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fullscreen: 26, 1898

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1898. 
Zu Anfang des Monats erstreckte sich auf der Nordseite einer Depression 
über Kontinentaleuropa ein breiter Rücken hohen Luftdruckes vom Ozean im 
Südwesten her über die Britischen Inseln nach Finnland, der ein über Nordruss- 
iand lagerndes Hochdruckgebiet mit einem anderen südwestlich von Irland 
lagernden verband. Während der ersten Woche drang dieses Maximum nach 
der Nordsee vor und breitete sich besonders nach Kontinentaleuropa aus, wo- 
durch es eine NW—SE gestreckte Lage annahm; auf seiner Ostseite lag das 
Ostseegebiet zeitweise im Bereiche von Ausläufern der im hohen Norden am 2. 
und 3, sowie am 5. vorüberziehenden Depressionen. Bei leichten, stark ver- 
änderlichen Winden herrschte während dieser Zeit am 2. an der Nordsee heiteres 
und am 3. bis 7. an den westlichen Theilen der Küste meist nebeliges, am 7. an 
der schleswig-holsteinschen Küste jedoch vielfach heiteres Wetter. 
Dann verlagerte sich das Maximum von der Nordsee nach Skandinavien, 
wo es vom 7. bis 10., über Nordeuropa ausgebreitet, seine Lage behauptete und 
meist leichte Winde aus östlichen Richtungen an der Küste bedingte; im theil- 
weisen Bereich von Ausläufern niedrigen Druckes im Osten traten an der 
preufsischen Küste am 7. bis 9, Regenfälle auf, während die übrigen Küsten- 
theile trockenes Wetter hatten und am 9. und 10. vorwiegend heiteres Wetter 
von der Weser bis zur westlichen Ostsee und noch am 11. an der mittleren und 
östlichen Ostsee herrschte. 
Am 11. bis 13. verlagerte sich das Maximum rasch nach Südosteuropa; 
eine flache Depression drang von Frankreich nach Nordwestdeutschland und dann 
weiter ostwärts vor, die am 11. an der Nordsee und der westlichen Ostsee und 
dann an den beiden folgenden Tagen an der ganzen Küste Regenfälle hervorrief 
und Winde aus östlichen Richtungen bedingte. 
Die Witterung Europas wurde in der folgenden Woche, vom 13. bis 20,, 
durch ein Hochdruckgebiet, das vom Ozean im Nordwesten über Skandinavien 
nach Nordosteuropa wanderte, und eine tiefe Depression beherrscht, die ein 
tiefes, über den Kanal nach England vordringendes Minimum zeigte und sich 
über Kontinentaleuropa und theilweise ganz Centraleuropa ausbreitete. Bei an- 
haltenden vorwiegend steifen bis stürmischen Winden meist aus Ost bis Südost 
von der in der Einleitung angegebenen Ausdehnung trat an der Küste eine 
längere Zeit kalter Witterung, vom 14, bis 22. andauernd, ein, und es fiel am 
14. an der Ostsee, am 16. an der Nordsee der erste, allerdings geringfügige 
Schnee; ausgedehnte Niederschläge hatten während dieser Zeit die Küste ostwärts 
bis Pommern am 15. bis 18., die Nordsee und die westliche Ostsee am 19. und die 
Ostsee am 20., wo besonders in Swinemünde sehr ergiebiger Niederschlag fiel. 
An diesem und dem folgenden Tage zog sich das Maximum ostwärts 
zurück, während ebenso die Depression im Westen vorübergehend .an Einflufs 
verlor und eine flache Depression von Ungarn her über die südliche Ostsee 
nordwärts vordrang. Die stürmischen Winde, die noch am Morgen des 20. an 
der mittleren und östlichen Ostsee aus SE bis NE wehten, liefsen nach, und es 
trat am 21. in der Ostsee vielfach Nebel auf, wie auch am folgenden Tage, bei 
Fortdauer der Niederschläge an der Nordsee und der westlichen Ostsee. 
Als in der Folge bis zum 27. Ausläufer der im Nordwesten lagernden 
Depression über die Nordsee nach Skandinavien fortschritten, breitete: sich die 
Depression über ganz Nordeuropa aus, und es trat bei südwestlichen und süd- 
lichen Winden zunächst eine erhebliche Erwärmung an der Küste ein. Tägliche 
Regenfälle fanden am 23. bis 26. an der ganzen Küste statt und noch am 27. ostwärts 
bis Pommern, ausgebreiteter Nebel herrschte am 23, ostwärts bis zur Oder und 
am 24, an der ganzen Küste, Ein ostwärts fortschreitender Ausläufer rief am 
26. an der östlichen Ostsee stürmische südwestliche Winde hervor, in Wechsel- 
wirkung mit dem hohen Druck über Kontinentaleuropa. 
Nachdem sich am 27. und 28. der über Kontinentaleuropa lagernde hohe 
Druck vorübergehend über ganz Centraleuropa ausgedehnt hatte, breitete sich 
am 29. bis 31. eine neue Depression von Westen und Nordwesten her, unter 
Zurückdrängung des Hochdruckgebietes nach Südosten, über fast ganz Europa 
aus, so dafs nach wenigen trockenen, am 28, und 29. an der Ostsee und am 29, 
an der Nordsee nebeligen, am 30. heiteren Tagen zunächst wieder an der Nordsee 
and westlichen Ostsee regnerische Witterung eintrat; bei der schnellen Aus- 
breitung der Depression gegen den hohen Luftdruck wurden am 30. an der 
Nordseeküste stürmische Südwestwinde hervorgerufen.
	        
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