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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 10 (1882)

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Dachbalken  sind  weit  fortgeweht  und  vernichtet.  Die  Häuser  der  weifsen  Bevölkerung ­
  sind  mehr  oder  weniger  alle  zerstört.  Ein  grofses  neues  Kopra-Haus,
Speicher  und  die  hauptsächlichsten  Anlegebrücken  in  Vavau  sind  nicht  mehr
vorhanden.  Der  verursachte  Schaden  ist  sehr  grofs,  und  Mancher  ist  nach
jahrelanger  Arbeit  innerhalb  weniger  Stunden  durch  Wind,  Kegen  und  Seegang
an  den  Bettelstab  gesunken.  Von  den  Hütten  der  Eingeborenen  sind  2000
zerstört,  auch  die  Kokospalmen  haben  sehr  gelitten;  viele  derselben  sind  umgeweht, ­
  andere  sind  zwar  stehen  geblieben,  aber  vollständig  entblättert,  so  dals
Jahre  erforderlich  sind,  ehe  die  Bäume  wieder  erti-agsfähig  sind.  Der  Wind
mufs  jedoch  strichweise  geweht  haben,  denn  oft  sieht  man  wenige  Meter  von
den  umgewehten  und  entblätterten  Bäumen  entfernt  andere  unversehrt  stehen.
Die  Brodfrucht-  und  Orangenbäume  sind  fast  alle  zerstört.  Von  Schiffen  sind
mehrere  hoch  auf  das  Land  geworfen  worden,  andere  stark  beschädigt,  aber
das  gröfste  Unglück  unter  allen  hat  die  Deutsche  Bark  „Don  Guillermo“
betroffen.  Dieselbe  lag  vor  zwei  Ankern,  uud  als  der-  Sturm  am  heftigsten  war,
brachen  die  Ketten;  sie  trieb  infolge  dessen  durch  die  westliche  Einfahrt  nach
See  zu,  konnte  jedoch  nicht  unter  Segel  gehen,  da  diese  abgeschlagen  waren.
Um  12 h  30 m  p.  m.  flüchtete  die  ganze  Mannschaft  in  die  Boote,  das  Schiff  lag
zu  dieser  Zeit  platt  auf  der  Seite,  uud  das  Wasser  stürzte  in  die  offenen  Luken.
Der  Orkan  war  so  plötzlich  aufgetreten;  das  Barometer  hatte,  bis  der  Orkan
seine  gröfste  Kraft  erreicht  hatte,  einen  gleichmäfsigen  Stand,  so  dafs  Niemand
auf  einen  Orkan  vorbereitet  war.  Auch  die  Barometer  am  Lande  hatten  sich
beim  Beginn  des  Orkans  nur  wenig  verändert,  so  dals  sie  denselben  nicht  eine
Minute  vorher  anmeldeten;  aber  desto  rascher  begannen  die  Barometer  zu  fallen,
als  der  Sturm  seine  höchste  Stärke  erreicht  hatte.  Obgleich  es  Mittags  war,
so  konnte  das  Land  von  Bord  des  „Don  Guillermo“  nicht  gesehen  werden,  denn
die  graue  Nebelluft  liefs  nicht  einmal  den  Himmel  vom  Wasser  unterscheiden.“
Der  „  John  Wesley“  setzte  am  7.  April  um  7 h  p.  m.,  nachdem  er  vier  von
den  fünf  Geretteten  der  Bark  „Don  Guillermo“  aufgenommeu  hatte,  die  Reise
nach  Samoa  fort.  Das  Wrack  derselben  liegt  nördlich  vom  Hafeneingang  in
10—15m  Wasser,  dicht  am  Ufer;  bei  dem  Mangel  an  geeigneten  Apparaten  ist
kaum  eine  Chance  für  das  Abbriugen  desselben  vorhanden.
Ucber  die  während  dieses  Orkans  auf  der  Insel  Vavau  beobachteten
Barometerstände  hat  der  Kommandant  S.  M.  S.  „Carola“,  Korv.-Kapt.  Karelier,
nachstehende  Aufzeichnungen  von  Mr.  Parson  in  Ilifo  (au  der  SW-Seite  von
Vavau)  uud  eines  Verwandten  desselben  in  Haalufi,  nördlich  von  Nia/u  auf
der  Ostseitc  der  Insel,  welche  ihm  bereitwillig  zur  Verfügung  gestellt  wordeu
sind,  cingcscudet.  Die  Origiualaugabcu  sind  nach  dem  Vergleich  der  angewendeteu
  Barometer  mit  dem  Normalbarometer  an  Bord  S.  M.S.  „Carola“
korrigirt  uud  auf  mm  rcducirt.

1.  Ilifo,  Marz  25.

|  Stunde

Luftdruck

Stunde

Luftdruck  i
'

6 h  a.  m.

758,7

lO'/ti 1 '  a.m.

753,3

7h  „

757,2

n*A h  .

720,S

9h  ,

755,9

Mittag

725,2

6^  p.  m.

755,9
_  _  l|

Am  Abend  des  24.  März  wehte  der  Wind  heftig  aus  Nord  mit  Regen.
Von  7  Uhr  des  Morgens  am  25.  März  nahm  der  Wind  an  Stärke  zu  bis  Mittag
und  wuchs  zum  Orkan  aus  NE;  zu  dieser  Zeit  trat  für  kurze  Zeit  Stille  ein,
worauf  der  Wind  aus  West  zu  wehen  begann  uud  unter  Gewittererseheiuuugeu
nach  SW  herumging.  Am  26.  März  wehte  er  aus  derselben  Richtung  mit
ziemlich  klarem  Wetter.
            
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