier  wurden  die  Schneeschauer  vom  Westwind  erfafst  und  nach  0
zurückgewirbelt.  Im  Laufe  des  Nachmittags  wurden  die  aus  S  kommenden
Schneegestöber  und  der  sie  daher  führende  Wind  stärker  und  drangen  oft  bis
zum  Eingang  des  .Jerome  Channel  vor.  Abends  wurde  jedoch  durch  den  in
Püffen  mehr  und  mehr  zunehmenden  Westwind  Alles  nach  Ost  zurückgeirieben.
Am  29.,  30.  und  31.  Oktober,  während  welcher  Zeit  der  Wind  auf  unserem
Ankerplatz  bei  fast  immer  trübem  Wetter  aus  nordwestlicher  Richtung  anhielt,
blieb  im  Jerome  Channel  Windstille  herrschend.  Wir  benutzten  diese  Zeit,  um
frisches  Wasser  und  Brennholz  zu  holen.  Südlich  von  Rowe  Point,  vielleicht
8  Kblg  davon  entfernt,  in  einer  kleineu  Bucht,  mündet  ein  Flüfschen.  Im
Hintergründe  von  Tilly  Bai  befindet  sich  ein  ganz  geschlossener  Hafen,  in  den
ebenfalls  ein  Flüfschen  mündet;  aufserdem  läuft  noch  an  zwei  Stellen  am  westlichen ­
  Ufer  irisches  Wasser  von  den  Bergen  herunter.  Das  gauze  Ufer  ringsum
bis  hoch  die  Berge  hinauf  ist  dicht  bewaldet.  Yierfüfsler  halten  sich  darin
nicht  auf.  jedoch  sind  viele  Enten,  Lummen  und  Wachteln  an  den  Ufern  und
atu"  den  Klippen  zu  scitiefsen.  Alle  in  der  Bai  liegenden  Felsen  und  Vorsprünge
sind  dicht  mit  Austern  und  Muscheln  besetzt.  Unter  den  Bäumen  fanden  wir
viele,  die  unseren  Eicheu  ähnlich  scheu;  den  Hauptbestandteil  des  Waldes
bilden  jedoch  Weiden  und  Buchen.
Tilly  Bai  ist  von  unter  Wasser  liegenden  Klippen  frei.  Strom  läuft
darin  nicht.  Das  Schiff  verändert  deshalb  bei  jedem  einfallenden  Puff  seine
Lago  zum  Anker,  und  da  der  Boden  steinig  ist,  verursacht  jedes  Schwaien
des  Schiffes,  wenn  auch  nur  um  zwei  bis  drei  Strich,  ein  starkes  Rasseln  der
Ankerkette.
Am  1.  November  um  1  Uhr  Nachmittags  lichteten  wir  Anker  und  steuerten
aus  Tilly  Bai  für  Jerome  Channel.  Wir  fanden  die  beiden  Anker  von  einander
unklar  und  den  Stock  des  Steuerbord-Ankers  zerbrochen;  wechselten  deshalb
während  der  Fahrt  den  Steuerbord-  mit  dem  Reserve-Anker.  Der  Wind  war
SW  uod  auch  S  in  Püffen.  Um  5 h  p.  tu.,  als  wir  Three  Islands-Bai  am  Ostufer
des  Jerome  Channel  dwars  hatten,  trafen  wir  entgegenkommenden  Strom.  Zn
gleicher  Zeit  wurde  der  Wind  in  den  Püffen  immer  schwächer  und  kam  schliefslich
  plötzlich  aus  NNW.  Wir  sahen  uns  deshalb  geuöthigt,  nach  Three  Islands-Bai
zurück  zu  gehen.  Wir  umsegelten  die  Halbinsel,  hinter  welcher  sich  die  Bai
befindet,  und  ankerten,  als  wir  die  Südspitze  in  die  Peilung  NWzW  gebracht
hatten,  auf  32m  (18  Fad.)  Wassertiefe,  Jerome  Point  in  S*/*W,  etwa  V/t  Kblg
vom  nordwestlichen  Ufer  entfernt.
In  Three  Island»  Bai  lag  „Betty“  in  Erwartung  einer  günstigen  Gelegenheit ­
  bis  zum  10.  November.  Der  Wind  war  gewöhnlich  aus  NW  oder  N,  böig,
das  Wetter  trübe  und  nafs,  oft  mit  Regen,  mitunter  auch  mit  Schnee.  Die
Strömung  wurde  beständig  beobachtet.
Am  2.  November  fanden  wir,  dafs  seit  6 h  30'"  bis  11 11 30”’  a.  m.  im  Jerome
Channel  die  Ebbe  südwärts  lief,  während  in  Three  Islands  Bai  die  Strömung
nach  WSW  setzte,
            
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