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im Ganzen ziemlich frische Wind die Bark bis zum 13. Januar nach 0,8° S-Br
in 93,7° O-Lg geführt hatte, ging er wieder in leise Mallung über, und bewirkte
diese wie längere Windstille, dafs »Germania* erst am 16. Januar den Aequator
in 94° O-Lg erreichen konnte. Auf dem Wege dahin war 30° S-Br in 92,3° O-Lg
am 28. Dezember, 20° S-Br in 93° O-Lg am 3. Januar und 10° S-Br iu 91,4°
O-Lg am 9. Januar geschnitten worden. „Armin“, welcher sich beim Durch
segeln des Passat- und Monsungebietes zwischen 90° und 91° O-Lg gehalten
hatte, verliefe die südliche Halbkugel in 90,1° O-Lg am 11. Januar.
In nördlicher Breite fand „Germania“ bis nach 2,5° N-Br hin leichte
veränderliche westliche Briese und unweit 3° N-Br in 94° O-Lg am 20. Januar
den NE-Monsun, Am 22. Januar befand sich die Bark in Sicht von Pulo Brasse
und am 8. Februar konnte auf der Rhede von Singapurs geankert werden. Die
Dauer der Reise von 50° N-Br ab betrug 137 Tage.
ln Singapore erhielt „Germania“ eiue für Havre bestimmte Ladung und
am 16. März wurde die Reise nach diesem Platze angetreten. Der anfänglich
wehende frische NE-Monsun endete am zweiten Tage der Reise, und leichte
nordwestliche Briese trat an dessen Stelle. Am 19. befand man sich südlich
von der -Strafse, und 6 Tage später wurde Java Jlead gesichtet. Sehr
ungünstig waren die im Indischen Ocean zunächst angetroffenen Verhältnisse.
4 Tage lang herrschte dort fast vollkommene Windstille, und erst am 31. März
konnte man unweit 10° S-Br und 100,8° O-Lg das Gebiet des SE-Passats er
reichen. Im Gebiete desselben fand man anfänglich auch nur sehr flaue Briese
und ei’st unweit 14° S-Br fafste der Passat kräftig durch. Nach dieser Zeit
nahm die Reise für längere Zeit einen befriedigenden Verlauf. In der Nähe
von 25° S-Br in 70° O-Lg scliion am 12. April die polare Passatgrenzo zu
liegen, obgleich südlich von diesem Punkte noch an mehreren Tagen leichte
Ostwinde beobachtet wurden. Am 15. April wurde dieser Wind unweit 26,5°
S-Br und 62° O-Lg in von starkem Regen begleiteten Böen stürmisch, obgleich
der Luftdruck noch mehr als 762,2 mm betrug. Am 16. April wurde der Sturm
noch heftiger, und während der Böen war die Windstärke an diesem Tage fast
orkanartig, ln den Böen regnete es aufserordentlicli stark, während zu anderen
Zeiten der Regen weniger dicht fiel. Der Wind drehte später nach rechts, am
Ende des Etmals war dessen Richtung SSE und der Barometerstand auf 758,0 mm
gesunken. Während der ersten Hälfte des 17. April mäfsigte sich der Sturm
rasch, und als der Luftdruck um 6 h a. m. mit 756,8 mm seinen niedrigsten Stand
erreicht hatte, war der Ostwind zum ganz leisen Zuge herabgesunken. Dieses
von „Germania“ überstandene Unwetter erstreckte sich nicht sehr weit nördlich,
deun das mitsegelnde Hamburger Schiff „Undine“, welches am Mittage des
16. April in 23,8° S-Br und 59.9° O-Lg fast genau 170 Sm nördlich von
„Germania“ stand, beobachtete dort keine Spur von stürmischem Wind, obgleich
der Luftdruck gegen den des vorhergehenden Tages um etwa 3 mm gefallen
war. „Undine“ befand sich an der Nordseite der Depression, und fand man am
16. und 17. April den dort zu erwartenden Westwind, welcher jedoch nur die
Stärke 2 und 3 besafs. Am 25. April wechselten diese beiden Mitsegler in
28,7° S-Br und 41,7° O-Lg Signale miteinander, und verlief die Reise von
„Germania“ später für längere Zeit unter denselben Verhältnissen, wie sic
schon im Belicht des anderen Schiffes angegeben worden sind. Am 8. Mai
übcrstamlon beide Schiffe einen orkanartigen Weststurm, den Hagel und heftige
Gewitter begleiteten. „Germania“, damals in 34,4° S-Br und 26° O-Lg etwa
80 Sm OSO von „Undine“ stehend, beobachtete dort ein Sinken des Luftdrucks
auf 755,3 mm. Bei „Undine“ war ein niedrigster Stand von 756,2 mm abgelesen
worden. Am 13. Mai befand „Germania“ sich in Sicht des Tafelberges, und
am 18. Mai wurde 30° S-Br in 9,6° O-Lg wieder überschritten. Dieselbe Breite
w T ar 20 Tage vorher im Indischen Ocean gekreuzt worden, und auf der Fahrt
von der ¿hmda-Strafse her hatte man 10° S-Br in 101° O-Lg am 31. März, 20°
S-Br in 88,5° O-Lg am 6. April und 30° S-Br in 3,41° O-Lg am 28. April; ferner
90° O-Lg in 19,5° S-Br am 5. April, 60° O-Lg in 26,7° S-Br am 16. April und
30° O-Lg in 32,2° S-Br am 1. Mai geschnitten. „ Undine“ war nach 30° S-Br in
14,6° O-Lg am 16. Mai gelangt.
Ganz aufeerordentlich ungünstige Verhältnisse wurden von „Germania“
sowohl wie von „Undine“ nördlich von 30° S-Br angetroffen. Der östliche