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wahrscheinlich kaum die Hälfte derjenigen vou „Mac Millan“ betrug, fähig
war, sich bei don heftigen günstigen Winden gegen das Vollschitf zu halten.
Beide Mitsegler gelangten von 0 nach 80° O-Lg in 17 Tagen. Von diesem
letzteren Meridiane ab trennten sich die Reisen auch dieser beiden Schiffe.
Betrachtet man die Reisen von „Jupiter“ und „Mac Millan* jede für
sich in ihrem Verlaufe von 10° S-Br an, so zeigt „Jupiter“'s Reise vou 10°
nach 50“ S-Br die gewöhnliche flauer einer solchen. Die Bark gebrauchte,
um vou 10° nach 50° S-Br zu kommen 29 Tage; dagegen ergiebt sich nach
Maury für die im Juni ausgeführten Reisen amerikanischer Schiffe von der
Breite des Kap St. Roque nach 50“ S-Br eine mittlere Dauer von 29,7 Tagen.
In sehr kurzer Zeit wurde dagegen von „Jupiter“ die Umsegclung des Kap
Horn ausgeführt. Denn während dieses Schiff sie in 12 Tagen vollendete, ist
der entsprechende mittlere Betrag nach Maary’s Berechnung 17,1 Tage. Um
von 50° S-Br aus wieder zur Linie znrückzugelangon, gebrauchte „Jupiter“
31 Tage, während der Werth für dieselbe Strecke bei Maury 27,6 Tage
beträgt, und die mittlere Dauer von 9 Reisen, welche die hawaiisehe Bark
„R. C. Wylie“ zwischen 50° S-Br und dem Aequator in 132° W-Lg zu der
für „Jupiter“’s Reise entsprechenden Jahreszeit vollendete, 26 Tage war. Um
von der Linie ans San Diego zu erreichen, waren für „Jupiter“ 31 Tage
erforderlich; gegen 29,2 Tage Reisedauer amerikanischer Schiffe zwischen
Aequator und San Francisco. Es ergiebt sieh aus diesem Vorhergehenden
also, dafs „Jupiter“, mit Ausnahme auf der Kap //wn-Streekc, überall nur die
gewöhnlichen Verhältnisse traf, dafs auf dem Wege von 50° S-Br zur Linie
sogar der bei der UmscgeluDg des Kap Horn errungene Gewinn wieder voll
ständig verloren ging.
„Mac Millan“ legte dagegen die zwischeu Linie im Atlantischen Occau
und erstem Meridian liegende Strecke in 20 Tagen zurück, während der Mittcl-
werth für den Monat Juni nach Maury 25,5 und das Jahresmittel aller in den
Jahren 1876, 1877 und 1878 bei der Seewarte «¡»gelieferten Reisen 22,9 Tage
beträgt. Gleich ungewöhnlich günstig war dann der fernere Verlauf vou „Mac
Millan“’s Reise, und als das Schiff sich am 7. August in der B«s*-Strafsc
befand, waren nur 75 Tage nach dem Abgänge vom Kanäle verflossen. Dafs
dieses Resultat ein sehr günstiges war, ergiebt sich aus der mittleren Dauer
von fünf Reisen des ungewöhnlich schnell segelnden Hamburger Vollschiffes
„La Rochelle“, Ivapt. Witt, welches für die Strecke Kanal und 145° O-Lg
79,2 Tage beträgt. Die kürzeste dieser Reisen hatte eine Dauer von 71
und die längste eine solche von 85 Tagen. In verlrältnifsmäfsig noch rascherer
Weise als diese erste, wurde von „Mac Millan“ die zweite Hälfte der Reise
vollendet, und müssen besonders auf der zwischen Rass-Strafse und 20° N - Br
liegenden Strecke ungewöhnlich günstige Verhältnisse beobachtet worden sein.
Denn „Mac Millan“ gebrauchte, um von dieser Strafse nach 20° N-Br in
152,2“ W-Lg zu kommen nur 32 Tage, und als zur entsprechenden Zeit des
Jahres 1872 das Englische Vollschiff „George Thompson“ die Reise von New-
Castle in Australien nach Honolulu in 35 Tagen zurücklegte, wurde diese That
damals mit Recht als etwas Aufsergewölinliclres angesehen. Uro von 20° N-Br
aus den Hafen zu erreichen, waren für „Mac Milfan“ noch 20 Tage erforder
lich, und geschah die Zurücklegung dieses Reiseabschnittes wohl in der ver-
hältnifsmäfsig langsamsten Weise der ganzen Reise. Im Ganzen geht so viel
deutlich aus „Mac Millan“'» Reise hervor, dafs sie unter besonders günstigen
Verhältnissen ausgeführt wurde, während „Jupiter“ solche nur bei der Um-
segelung des Kap Horn antiaf, Ob die Reise des Englischen Schiffes eine viel
bequemere, als die des deutschen war, ist auch keineswegs sicher. Denn
„Jupiter“ überstand in der Nähe des Kap „Horn“ nur einen nenuenswertheu
Sturm, und über stürmisches Wetter welches „Mac Millan“ vielleicht beobachtete,
wissen wir nichts. Besonderes Interesse gewährt in der Reise des Englischen
Schiffes noch die Thatsaehe, dafs dasselbe es vermochte, von der Liuie in
155° W-Lg aus San Diego rascher zu erreichen, als „Jupiter“ von 0° Breite
in 116,8° W-Lg aus. „Mac Millan“ legte hier die unverhältnifsmäfsig viel
gröfsere Strecke in der kürzeren Zeit zurück. Aus ähnlichen Reisen, so z. B.
der mit Kohlen tief beladenen eisernen Elsflethcr Bark „Hercules“, Kapt. Bloss’,
welche am 30. September 1881 den Aequator in 159,8“ W-Lg schnitt, die west