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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 10 (1882)

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Von besonderem Interesse sind in diesem Monat erstens das grofse 
Nordlicht am 16., welches von Norwegen bis zum Stillen Ocean zu sehen war, 
und während desseu aufserordeutliche Störungen im Erdmagnetismus und Erd- 
ströine auch in Deutschland beobachtet wurden, zweitens die aufserordeutliche 
Anhäufung von Eisbergen auf der Neufundlands-Bank, welche namentlich zu 
Ende des Monats eine grofse Gefahr für die Schiffahrt zwischen Europa und 
Amerika bildete. 
Kleine hydrographische Notizen. 1 ) 
1. Die Einsegelung in den Hafen von Alexandrien 2 ) ist nach 
einem Bericht des Kommandanten S. M. Kbt. „Habicht“, Korv.-Kapt. Kuhn, 
an sich sehr einfach, da die Bake El Kot sehr gut zu erkenneu ist; jedoch 
werden die Seezeichen sehr schlecht in Farbe gehalten; so ist z. B. die weifse 
Farbe der Kugel genannter Bake kaum zu erkennen und die weiter nach innen 
zu liegende Tonne, welche grün und weifs gestreift sein soll, ist gegenwärtig 
vollständig rostrotii geworden. 
2. Uebor Puerto Cabello, Curafao, Sabanilla, Kingston und 
die Bermuden als Ausrüstungsplätzo hat Korv.-Kapt. Stempel, Kom 
mandant S. M. S. „Luise“, 3 ) nachstehende Bemerkungen eingesandt. 
1. Puerto Cabello. Als Ausrüstungshafen eignet sich Puerto Cabello nicht, 
da aufser frischem Proviant nur Kaffee zu kaufen war. Hauptausfuhrartikel 
sind Kaffee, Kakao, Indigo und Felle. Die Gewichts- und Münzverhältnisse 
8ind wie in La Gv.ai/ra, jedoch wird hier ausschliefslich nach Macuquino-Dollars 
zum Kurse von 6,31 V« = 1 Lstrl. gerechnet. 
2. Curafao. Der Gesundheitszustand von Curafao ist nach eingezogenen 
Erkundigungen ein durchaus guter; ansteckende Krankheiten, aufser Syphilis, 
welche sehr verbreitet ist, sind nicht vorhanden. Aussätzige werden in einem 
eigenen, fern von der Stadt gelegenen Hospitale isolirt. Gelbes Fieber, welches 
zuweilen eingeschleppt wird, soll sich nicht epidemisch verbreiten. Die einzelnen 
Fälle von Erkrankungen an dieser Krankheit vorthcilen sich demgemäfs auch 
ebenmäfsig über das ganze Jahr, ohne Auszeichnung einer oder der anderen 
Jahreszeit. In der trockenen Saison, von März bis August, sollen infolge des 
Staubes uud der bei fast gänzlichem Mangel der Vegetation grellen Beleuchtung 
Augenkrankheiten recht häufig sein, namentlich auch granulirender Bindehaut 
katarrh. Für event. Ausschiffung von Kranken der Schiffsbosatzuog bietot das 
Militärhospital Gelegenheit; dasselbe besteht aus zwei Gebäuden, einem kleineren 
für Gelbfieber- uud Pockenkranke (gegenwärtig nicht belegt) und einem gröfseren 
dreistöckigen, zwar nur dürftig ausgestatteten, aber sehr reinlich gehaltenen 
und gut ventilirtou Hauptgebäude für die übrigen Kranken. 
Mit Bezug auf Proviantausrüstung ist zwar keine grofse Auswahl am 
Platze, auch fehlen gröfsere Schiffshäudler mit bedeutenden Niederlagen, jedoch 
sind die vorhandenen Vorrätlie frisch und von guter Beschaffenheit. Harthrod 
ist nicht auf Lager, wird aber von verschiedenen Bäckern auf Verlangen ge 
backen. Präservirte Kartoffeln und Fleisch sowie Pflaumen fehlen. Salzfloisch 
ist nicht in genügender Menge vorhanden. Jedoch giebt es Corned beef 
und getrocknetes Obst. Kohlen sind gewöhnlich einige 100 Tons am Platze 
zum Preise von 40 sh. pro Ton frei an Bord, jedoch sind dieselben nicht 
immer zur Lieferung bereit. Wasser wird von 1,20 bis 0,85 Dollars pro 
400 Liter augeboten; Waschwasser zu 0,40 Dollars. Gröfsere Reparaturen an 
Inventarien lassen sich nicht ausführen. Fertige Gegenstände sind selten vor- 
räthig, und wird fast Alles nur auf Bestellung sehr theuer angefertigt. 
Efue Verkehrsmünze ist nicht namhaft zu machen, da alle möglichen 
Münzen kursiren, hauptsächlich süd- und nordamerikanische, englische, spanische 
] ) Die mit (D. S.) bezeichnet® Notizen sind von der Deutschen Seewarte eingesendet. 
*) S. „Mcditcrr. Pilot“, II (1877), pag. 242 und 246. 
3) Vgl. „Ann. d. Hydr. etc.“, 1881, pag. 695, 698; 1882, pag. 126, 261. 
Ava d. Hydr. pte., 1832, lieft VII. 
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