Meereskunde
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') Vgl. 24. Jahresbericht 1969, S. 46.
Übersichtskarte 1:250 000 herauszubringen, wurde das Untersuchungs
gebiet bis zur Breite 55° 06’ N ausgedehnt. Dabei wurden weitere 950 Bodenproben
genommen und im Geologischen Labor aufgearbeitet.
Für die beiden restlichen Blätter großen Maßstabs (Blatt 5 und 8) konnten die
Bodenproben in den angrenzenden holländischen Gewässern erst im Frühjahr 1970
entnommen werden. Blatt 8 wurde im Jahre 1971 herausgegeben, Blatt 5 ist im
Druck.
Im Bereich der westlichen Ostsee wird für die Kieler Bucht ein Karten
satz (Maßstab 1 :100 000) vorbereitet, der eine Tiefenkarte, eine Sedimentvertei
lungskarte mit Angaben der Schlickmächtigkeiten und eine Stationskarte umfaßt.
Arbeitskarten im Maßstab 1 : 25 000 liegen bereits vor.
Der Fotoschlitten wurde im Juli 1971 östlich der Weißen Bank in der Nord
see eingesetzt, um das Gerät auf bekannt unruhigem Meeresboden zu testen. Die
Erprobung fiel befriedigend aus, ein Bruch der Schlepptrosse machte jedoch deut
lich, daß das Gerät auf flachem Grund besonders weich gefahren werden muß. Die
Bilder zeigten eine bemerkenswerte Unterschiedlichkeit der Sedimentbedeckung
auf engstem Raum und lassen die Aussagekraft vereinzelt gewonnener Proben in
einem ungünstigen Licht erscheinen.
b) Untersuchungen über Sandbewegungen
Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Schwer
punktprogramms „Sandbewegung im deutschen Küstenraum“ wurden die Sand
riffuntersuchungen vor der Insel Sylt nach Norden hin bis Westerland ausgedehnt.
Außerdem wurde das Profilnetz, auf dem die Untersuchungen stattfinden, ver
dichtet.
Die hierdurch gewonnenen neuen Ergebnisse beweisen erneut die im Jahr 1969
gefundenen und beschriebenen Zusammenhänge zwischen Riffkörper und Unter
grund*), die somit offensichtlich typische Erscheinungen des untersuchten Gebietes
sind.
Eine Detailuntersuchung des Meeresbodens beschäftigte sich mit auffälligen, nach
NW gerichteten zungenartigen Vorsprüngen im Bereich der 20-m-lsobathe. Zur
Klärung der Frage, ob es sich dabei um alte Anlagen im Untergrund (Geschiebe
mergelrücken) oder um rezente Formen (Sandwellen?) handelt, wurden engabstän
dige Echolot-Profile gefahren und das Probennetz verdichtet. Die Zusammenhänge
sprechen für rezente Gebilde, deren Entstehungsmechanismus gegenwärtig noch
unbekannt ist. Hydrographische Untersuchungen sollen hier weiterhelfen.
Für die Bestimmung der Mächtigkeit von Sandkörpern vor der Küste und in der
offenen See wurde, ebenfalls mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemein
schaft, die Entwicklung einer verbesserten Spülsonde begonnen, die als zu
sätzliche Information auch Anhaltspunkte über die Art des durchspülten Sediments
geben soll.
c) Foraminiferen-Untersuchungen
Zur Prüfung der Frage, inwieweit die Verteilung von Foraminiferengehäusen Hin
weise auf Sandbewegungsvorgänge liefern kann, wurden auf 4 Profilen in der