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Objekt: 16, 1893

352 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1917. 
pegels oder das Anlandsetzen eines Pegelbeobachters verbietet, z. B. wo an der 
Küste starke Brandung herrscht, oder, wie an den afrikanischen Küsten und in 
der Südsee, die Küste viele Meilen weit mit Mangroven dicht bewachsen ist. 
Er kann wahrscheinlich aber auch dazu gebraucht werden, bei schönem Wetter 
in größerem Abstande vom Lande den Tidenhub oder die Abnahme des Tiden- 
hubes gegen den an der Küste beobachteten Hub festzustellen. Auch bei der 
Aufnahme von weit von der Küste abliegenden Bänken und Untiefen, die ja nur 
bei ruhiger See möglich ist, kann er vielleicht Verwendung finden. Seine Ver- 
wendbarkeit bedarf natürlich der praktischen Erprobung. Vom in der Nähe des 
Pegels verankerten Schiff oder Boot aus werden die Wasserstände am Pegel 
abgelesen, 
Der Schwimmpegel läßt sich zur Not mit Bordmitteln herstellen. Er be- 
steht aus einem Floß (1), auf welchem das Pegelrohr mittelst vier eiserner 
Stützen (9) in zwei konzentrischen Ringen oberhalb seines Schwerpunktes auf- 
gehängt ist (kardanische Aufhängung). Dadurch soll bewirkt werden, daß das 
Pegelrohr auch bei einer Neigung des Flosses immer senkrecht hängt. Um die 
stets senkrechte Einstellung des Pegelrohres noch weiter sicherzustellen, kann 
man es unten beschweren, so daß es gleichsam als Pendel wirkt. Die Einrichtung 
des Pegelrohres, Schwimmerstab usw., ist im übrigen dieselbe wie beim Strand- 
pegel (siehe Fig. 1). Unter dem Floß werden Luftkasten oder Korkplatten (3) 
befestigt, die ihm so starken Auftrieb geben müssen, daß das Ankerkabel (10) 
immer steif bleibt. Da darauf überhaupt das einwandfreie Arbeiten des Apparates 
beruht, kann bei großen Tiefen, also bei großer Länge des Ankerkabels, dieses 
durch daran befestigte Korkschwimmer erleichtert werden. Vier von den Ecken 
des Flosses nach unten zusammenlaufende Verstrebungen (4) tragen ein Gewicht (5), 
welches ein Kentern des Flosses verhindern soll. Mit einem dünnen Stahlkabel (10) 
ist das Floß an dem Ankerstein (11) befestigt. An diesem ist ferner ein dickes 
Ankerlichtkabel (12) angebracht, das auf dem Grunde so weit vom Anker abliegt 
und so schwer ist, daß es durch die mit einem dünnen Kabel an ihm befestigte 
Boje (13) nicht vom Grunde gehoben werden und vom Floß unklar kommen kann. 
Das Ankerkabel muß der Wassertiefe entsprechend so kurz angesteckt werden, 
daß das Floß auch bei niedrigstem Wasserstande noch gut unter Wasser bleibt, 
das Pegelrohr so lang sein, daß es auch bei höchstem Wasserstande noch in 
einiger Länge über Wasser ragt. Nur wenn der Strom so stark ist, daß da- 
durch das Floß tiefer unter Wasser gezogen wird, werden die Ablesungen un- 
genau, weil jetzt das Wasser in dem Pegelrohr und damit der Schwimmer steigt, 
ohne daß das Steigen des Wasserspiegels die Ursache ist. Auch wenn der See- 
gang so stark ist, daß davon das Floß in Mitleidenschaft gezogen wird, können 
die Ablesungen nicht mehr genau sein. Die Verwendungsmöglichkeit dieses 
Schwimmpegels ist also keine unbegrenzte. 
Das Aussetzen des Schwimmpegels geschieht in der Weise, daß man zuerst 
das Pegelfloß mit aufgesetzter Röhre und angestecktem Ankerkabel mittelst 
Ladebaum oder Talje über Bord setzt, es längsseit schwimmen läßt und den 
Schwimmer einsetzt. Dann fiert man den Ankerstein mittelst des dicken Anker- 
lichtkabels auf den Grund. Ist der Ankerstein so weit weggefiert, daß das 
Ankerkabel steif kommt, und fiert man nun langsam weiter, so wird das Floß 
durch das Ankerkabel unter Wasser gezogen. Hat der Ankerstein den Grund 
erreicht, so wirft man das Ankerlichtkabel los und fährt es mit dem Schiff aus 
oder läßt es durch ein Boot ausfahren, bis alle Lose ausgesteckt ist, dann wirft 
man die mittelst dünnen Kabels am Ende des Ankerlichtkabels aufgesteckte Boje 
über Bord. Das Ankerlichtkabel muß so lang und so schwer sein, daß ein 
Unklarwerden der Boje von dem Floß ausgeschlossen ist, 
Zum Aufnehmen des Pegelflosses fischt man zunächst die Boje und hievt 
erst das dünne Kabel, dann das Ankerlichtkabel ein. Sobald der Ankerstein 
genügend frei ist vom Grunde, wird das Floß aufschwimmen und kann mittelst 
Ladebaum oder Talje übergenommen werden.
	        
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