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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Keise der Danziger Brigg 
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Verbindung stehenden See Skyring Water, um hier au der Niederlassung Mine 
Martha eine Ladung Steinkohlen und Bretter eiuzunehmen, mit welcher er als 
dann nach Buenos Ayres zurückkehrte. Leber den Verlauf dieser Reise und 
die nautischen Verhältnisse der besuchten Gegenden wurde von Kapt. ßendrat 
der Seewarte ein eingehender Bericht zngestellt. Derselbe ist scheu deswegen 
von Interesse, weil das Befahren der Magellan Straße durch ein gröfseres Segel 
schiff zu deu seltenen Vorkommnissen gehört, mehr aber noch, weil Otway- und 
Skyring Waters seit ihrer Entdeckung durch Kapt. Fitzroy im Mai 1829 vou 
den Forschungsreisen der verschiedenen Kriegsschiffe, welche bei der Vervoll 
ständigung der Vermessungen von King, Stokes und Fitzing in der Magellan- 
Straße und an der Westküste von Patagonien beschäftigt waren, kaum jemals 1 ) 
wieder berührt worden sind uud „Betty“ eines der ersten Kauffahrteisegelschiffe 
war, welches diese abgelegenen Gewässer besuchte, das allererste, welches 
Otway Water, Fitzroy Channel und Skyring Water unter Segel befuhr. Es 
dürfte deshalb angezeigt sein, Kapt. Bendrat’s Bericht, so weit derselbe die 
Fahrt in der Magellan Straße und deren Nebengewässer betrifft, an dieser 
Stelle ausführlich wiederzugeben. 
Am 24. September 1881 passirte „Betty“, vom La Plata-Flusse aus 
gehend, das Indio-Feuerschiff. Der frische NE-Wind, welcher zur Zeit wehte, 
nahm in der folgenden Nacht bei fallendem Barometer und duukel beziehender 
Luft zum Sturme zu. Es blitzte heftig, eiuen herannahenden Pampero anzeigend, 
und am Mittage des 25. September schofs der Wind aus nach SW. Der Sturm 
hielt jedoch aus dieser Richtung nur wenige Stunden an. Am Abend hatte sich 
der Wind bei steigendem Barometer und abklarender Luft schon zu einer 
leichten Briese gemäfsigt. 
Flaue Winde, vorwiegend aus südwestlicher Richtung, schönes Wetter 
und hoher Luftdruck blieben iu den nächsten Tagen herrschend, w ährend welcher 
die Reise nur wenig befördert werden konnte. Am 30. September hatte „Betty“ 
erst 39° S-Br und 57° W-Lg erreicht. Von hier an kam man mit frischen 
nordwestlichen und nordöstlichen Winden rascher vorwärts. Das Wetter war 
abwechselnd heiter und trübe mit Nebel oder Staubregen, aber im Ganzeu 
ruhig, obgleich der Luftdruck mehrmals erhebliche Schwankungen erlitt. Die 
eingeschlagene Route führte in etwa 60 Sm Abstand längs der Küste. 
Am 7. Oktober Nachmittags wurde Kap Virgins in 13 Sm Entfernung 
gesichtet. Der Wind war NE, mäfsig. Da aber das Barometer ziemlich tief 
gefallen war und das Wetter dunkel und drohend aussah. so entschlofs sich 
Kapt. Bend rat, beizulegen uud die Einsegelung in die Magellan Straße auf 
den nächsten Tag zu verschieben. Während der Nacht schofs daun auch der 
Wind, der inzwischen sehr zugenommen hatte, nach SW aus uud wehte aus 
dieser konträren Richtung den ganzen folgenden Tag stürmisch, bei klarer Luft 
uud steigendem Barometer. Infolge dessen konnte erst am 9. Oktober, als 
nach dem Eintritt des Luftdruckmaximums der Wind sich wieder nördlich ge 
dreht hatte, die Einsegelung bewerkstelligt werden. 
Der weitere Bericht folgt, so weit angänglich, im Wortlaut des Journals. 
„1881 Oktober 9, 12 Uhr Mittags, Kap Virgin# in S 17° W 2 Sm entfernt; 
segelten in die Magellan Straße. Von Kap Virgins bis Dungencss war der 
Wind N, von Stärke 3 bis 5, bei glattem Wasser. So wie die Dungeness-Sgkze 
iu etwa 2 Kblg Abstand passirt war, kam der Wind in Püffen von den Bergen 
herunter, und Wind uud Böeu wurden stärker, je mehr das Schiff iu die Strafse 
hineiukam. Das Wetter war schön, keine Wolke in der Windrichtung zu sehen, 
jedoch wurden die Böen durch die denselben voranschreitende Brandung oder 
durch die dunklere Färbung des Wassers augezeigt. Der Wind, aus N bis 
NNE kommend, erreichte seine gröfste Stärke bei Daniel Point, wo dieselbe 9 
und in Böen 10 betrug. Das Schiff' war unter voller Fock, Untermarssegeln 
und gerefften Obermarssegeln, Briggsegel, Grofsstengeustagsegel und Klüver 
und machte, iu dem glatten Wasser raum bei dem Winde segelnd, 7 s /r bis S'/sKn 
Fahrt. In Possession Bai mäfsigte sich der Wind und wurde nach Sonnen- 
M Im Jahre 1877 wurde Skyring Water von dem chilenischen lvriegsdainpfer Magallanes* 
besucht. Vergi, den Bericht liehst Karte im , Anuario Hidrográfico de la marina do Chile 1 , 1879 
und 1880.
	        
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