accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 10 (1882)

491

rechnung  kaum  eine  Seemeile  von  einander  entfernt;  später  gewann  jedoch
„Dido“,  welche  einen  etwas  westlicheren  Kurs  verfolgte,  gegen  „Rossini“  und
gelangte  deshalb  jone  Bark  nach  10°  N-Br  einen  Tag  vor  der  letzteren.  Am
14.  Juni  stand  „Rossini“  in  7,6°  N-Br  und  24,6°  W-Lg  wieder  nur  etwa  35Sm
von  „Dido“  entfernt.  Durch  die  in  der  nächsten  Zeit  angetroÖencn  Verhältnisse
wurde  jedoch  die  letztere  Bark  in  solcher  Weise  begünstigt,  dafs  sie  zwei
Tage  früher  als  „Rossini“  den  Aequator  erreichen  konute.  „Rossini“  ging  am
1!).  Juni,  30  Tage  später  als  man  50°  N-Br  verlassen  hatte,  in  29,5°  W-Lg
von  nördlicher  in  südliche  Breite  über.  „Dido“  hatte  den  Aequator  in  26,7°  W-Lg
gekreuzt.  Von  „Rossini“  war  40°  N-Br  in  13°  W-Lg  am  28.  Mai,  30°  N-Br
in  20,4°  W-Lg  am  3.  Juni,  20°  N-Br  in  24,3°  W-Lg  am  7.  Juni  und  10°  N-Br
in  24,8°  W-Lg  am  12.  Juni  geschnitten  worden.
Im  Südatlantischen  Ocean  fand  „Rossini“  nur  mäfsigen  Passat,  dessen
Gebiet  sich  bis  nach  26°  S-Br  in  32,5°  W-Lg  ausdehnte.  Als  in  der  Nähe
dieses  Punktes  der  kräftige  Wind  am  3.  Juli  nordöstlich  holte,  betrug  der
Luftdruck  763,8  mm.  Dagegen  war  unweit  22,5°  S-Br  ein  höchster  Stand  von
771,6  mm  beobachtet  worden.  Kurze  Zeit,  nachdem  der  Wind  nordöstlich  geworden ­
  war,  drehte  er  durch  Nord  nach  West,  und  hielt  er  sich  später  eine
Zeit  lang  im  westlichen  Halbkreise.  Unweit  35°  S-Br  in  14°  W-Lg  wurden
an  mehreren  Tagen  wieder  südöstliche  Winde  beobachtet,  und  als  man  am
13.  Juli  die  Insel  Tristan  d’Acunha  erblickte,  wehte  ganz  leichte  nördliche  Briese.
Am  17.  Juli  erreichte  „Rossini“  bei  kräftigem  SW-Winde  in  38,7°  S-Br  den
Meridian  von  Greenwich.  Es  waren  damals  28  Tage  nach  der  Ueborschreitung
des  Aequators  verflossen,  und  während  dieser  Zeit  hatte  man  10°  S-Br  in
31,3°  W-Lg  am  24.  Juni,  20°  S-Br  in  35°  W-Lg  am  30.  Juni  und  30°  S-Br  in
24,8°  W-Lg  am  6.  Juli  gekreuzt.  „Dido“  war  nach  0°  Länge  in  39°  S-Br  am
9.  Juli  gelangt.
Beim  Abläufen  der  Länge  hielt  „Rossini“  sich  zuerst  längere  Zeit  eben
nördlich  von  40°  S-Br.  Als  man  östlich  von  41°  O-Lg  gekommen  war,  wurde
dieser  Parallel  überschritten,  und  man  berührte  als  südlichsten  Punkt  41,8°  S-Br
in  65°  O-Lg.  Die  angetroffenen  Winde  waren  der  Richtung  nach  fast  ausnahmslos ­
  günstig,  doch  traten  sie  oft  nicht  in  erwünschter  Stärke  auf.  Nennenswerthe
  Stürme  wurden  nicht  beobachtet.  Am  12.  August,  dem  26.  in  östlicher
Länge  verbrachten  Tage,  erreichte  „Rossini“  in  39,3°  S-Br  den  Meridian  von
80°  Ost.  „Dido“  hatte  diese  Länge  in  39,6°  S-Br  am  26.  Juli  überschritten.
Auf  dem  Wege  zum  Passatgebiet  fand  „Rossini“  bis  nach  35,5°  Süd  hin
frischen  beständigen  NW-Wind,  und  nördlich  von  dieser  Breite  beobachtete
man  an  mehreren  Tagen  leichte  südöstliche  Briese.  Aus  leichter  westlicher
Mallung  entwickelte  sich  am  23.  August  in  der  Nähe  von  26°  S-Br  und
101,2°  O-Lg  der  SE-l’assat.  Der  Barometerstand  nahm  in  der  Nähe  dieses
Punktos  einen  höchsten  Stand  von  767,1  mm  ein.  Vom  kräftig  auftretenden
Passat  wurde  „Rossini“  bis  zum  30.  August  in  Sicht  von  Java  Head  geführt.
Auf  dem  Wege  dahin  war  30°  S-Br  in  98°  O-Lg  am  19.  August,  20°  S-Br  in
103,6°  O-Lg  am  25.  August  und  10°  S-Br  in  105,7°  O-Lg  am  29.  August  geschnitten ­
  worden.  Von  „Dido“  war  Java  Head  am  13.  August  erblickt  worden.
Am  7.  September  ankerte  „Rossini“  auf  der  Rhede  von  Singapore.  Die  Dauer
der  Reise  betrug  von  50°  N-Br  ab  110  Tage.  Um  nach  der  Mündung  der
¿¡««dzt-Strafse  zu  gelangen,  waren  102  Tage  erforderlich  gewesen.
Nach  Entlöschung  der  Ladung  in  Singapore  ging  „Rossini“  am  24.  September ­
  wieder  in  Sec,  um  nach  Akyab  zu  segeln.  Man  erreichte  diesen  letzteren
Hafen  am  1.  November  nach  38tägiger  Reise,  nahm  dort  eine  Ladung  Reis  ciu
und  trat  am  16.  November  die  Heimreise  nach  Europa  an.  Leichte  nördliche
Winde,  die  zu  Anfang  derselben  angetroffen  wurden,  begleiteten  die  Bark  bis
nach  11,5°  N-Br  in  90,9°  O-Lg;  nachdem  in  der  Nähe  dieses  Punktes  für
kurze  Zeit  leichte  Mallung  und  Windstille  geherrscht  hatte,  folgte  eine  flaue
südöstliche  Briese.  Diese  sank,  nachdem  10°  N-Br  überschritten  worden  war,
mehr  und  mehr  zum  ganz  leisen  Zuge  herab,  und  infolge  der  zwischen  9,5°  N-Br
und  Linie  angetroffenen  Mallung  und  Stille  waren  nicht  weniger  als  18  Tage
erforderlich,  um  die  zwischen  dioson  beiden  Parallelen  liegende  Strecke  zurückzulegen.
  Am  12.  Dezember  überschritt  „Rossini“  in  90°  O-Lg  den  Aequator.
Amt.  tä.  IlyJr.  etc.,  1SS2,  lieft  VIII  Q
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.