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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 10 (1882)

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im Ganzen ziemlich frische Wind die Bark bis zum 13. Januar nach 0,8° S-Br 
in 93,7° O-Lg geführt hatte, ging er wieder in leise Mallung über, und bewirkte 
diese wie längere Windstille, dafs »Germania* erst am 16. Januar den Aequator 
in 94° O-Lg erreichen konnte. Auf dem Wege dahin war 30° S-Br in 92,3° O-Lg 
am 28. Dezember, 20° S-Br in 93° O-Lg am 3. Januar und 10° S-Br iu 91,4° 
O-Lg am 9. Januar geschnitten worden. „Armin“, welcher sich beim Durch 
segeln des Passat- und Monsungebietes zwischen 90° und 91° O-Lg gehalten 
hatte, verliefe die südliche Halbkugel in 90,1° O-Lg am 11. Januar. 
In nördlicher Breite fand „Germania“ bis nach 2,5° N-Br hin leichte 
veränderliche westliche Briese und unweit 3° N-Br in 94° O-Lg am 20. Januar 
den NE-Monsun, Am 22. Januar befand sich die Bark in Sicht von Pulo Brasse 
und am 8. Februar konnte auf der Rhede von Singapurs geankert werden. Die 
Dauer der Reise von 50° N-Br ab betrug 137 Tage. 
ln Singapore erhielt „Germania“ eiue für Havre bestimmte Ladung und 
am 16. März wurde die Reise nach diesem Platze angetreten. Der anfänglich 
wehende frische NE-Monsun endete am zweiten Tage der Reise, und leichte 
nordwestliche Briese trat an dessen Stelle. Am 19. befand man sich südlich 
von der -Strafse, und 6 Tage später wurde Java Jlead gesichtet. Sehr 
ungünstig waren die im Indischen Ocean zunächst angetroffenen Verhältnisse. 
4 Tage lang herrschte dort fast vollkommene Windstille, und erst am 31. März 
konnte man unweit 10° S-Br und 100,8° O-Lg das Gebiet des SE-Passats er 
reichen. Im Gebiete desselben fand man anfänglich auch nur sehr flaue Briese 
und ei’st unweit 14° S-Br fafste der Passat kräftig durch. Nach dieser Zeit 
nahm die Reise für längere Zeit einen befriedigenden Verlauf. In der Nähe 
von 25° S-Br in 70° O-Lg scliion am 12. April die polare Passatgrenzo zu 
liegen, obgleich südlich von diesem Punkte noch an mehreren Tagen leichte 
Ostwinde beobachtet wurden. Am 15. April wurde dieser Wind unweit 26,5° 
S-Br und 62° O-Lg in von starkem Regen begleiteten Böen stürmisch, obgleich 
der Luftdruck noch mehr als 762,2 mm betrug. Am 16. April wurde der Sturm 
noch heftiger, und während der Böen war die Windstärke an diesem Tage fast 
orkanartig, ln den Böen regnete es aufserordentlicli stark, während zu anderen 
Zeiten der Regen weniger dicht fiel. Der Wind drehte später nach rechts, am 
Ende des Etmals war dessen Richtung SSE und der Barometerstand auf 758,0 mm 
gesunken. Während der ersten Hälfte des 17. April mäfsigte sich der Sturm 
rasch, und als der Luftdruck um 6 h a. m. mit 756,8 mm seinen niedrigsten Stand 
erreicht hatte, war der Ostwind zum ganz leisen Zuge herabgesunken. Dieses 
von „Germania“ überstandene Unwetter erstreckte sich nicht sehr weit nördlich, 
deun das mitsegelnde Hamburger Schiff „Undine“, welches am Mittage des 
16. April in 23,8° S-Br und 59.9° O-Lg fast genau 170 Sm nördlich von 
„Germania“ stand, beobachtete dort keine Spur von stürmischem Wind, obgleich 
der Luftdruck gegen den des vorhergehenden Tages um etwa 3 mm gefallen 
war. „Undine“ befand sich an der Nordseite der Depression, und fand man am 
16. und 17. April den dort zu erwartenden Westwind, welcher jedoch nur die 
Stärke 2 und 3 besafs. Am 25. April wechselten diese beiden Mitsegler in 
28,7° S-Br und 41,7° O-Lg Signale miteinander, und verlief die Reise von 
„Germania“ später für längere Zeit unter denselben Verhältnissen, wie sic 
schon im Belicht des anderen Schiffes angegeben worden sind. Am 8. Mai 
übcrstamlon beide Schiffe einen orkanartigen Weststurm, den Hagel und heftige 
Gewitter begleiteten. „Germania“, damals in 34,4° S-Br und 26° O-Lg etwa 
80 Sm OSO von „Undine“ stehend, beobachtete dort ein Sinken des Luftdrucks 
auf 755,3 mm. Bei „Undine“ war ein niedrigster Stand von 756,2 mm abgelesen 
worden. Am 13. Mai befand „Germania“ sich in Sicht des Tafelberges, und 
am 18. Mai wurde 30° S-Br in 9,6° O-Lg wieder überschritten. Dieselbe Breite 
w T ar 20 Tage vorher im Indischen Ocean gekreuzt worden, und auf der Fahrt 
von der ¿hmda-Strafse her hatte man 10° S-Br in 101° O-Lg am 31. März, 20° 
S-Br in 88,5° O-Lg am 6. April und 30° S-Br in 3,41° O-Lg am 28. April; ferner 
90° O-Lg in 19,5° S-Br am 5. April, 60° O-Lg in 26,7° S-Br am 16. April und 
30° O-Lg in 32,2° S-Br am 1. Mai geschnitten. „ Undine“ war nach 30° S-Br in 
14,6° O-Lg am 16. Mai gelangt. 
Ganz aufeerordentlich ungünstige Verhältnisse wurden von „Germania“ 
sowohl wie von „Undine“ nördlich von 30° S-Br angetroffen. Der östliche
	        
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