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leichte Mallung, auf die am nächsten Tage ein mäfsiger Westwind folgte, über,
und schien es damals, als ob man schon hier die polare Passatgrenze erreicht
habe. Nachdem der Wind jedoch stärker geworden war, lief er nach SE zurück,
und herrschte nun wieder für mehrere Tage ungestörter Passat. Am 15. August,
als man nach 25,2° S-Br und 81,8° W-Lg gekommen war, ging der Passat zum
zweiten Male in leichte Mallung über. Als man dann abermals versuchte, nach
Osten hin vorzurücken, gerieth die Bark am 17. August unweit 25,5° S-Br und
80° W-Lg noch einmal in das Gebiet des Passats. Es wurde jedoch in dem
selben nun ein genügend raumer Wind angetroffen, um mit demselben den Be
stimmungshafen anholen zu können. Am 21. August sank in der Nähe der
Küste der Passat wieder zum ganz leisen Zuge herab, und verlor man hier noch
einige Tage, bevor man am 24. August auf der Bhede von Iquique ankern
konnte. Zur Zurücklegung der Heise waren 20 Tage erforderlich gewesen.
Eine eiserne, englische Bark, welche Callao einen Tag später als „Pallas“ ver
lassen hatte, gebrauchte, um die Heise zu vollenden, 27 Tage; ein anderes
englisches Schiff 21 Tage und ein norwegischer Dreimastschoner 38 Tage.
In Iquique nahm „Pallas“ eine für New-York bestimmte Ladung ein und
trat am 21. August die Reise nach diesem letzteren Platze an. Bei dem
mäfsigen, in der Nähe der Küste schralen, in gröfserer Entfernung von letzterer
raumeren Passate segelte „Pallas“ wieder über St. B.-Bug, bis man am 28. Sep
tember nach 28° S-Br in 86,1° W-Lg gelangt war. Bei einem auf 771,0 mm
gestiegenen Barometerstände folgte hier auf den Passat zunächst leichte Mallung
und Stille, und später längere Zeit anhaltender südwestlicher Wind. Südlich
von 44° S-Br hatte der Wind häufig eine solch hohe südliche Richtung, dafs
noch wiederholt über St. B.-Bug gesegelt werden mufste, und erst nach dem
15. Oktober wehte von 46,5° S-Br ab ein kräftiger, vorherrschend nordwest
licher Wind. Der Verlauf der Reise wurde dann ein günstigerer, und am
21. Oktober, dem 30. Tage der Reise, gelangte „Pallas“ iu die Nähe des Kap
Horn. Es war auf dem Wege dahin 30® S-Br in 87° W-Lg am 30. September,
40° S-Br in 84,8° W-Lg am 8. Oktober und 50° S-Br in 86,5° W-Lg am
16. Oktober überschritten worden.
Im Atlantischen Ocean blieben nordwestliche und nördliche Winde zu
nächst für längere Zeit die herrschenden, doch wehten die letzteren Winde oft
so unerwünscht schral, dafs dadurch der Fortgang des Schiffes bedeutend ver
langsamt wurde. Die südlich vom Passatgebiete so oft und anhaltend aus hoch
nördlicher Richtung wehenden leichten Winde fand „Pallas“ dagegen nicht,
sondern man beobachtete an deren Stelle sehr veränderliche schwache Winde.
Am 18. November entwickelte sich aus ganz leisem südlichen Zugo, in der Nähe
von 23,7° S-Br und 28,6° W-Lg, bei einem Barometerstände von 763,5 mm, der
Passat. Von diesem später nur in mäfsiger Stärke auftretenden Winde wurde
„Pallas“ bis zum 2. Dezember zu der in 36,2° W-Lg überschrittenen Linie ge
führt. Es waren, um dieselbe vom Kap Horn aus zu erreichen, 42 Tage er
forderlich gewesen; und während dieser Zeit hatte man 50° S-Br in 43,6° W-Lg
am 28. Oktobor, 40° S-Br in 28,3° W-Lg am 7. November, 30° S-Br in 28,7°
W-Lg am 14. November, 20° S-Br in 29,3° W-Lg am 20. November und 10° S-Br
in 31,2° W-Lg am 26. November geschnitten.
Der Uebergang des SE- in den NE-Passat erfolgte für „Pallasindem
der etwas flauer gewordene Wind allmählich nach links drehte, ohne jede
Störung. Der nur zwischen 4° und 8° N-Br einigermafsen frische Passat trat
überall sonst ungewöhnlich flau und unbeständig auf und begleitete, nachdem
mehrere Unterbrechungen desselben überstanden worden w’aren, das Schiff bis
nach 25,5° N-ßr in 71,5° W-Lg. In der Nähe dieses Punktes lief am 26. De
zember, bei einem Barometerstände von 766,5 mm, der Wind südöstlich, und
als man nördlich von 29° N-Br gelangt war, wurden Westwinde angetroffeu.
Am 3. Januar 1882 sichtete „Pallas“ die nordamerikanische Küste in der Nähe
des Kap Hatterm. Von hier aus verzögerten nördliche und nordöstliche Winde
die Reise noch in solcher Weise, dafs erst am 8. Januar im Hafen von New-
York geankert werden konnte. Die Dauer der Reise betrug 110 Tage. Von
diesen waren 38 Tage im Nordatlantischen Ocean zugobracht worden, und hatte
man dort 10° N-Br in 46,6° W-Lg am 9. Dezember, 20° N-Br in 62,8° W-Lg
am 21. Dezember und 30° N-Br in 75,3° W-Lg am 29. Dezember überschritten.