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Der 12. Dezember war der 26ste auf Sec verbrachte Tag, und man hatte während
dieser Zeit 10° N-Br in 89,7° O-Lg am 23. November geschnitten,
„Rossini“ war bei mäfsigem, von 1,5° N-Br ab herrschenden Westwinde
von der nördlichen zur südlichen Halbkugel übergegangen; ein mäfsiger,
ziemlich beständiger Westwind begleitete das Schiff auch bis nach 7,5° S-Br
in 92° O-Lg. Als man diesen Punkt am 17. Dezember erreicht hatte, stellten
sich unbeständige südöstliche Wiude ein, die später noch an mehreren Tagen
durch Windstille und Mallung unterbrochen wurden; erst am 22. Dezember
gelang es in etwa 10,4° S-Br und 88° O-Lg das Gebiet des SE-Passats zu
erreichen. In diesem wurde frischer beständiger Wind angetroffen, der
erst südlich von 25° S-Br flauer wurde und am 2. Januar 1882 unweit
25,6° S-Br und 59° O-Lg zu wehen aufhörte. Der in etwa 24,5 S-Br einen
höchsten Stand von 767,2 mm erreichende Luftdruck betrug in der Nähe des
letzteren Punktes 765,0 muß Südlich vom Passatgebiete herrschten umlaufende
Winde, die ebenso häufig aus westlicher, wie aus östlicher Richtung kamen. Die
durch keinen Sturm erschwerte Umsegelung des Kap dm' guten Hoffnung wurde
durch verhältnifsmäfsig häufig angetroffene günstige Winde leicht gemacht, und
am 25. Januar führte frischer SW-Wind das Schiff über die Länge jenes Vor
gebirges. Am 28. Januar gelangte „Rossini“ in 11° O-Lg wieder nördlich von
30° S-Br. Derselbe Parallel war im Indischen Ocean zehn Tage vorher ge
kreuzt worden; auf dem Wege zur Südspitze Afrikas hatte man 10° S-Br
in 88,3° O-Lg am 22. Dezember, 20° S-Br in 75° O-Lg am 27. Dezember und
30° S-Br in 33,5° O-Lg am 18. Januar; ferner 90° O-Lg in 9,4° S-Br am
19. Dezember, 60° O-Lg in 25,3° S-Br am 1. Januar und 30° O-Lg in 32.6° S-Br
am 19. Januar geschnitten.
Aus dem frischen Südwinde, welcher „Rossini“ wieder nördlich von
30° S-Br brachte, entwickelte sich ohne vorhergehende Störung der Passat.
Für längere Zeit trat derselbe in befriedigender Stärke auf; nördlich von
19° S-Br war die Windstärke aber nur eine geringe. Am 19. Februar ging
die Bark in 22,2° W-Lg von der südlichen zur nördlichen Halbkugel über.
Sie batte die zwischen 30° S-Br und Linie liegende Strecke in 22 Tagen zu
rückgelegt, und auf derselben 20° S-Br in 1,4° W-Lg am 3. Februar und
10° S-Br in 12,2° W-Lg am 11. Februar gekreuzt.
In nördlicher Breite wurde zwischen 1,5° N-Br in 23,4° W-Lg und
3,8° N-Br in 24° W-Lg der Stillengürte] angetroffen. Um ihn bei leichter
östlicher Mallang zu überschreiten, waren vier Tage erforderlich; nach deren
Verlauf traf man am 23. Februar den NE-Passat wieder an. Das Gebiet des
selben erstreckte sieb bis nach 26° N-Br in 36,2“ W-Lg. Einen höchsten
Luftdruck von 766,6 mm beobachtete „Rossini“ unweit 24,5° N-Br, Nachdem
man das Passatgebiet verlassen hatte, beobachtete „Rossini“ zunächst noch für
längere Zeit südöstliche Winde, und nachdem diese am 17. März unweit 43° N-Br
in 23° W-Lg ein Endo genommen hatten, folgten aus nördlicher Richtung vor
herrschende Winde. Am 24. März erreichte „Rossini“, nach einer Reise von
128 Tagen, die Mündung des Kanals. Im Nordatlantischen Ocean waren von
jener Zeit 33 Tage verbracht; es wurde 10° N-Br in 30° W-Lg am 27. Februar,
SN) 0 N-Br in 35° W-Lg am 3. März, 30° N-Br in 35,6° W-Lg am 9. März und
40° N-Br in 29° W-Lg am 13. März geschnitten.
12. Reise der Bremer Bark „Melusine“, Kapt. Tli. Pflieger.
Am 15. Februar 1881 stand die auf einer Reiso von Cardiff nach Hong
kong begriffene Bark „Melusine“ auf dem Parallel von 50° Nord. An dem
selben Tage befanden sich dort auch die beiden Hamburger, ebenfalls von
Cardiff ausgegangenen Schiffe „Constanze“ und „Anna“. „Melusine“ segelte
bei leichten veränderlichen, der Richtung nach jedoch meist günstigen Winden,
südwärts bis man am 27. Februar nach 30,5° N-Br in 21° W-Lg gekommen
war. Hier ging der zuletzt aus West wehende Wind in Stille über, und auf
diese folgte einige Wachen später südlicher Wind, der mit geringen Unter
brechungen bis zum 7. März an hielt. An diesem Tage stellte sich in etwa
23,9° N-Br und 22,4° W-Lg der NE-Passat ein, und heschlofs Kapt. Pflieger
dann, auf östlich von der Kap Fwife-Grnppe liegender Route die Reise weiter