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Von besonderem Interesse sind in diesem Monat erstens das grofse
Nordlicht am 16., welches von Norwegen bis zum Stillen Ocean zu sehen war,
und während desseu aufserordeutliche Störungen im Erdmagnetismus und Erd-
ströine auch in Deutschland beobachtet wurden, zweitens die aufserordeutliche
Anhäufung von Eisbergen auf der Neufundlands-Bank, welche namentlich zu
Ende des Monats eine grofse Gefahr für die Schiffahrt zwischen Europa und
Amerika bildete.
Kleine hydrographische Notizen. 1 )
1. Die Einsegelung in den Hafen von Alexandrien 2 ) ist nach
einem Bericht des Kommandanten S. M. Kbt. „Habicht“, Korv.-Kapt. Kuhn,
an sich sehr einfach, da die Bake El Kot sehr gut zu erkenneu ist; jedoch
werden die Seezeichen sehr schlecht in Farbe gehalten; so ist z. B. die weifse
Farbe der Kugel genannter Bake kaum zu erkennen und die weiter nach innen
zu liegende Tonne, welche grün und weifs gestreift sein soll, ist gegenwärtig
vollständig rostrotii geworden.
2. Uebor Puerto Cabello, Curafao, Sabanilla, Kingston und
die Bermuden als Ausrüstungsplätzo hat Korv.-Kapt. Stempel, Kom
mandant S. M. S. „Luise“, 3 ) nachstehende Bemerkungen eingesandt.
1. Puerto Cabello. Als Ausrüstungshafen eignet sich Puerto Cabello nicht,
da aufser frischem Proviant nur Kaffee zu kaufen war. Hauptausfuhrartikel
sind Kaffee, Kakao, Indigo und Felle. Die Gewichts- und Münzverhältnisse
8ind wie in La Gv.ai/ra, jedoch wird hier ausschliefslich nach Macuquino-Dollars
zum Kurse von 6,31 V« = 1 Lstrl. gerechnet.
2. Curafao. Der Gesundheitszustand von Curafao ist nach eingezogenen
Erkundigungen ein durchaus guter; ansteckende Krankheiten, aufser Syphilis,
welche sehr verbreitet ist, sind nicht vorhanden. Aussätzige werden in einem
eigenen, fern von der Stadt gelegenen Hospitale isolirt. Gelbes Fieber, welches
zuweilen eingeschleppt wird, soll sich nicht epidemisch verbreiten. Die einzelnen
Fälle von Erkrankungen an dieser Krankheit vorthcilen sich demgemäfs auch
ebenmäfsig über das ganze Jahr, ohne Auszeichnung einer oder der anderen
Jahreszeit. In der trockenen Saison, von März bis August, sollen infolge des
Staubes uud der bei fast gänzlichem Mangel der Vegetation grellen Beleuchtung
Augenkrankheiten recht häufig sein, namentlich auch granulirender Bindehaut
katarrh. Für event. Ausschiffung von Kranken der Schiffsbosatzuog bietot das
Militärhospital Gelegenheit; dasselbe besteht aus zwei Gebäuden, einem kleineren
für Gelbfieber- uud Pockenkranke (gegenwärtig nicht belegt) und einem gröfseren
dreistöckigen, zwar nur dürftig ausgestatteten, aber sehr reinlich gehaltenen
und gut ventilirtou Hauptgebäude für die übrigen Kranken.
Mit Bezug auf Proviantausrüstung ist zwar keine grofse Auswahl am
Platze, auch fehlen gröfsere Schiffshäudler mit bedeutenden Niederlagen, jedoch
sind die vorhandenen Vorrätlie frisch und von guter Beschaffenheit. Harthrod
ist nicht auf Lager, wird aber von verschiedenen Bäckern auf Verlangen ge
backen. Präservirte Kartoffeln und Fleisch sowie Pflaumen fehlen. Salzfloisch
ist nicht in genügender Menge vorhanden. Jedoch giebt es Corned beef
und getrocknetes Obst. Kohlen sind gewöhnlich einige 100 Tons am Platze
zum Preise von 40 sh. pro Ton frei an Bord, jedoch sind dieselben nicht
immer zur Lieferung bereit. Wasser wird von 1,20 bis 0,85 Dollars pro
400 Liter augeboten; Waschwasser zu 0,40 Dollars. Gröfsere Reparaturen an
Inventarien lassen sich nicht ausführen. Fertige Gegenstände sind selten vor-
räthig, und wird fast Alles nur auf Bestellung sehr theuer angefertigt.
Efue Verkehrsmünze ist nicht namhaft zu machen, da alle möglichen
Münzen kursiren, hauptsächlich süd- und nordamerikanische, englische, spanische
] ) Die mit (D. S.) bezeichnet® Notizen sind von der Deutschen Seewarte eingesendet.
*) S. „Mcditcrr. Pilot“, II (1877), pag. 242 und 246.
3) Vgl. „Ann. d. Hydr. etc.“, 1881, pag. 695, 698; 1882, pag. 126, 261.
Ava d. Hydr. pte., 1832, lieft VII.
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