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hafter; ferner wird mit einer groisen Art Wasserrübe ein guter Handel
getrieben. Letztere werdeu gröfstcntheils auf der vorher bereits erwähnten
Insel Sakura sima gewonnen und bilden, nachdem sie ähnlich wie in Deutsch
land etwa die Gurken mehrere Monate hindurch in Salz eingelegt worden sind,
eine Zuthat zu den Mahlzeiten; diese Rüben sind jedoch nur der Provinz
Satmma cigenthümlich und werden von den Japanern anderer Gegenden, welche
die kleinere Wasserübe vorziehen, nicht genossen.
Als Import ist hauptsächlich Zucker anzuführen, welcher von den
Liu-kiu-Inseln herkommt. Von Osaka vornehmlich werden kleinere Handels
artikel für den täglichen Gebrauch, sowie sämuitliche europäische Utensilien,
welche sich in Kagoshima vorfinden, importirt.
Von dem von den Liu-kiu-Inseln kommenden Zucker wird ein grofser
Theil wieder weiter nach Osaka versandt; Kagoshima ist in dieser Beziehung
nur eine Verladestelle.
Zur Vermittlung des Handelsverkehrs dienen kleinere Dampfer und
Segelschiffe, welche gröfstentheils Eigenthum japanischer Kaufleute sind und
keiner bestimmten Dampfergesellschaft angehören. Sie werden sämmtlich von
japanischen Kapitänen geführt und von japanischen Mannschaften bedieut.
Der Handelsverkehr von Kagoshima ist besonders mit den Liu-kiu-
Inseln ein recht lebhafter; eine nicht ganz so umfangreiche Ausdehnung haben,
die Handelsverbindungen zwischen Osaka und Kagoshima; der Verkehr mit
Nagasaki ist ein äufserst geringer, mit anderen Plätzen Japans bestehen wenige
oder gar keine direkten Beziehungen.
So beschränkten sich z. B. die Verkehrsmittel zwischen Kagoshima und
Nagasaki auf einige kleine Dampfer der „Midsu- Bishi-Compagnio“ von doneu
in den vier Wochen des Aufenthaltes der „Hertha“ in der Bucht (vom 17. Ja
nuar bis 15. Februar 1882) nur zwei einliefen, während von den Liw-K«-Inseln
bez. von Osaka kommend, oder dorthin gehend, jede Woche durchschnittlich zwei
bis drei Dampfer und ebenso viele Segelschiffe, Barken oder Schoner ein- und
ausliefen. Aufser den eben erwähnten Verbindungen laufen regelmäfsig kleine
Dampfbootc zwischen Kagoshima und den auf der gegenüberliegenden Küste der
Bucht gelegenen Ortschaften. Vier Dampfboote sind täglich unterwegs, um
diese Verbindung aufrecht zu erhalten.
In dem Binnenlande findet zur Fortschaffung von Lasten vornehmlich
das kleine japanische Pferd als Lastthier Verwendung. Auf der, Kagoshima
gegenüberliegenden Insel Sakura sima befindet sich eine kleinere Werft mit einer
Schlippholling, auf welcher kleinere Schiffe ven etwas über 200 Tonnen gebaut
werden können. Viele der in Kagoshima ein- und auslaufenden Schoner sind
auf dieser Werft gebaut 'worden; einige Tago nach Ankunft des Schiffes
in Kagoshima wurde ein neuer Schoner dort vom Stapel gelassen. Frisch
wasser kann an mehreren Stellen aus den in die Bucht mündenden Flüfschou,
welche von den in der Nähe der Küste gelegenen Bergen horabfliefson, ohne
grofse Mühe mit Schiffsbooten geholt werden. Das Wassei-, welches hior an
Bord geschafft wurde, war aus einem nördlich von Kagoshima mündenden
Flüfschen geholt und war im Ganzen gut, nur fanden sich theilweise organische
Verunreinigungen in demselben vor; diese rührten wahrscheinlich davon her, dafs
die von deu Bergen kommenden vielen Bäche, ehe sie sich schliefslich zu dem
in die Bucht mündenden Flüfschen, aus dem das Wasser geholt wurde, ver
einigten, zur Bewässerung der Reisfelder benutzt wurden; diese wurden zurZeit
des Aufenthaltes des Schiffes in Kagoshima bestellt und gedüngt, das Wasser
konnte daher nur zum Waschen benutzt werden.
Die Flüfschen hatten zu der gegenwärtigen Jahreszeit verhältnifsmäfsig
wenig Wasser. Ob die anderen in die Bucht mündenden Flüfschen bessores
Wasser hatten, oder ob zu einer anderen Jahreszeit das Wasser trinkbar ist,
konnte keine sicliero Auskunft erlangt werden. Kohlen waren zur Zeit in Kago
shima noch nicht zu haben; Holz war verhältnifsmäfsig billig; für 1 cbm. bereits
in kleinere Stücke zerhacktes Brennholz wurde der Preis von 4,00 Mark bezahlt.
Obgleich eine grofse Menge Ilolz an vielen Stellen auf Stapel liegt, so
würde dennoch eine solche Menge, welche anstatt der Kohlen zu Dampfzwecken
erforderlich wäre, nur mit grofsen Schwierigkeiten aufzubringen und voraus
sichtlich auch bedeutend theurer sein, als wie oben angegeben ist.
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