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Versetzung gefunden; im südlichen Theil des Kuro siwo von 134° bis 123° O-Lg
auf ca 27,5° N-Br setzte der Strom iui Allgemeinen nach Nord, theils westlich,
theils östlich von dieser Richtung.
Die Messungen der Wassertemperaturen liofsen das Gebiet des Kuro siwo
und seiner Grenzen scharf bestimmen. Beim Verlasson der Feefdc-Bucht war
die Temperatur des Wassers bis ca 20° 0. gestiegen. In dieser Höhe hielt sie
sich bis 123° O-Lg in 27,7° N-Br, an welchem Orte dieselbe innerhalb
vier Stunden auf 14,5° gefallen war. Mit dem Fortschreiton der Reise nach
Süden stieg die Temperatur indefs wieder, bis sie in der Nähe von Hongkong
wieder die Höhe von nahezu 20° C. erreichte.
Das Wetter war sehr feucht und regnerisch, nur wenige Tage waren
regenfrei; hierzu kam mit dem Ucbergang aus dem Kuro siwo in den südlichen
Driftstrom starker Nebel auf, welcher fast zwei Tage lang anhielt und sich
schliefslich in Regen auflöste.
Das Barometer stand durchgängig hoch, der niedrigste Stand war bei
sehr starkem SW-Winde 758,8 mm, sonst hielt sich das Quecksilber über 760 mm
und stieg bei dem nordöstlichen Winde der letzten Zeit trotz des Nebels und
Regens auf 770 mm.
Die Lufttemperatur wechselte mit der Wassertemperatur. So lange
letztere hoch war, war auch die Luft warm, und sobald der Kuro siwo ver
lassen war, liel die Lufttemperatur im Mittel um 8°, vou 22° auf 14° C.“
Aus den Reiseberichten S. IW. S. „Carola“, Korv.-Kapt. Karelier.')
Bemerkungen über die Rhede und den Hafen von Adelaide. 8 )
Ucber die während des Aufenthaltes S. M. S. „Carola“ auf der Rhede
und in dem Hafen von Adelaide vom 8. bis 22. Februar 1882 gemachten Wahr
nehmungen hat der Kommandant Nachstehendes berichtet:
„Semaphore-Rhede oder Largs-Bai erstrockt sich von dor sie südlich
begrenzenden Wonga Shoal bis zum Leuchttbunn am Eingang des Adelaide
Creek. Der Ankergrund ist gut, meist heller oder mit Seegras bewachsener
Sand. Gegen die Südstürmc ist sie durch die Wonga-Shoal geschützt; da auch
sonst kein bedeutender Seegang aufkommen soll, ist die Rhede in jeder Jahres
zeit als sicher zu bezeichnen.
Als guter Ankerplatz für mittelgrofse Kriegsschiffe kann der von S. M. S.
„Carola* auf 8 m Wasser gewählte (s. „Arm. d. Hydr. etc.“, 1882, pag. 297)
angeseheu werden, da er genügend durch die Bank geschützt ist und nicht
zu weit von der Mole entfernt ist. Von diesem Ankerplatz peilt man: Glocken
boje WSW; Leuchtthurm auf der Mole SO'AS; Port Adelaide - Leuchtthurm
NV4O. Das Wasser ist. bei stillem Wetter— wie es „Carola“ antraf— so klar,
dafs man jedes Glied der auf dem Boden liegenden Kette, sowie den Anker
deutlich erkennen konnte. Das Baden auf offener Rhede ist aber wegen der
vielen Haie in der Bueht nicht angängig. Die auf der Rhede ca NO in einer
Entfernung von 1 Sm von der Glockenboje liegende Boje ist wegen der grofsen
Entfernung von Land nicht zu empfehlen und wird auch von deu grofsen
Dampfern deshalb nicht oft benutzt.
Die auf der Rhede liegende Hulk dient als Aufenthalt für Sträflinge;
während der Nacht zeigt sie ein rothes Licht.
Mole. Die Kommunikation mit dem Lande geht über die 670 m lange
Mole, welche an ihrem, mit zwei kleinen nach Norden gerichteten Querbrücken
'} S. „Ann. d. Hydr. etc.*, 1882, pag. 296.
! ) S. „Australia Directory“, Vol. I (1876), pag. 195—201.