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Dagegen schnitt „Louise Georgine“ zur Zeit des SE-Monsuns 80° O-Lg
in 38,5° S-Br am 26. Juni 1881, ferner 90° O-Lg in 36,7° S-Br nach 3,5 Tagen,
30° S-Br in 107° O-Lg nach 6 Tagen, 20° S-Br in 113,3° O-Lg nach 9,5 Tagen,
erreichte die <Sopfe-Strafse in 11 und von dort Makassar in 2 Tagen. Die
ganze Reisedauer betrug also 32 Tage.
Segelanweisung für die Carimata-Strasse.')
(»Hydrographie Notice* No. 34 London 1881).
Der Kommandant von I. Br. M. Vermessungsfahrzeug „Flying Fish“,
Lieutenant R. F. Hoskyn, hat über die Canmata-Strafse an das Hydrographische
Amt zu London Nachstehendes berichtet.
Die hier vorkommenden Peilungen sind mifsweisend, die Mifsweisung
beträgt 1° 20' Ost 1881.
Gezeiteu. Nach den nur im beschränkten Mafse angestellten Beob
achtungen der Gezeitenströmungen in der Carimata-Strafse kann zwar keine
bestimmte Regel für dieselben aufgestellt werden, doch dürften die hier fol
genden Angaben vielleicht von Nutzen sein.
Am 8. August 1880 war an der Westspitze der Soruetou-I., ungefähr um
ll h p. m. Hochwasser, hiernach würde die Hafenzeit ca 9 h 30 m sein. Die Fluth
setzte nach Süden.
Am 18. August war bei der Spitze Sulphur der Rendez-vous-1. ca um
8 h p. m. Hochwasser, hiernach würde die Hafenzeit ebenfalls ca 9 h 30 m seiD.
Die Fluth setzte gleichfalls nach Süden. Während der drei vorhergehenden
Tage lag der „Flying Fish“ einige Seemeilen SW von der Spitze Sulphur zu
Anker, und bei dieser Stelle setzte die Gezeitenströmung NNW—SSE, l’/s bis
2 Sm die Stunde. Der nördlich setzende Strom lief 16 bis 18 Stunden und
der südlich setzende 4 bis 6 Stunden. Während der ganzen Zeit wehte der
SE-Monsun ziemlich stark.
Die am 21., 22. und 23. August bei East-l. (J/oniaran-Gruppe) gemachten
Beobachtungen ergaben die Hafenzeit zu 9 h 40 m . Die gröfste Fluthhöhe war
am 21. August und betrug 1,4 m; nach dem Aussehen des Strandes zu urtheilcn,
ist dieselbe wahrscheinlich zuweilen noch gröfser. Im Wechsel der Strömung
konnte keine Regelmäfsigkeit beobachtet werden; in einem Falle setzte der
Strom vier auf einander folgende Tage hindurch nach NW; zu dieser Zeit
wehte der SE-Monsun recht frisch.
In der Nachbarschaft der Greig Shoals konnte gar keine Regelmäfsigkeit
in der Strömung beobachtet werden. Die gröfste Fluthhöhe wurde zu 2,1 m
am 10. Oktober und zu 2,4 m am 11. Oktober beobachtet; Neumond war am
4. Oktober um 5 1 ' a. m. gewesen. Die Fluth setzte südwärts. Es wurde
allenthalben nur ein Hochwasser in 24 Stunden beobachtet.
Montaran-Iuseln 2 ). Bakan-I. liegt ca 3 1 /* Sm SWzW von South-1., ist
nur klein und dicht bewaldet.
South-I. liegt etwa 2‘/ä Sm Süd von Napier-I., sie ist eine niedrige Sand
bank, welche von einem mit Bäumen bestandenen Korallenriff umgeben ist;
das Fahrwasser zwischen ihr und Napier-1. ist durch ein Riff geschlossen.
Meranai-1. liegt ca 4 Sm West von South-I. und hat das Aussohcn einer-
niedrigen Insel mit einem grofsen Gebüsch in ihrer Mitte. In kurzer Entfernung
von ihrer NO-Spitze liegt eine kleines sandiges Inselchen, auf dem sich einige
Bäume befinden.
Observatory-I. liegt auf einem ca 1 Sm Ost von Napier-I. befindlichen
Riffe, in 2° 38' 10" S-Br und 108° 31' 48" O-Lg; sie ist eine kleine sandige
Insel, auf welcher nur w r enige Bäume stehen.
!) Siehe »China Sea Directory“, Vol. I 1878, pag. 306, 309—324.
*) Vgl. „Ann. d. Hydr. etc.*, 1881, pag. 684.