nördlichen und westlichen Zuge segeln. Endlich drehte der Wind am 21). Mai,
in der Nähe von 16,5° S-Br und 5,7° W-Lg, von SW durch Süd nach SE und
wurde zum Passat. Der letzte noch vorliegende Theil der Reise zur Linie
konnte nun ohne fernere Störung zurückgelegt werden, und am 10. Juni ging
„Dione“ in 23,1° W-Lg von der südlichen zur nördlichen Halbkugel über. Um
von 30° S-Br aus dahin zu gelangen, waren 32 Tage erforderlich gewesen, und
während dieser Zeit hatte man 20" S-Br in 2,2° W-Lg am 20. Mai und 10°
S-Br in 12,8° W-Lg am 3. Juni geschnitten.
Günstiger als das Auffinden des Passatgebietes im Südatlantische» Oceau
erfolgte der Uebcrgang des Schiffes vom Gebiete des SE- in das des NE-Passates.
Eine Grenze beider Winde läfst sich, weil „Dirne“ bis nach unweit 9° N-Br
anscheinend vom SE-Passat begleitet wurde, kaum angebeu. Der leichte Wind
drehte allmählich nach links durch Ost nach NE und wurde ohne jode sonstige
Störung zum Passat. Man fand diesen Wind am kräftigsten auf der zwischen
11° und 26° N-Br liegenden Strecke, und gelangte zu dessen polarer Grenze
am 3. Juli in 34,5° N-Br und 38,3° W-Lg. Während der gleich nördlich vom
Passatgebäete angetroffenen leichten Mallung und Stille erreichte der Luftdruck
einen höchsten Stand von 776,0 mm. Erst am 12. Juli fand „Dione“ unweit
37° N-Br in 32° W-Lg Westwind, der während dos noch übrigen Theils der
Reise vorherrschend blieb. Am 28. Juli befand sich „Dione“ in der Nähe von
Lizard. Die Dauer der Reise betrug 158 Tage. Von dieser Zeit waren
48 Tage in nördlicher Breite zugebracht worden, und hatte man dort 10° N-Br
in 28,3° W-Lg am 18. Juni, 20° N-Br in 34,8° W-Lg am 24. Juni, 30° N-Br
in 39.2° W-Lg am 30. Juni und 40° N-Br in 27,5° W-Lg am 15. Juli über
schritten.
14. Reise der eiserner Hamburger Dark „Levuka“, Kapt. A. Hansi.
Ain 29. September 1880, dem 13. Tage einer Reise von Marseille nach
Rio de Janeiro passirtc die Bark „Levuka“ die Strafse von Gibraltar. Der hier
wehende mäfsige Ostwind führte das Schiff bis unweit 35° N-Br in 11° W-Lg
und sank dort fast zur Stille herab. Aus dieser entwickelte sich Dach kurzer
Zeit ein südwestlicher Wind, welcher später au mehreren Tagen kräftig wehte.
Indem dieser Wind langsam nach rechts drehte, wurde er allmählich günstiger,
und endlich ging aus ihm der NE-Passat hervor. Man erreichte dessen nörd
liche Grenze am 7. Oktober in der Nähe von 32,5° N-Br und 19° W-Lg.
Nachdem der Passat durchgekommeu war, blieb der Luftdruck noch beim
Steigen, bis derselbe unweit 30,5° N-Br mit 769,0 mm sein Maximum erreicht
hatte. Bis zum 17. Oktober hatte der ziemlich frisch auftretende Passat die
Bark bis unweit 10° N-Br in 25,5° W-Lg geführt, und an diesem Tage endete
derselbe ganz plötzlich, indem der Wind während einer Böe nach SW umsprang.
Nach diesem Vorgänge herrschte der SW-Monsun ungestört; die Bark traf von
Windstille keine Spur, und über B. B.-Bug segelnd und von starker, in drei
Etmalen den Gesammtbctrag von 94 Sm erreichender Ostströmung versetzt, ge
langte „Levuka“ bis zum 21. Oktober nach 20° W-Lg in 4,5° N-Br. Hier
wurde bei Südwind gewendet, der Wind räumte später nur sehr allmählich,
und erst am 26. Oktober konnte man iu 27° W-Lg den Aequator überschreiten.
Um denselben von der Strafse von Gibraltar aus zu erreichen, waren 27 Tage
erforderlich gewesen; und während dieser Zeit hatte man 30° N-Br in 20,2°
W-Lg am 8. Oktober, 20° N-Br in 25° W-Lg am 13. Oktober und 10° N-Br
in 25,7° W-Lg am 17. Oktober geschnitten.
Im Südatlantischen Ocean wurde „Levuka“ nur bis nach 17° S-Br in 33,6°
W-Lg vom frisch auftretenden Passat begleitet. Bei auf 767,0 mm gestiegenem
Luftdruck lief hier am 1. November der Wind nordöstlich. Während der
folgenden Tage vollendete derselbe dann, bei einer Ab- und Zunahme des Luft
drucks von 4 mm, eine Drehung nach links, um später wieder für mehrere Tage
beständig aus südöstlicher Richtung zu wehen. Am 7. November erreichte
„Levuka“ den Hafen vou Rio de Janeiro. Die Dauer der ganzen Reise war
39 Tage. In südlicher Breite hatte man 10° S-Br in 32,4° W-Lg am 30. Ok
tober und 20° S-Br in 35,9° W-Lg am 3. November gekreuzt.
Von Rio de Janeiro versegclto „Levuka“ nach S antos, und am 17. Dezember
verliefs die Bark auch diesen letzteren Hafen, um die Reise nach Rangoon fort-