364
und erreichte am 5. Oktober einen Ankerplatz in der Nähe des Bestimmungs
hafens. Die Dauer der Reise war 26 Tage.
Nachdem die Brigg iu Laguna beladen worden war, trat sie am 7. No
vember die Heimreise nach Hamburg an. Man traf im Golfe von Mexiko
mäfsigen beständigen NE-Passat, gegen den kreuzend nur sehr langsam Fort
schritt nach Osten hin gemacht werden konnte. Nachdem mau am 22. No
vember nach 26° N-Br in 87° W-Lg gelangt war, trat an Stelle der bis dahin
beobachteten Wcstströrauug ein günstiger Oststroru. Dadurch besonders wurde
ein rascherer Fortgang ermöglicht, und am 24. November befand mau sich in
Sicht von den Tornas-Inseln.
Am 28. November passirtc „Bertha“ bei leichtem ESE-Winde die Enge
von Bemini. Im Atlantischen Occan lief der Wind bald südlicher, und als
31° N-Br erreicht worden war, nahm der Wind westliche Richtung an. Da
das Schiff dann aber ganz unpassender Weise versuchte, in der Nähe dieser
Breite nach Osten zu segeln, wurden bald wiedor anhaltende Ostwinde augetroffen,
bei denen die Reise nur einen sehr langsamen Verlauf nahm. In vier Tagen
konnteu nur 25 Sm nach östlicher Richtung hin zurückgelegt werden. Erst
nach dem 24. Dezember, von 33,5 N-Br in 45° W-Lg ab, fand man Westwinde,
die ein rascheres Fortschreiten nach Osten erlaubten. Am 10. Januar 1882
erreichte „Bertha“ die Mündung des Kanals. Zur Vollendung der Reise waren
64 Tage erfordorlich gewesen; und während dieser Zeit hatte man im offenen
Theile des Atlantischen Oceans 30° N-Br in 78° W-Lg am 30. November und
40° N-Br in 28° W-Lg am 2. Januar; wie 70° W-Lg in 31,2° N'-Br am 5. De
zember, 60° W-Lg iu 31,8° N-Br am 11. Dezember, 50° W-Lg in 32,8° N-Br
am 21. Dezember und 30° W-Lg in 39,4° N-Br am 1. Januar geschnitten.
Ein Mitscgler, das Bremer Vollschiff „Friedrichwelches als außer
ordentlich rasch segelndes Schiff der „Bertha“ freilich an Schnelligkeit weit
überlegen war, und welches die Bemini-Enge am 21. Dezember 1881, also
23 Tage später als die Brigg, verlassen hatte, überschritt den Ocean auf einer
nördlicheren Route und gelangte schon am 9. Januar, einen Tag vor „Bertha“,
in Sicht von lAzard.
2. Reise der Hamburger Bark „Pyrmont“, Kapt. H. F. M. Schröder.
Am 19. Oktober 1880 überschritt die von Cardiff nach Hongkong be
stimmte Bark „Pyrmont“ den Parallel von 50° Nord. Der hier auf Windstille
folgende Ostwind wehte bei abnehmendem Luftdruck an mehreren Tagen
stürmisch und endete, als er die Bark am 21. Oktober nach 45° N-Br in
13,5° W-Lg geführt hatte. In der Nähe dieses Punktes, wo der Barometer
stand mit 740,1mm seinen niedrigsten Stand erreicht hatte, folgte aufNE-Wind(lO)
zunächst für mehrere Stunden ganz leichte veränderliche Briese, und nach dieser
ein rasch zum Sturme zunehmender SW-Wind. Nach dieser Zeit nahm die
Reise nur einen langsamen Verlauf, und erst nachdem der Wind eine nördlich
von West liegende Richtung angenommen hatte, wurde der Fortgang wieder
ein rascherer. Unweit 33,5° N-Br in 17,5° W-Lg drehte am 3. November, bei
einem Barometerstände von 768,1 mm, der mäßige Wind durch Nord nach
NNE, um sich nun im östlichen Halbkreise zu halten. Der für längere Zeit
aus einer südlich von Ost liegenden Richtung wehende Wind trat, nachdem
28° N-Br überschritten worden war, kräftig und beständig auf und endete am
13. November in der Nähe von 7,5° N-Br und 24,8° W-Lg. Beim Uebcrgauge
in das Gebiet des SE-Passats wurde ein Stillengürtel kaum aügetroffen; nur
während einer Wache herrschte leiser veränderlicher Zug, und kam schon dann
der SE-Passat wieder durch. Dieser zunächst an zwei Tagen noch sehr leichte
Wind führte „Pyrmont“ bis zum 18. November zu der in 29,5° W-Lg über
schrittenen Linie. Die Bark hatte die zwischen 50° N-Br und diesem letzteren
Punkte liegende Strecke in 30 Tagen zurückgelegt und auf derselben 40° N-Br
in 15,8° W-Lg am 29. Oktober, 30° N-Br in 20,5° W-Lg am 5. November,
20° N-Br in 25,5° W-Lg am 9. November und 10° N-Br in 25° W-Lg am
12. November gekreuzt.
Am 24. Oktober hatte sich „Pyrmont“ in 44,3° N-Br und 15,3° W-Lg
etwa 35 Sm in südsüdwestlicher Richtung von der auf einer Roise von Hamburg
nach Hongkong begriffenen Oldenburger Bark „Hermann“ befunden. Dieses